PARNASS präsentiert: ANEMONA CRISAN

27.10.16

Anemona Crisan wurde 1980 in Bukarest geboren. Sie studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien und Bildende Kunst sowie Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste. Sowohl in ihren Arbeiten auf Papier und Leinwand als auch in den raumgreifenden Installationen ist eine prägnante Linienführung prägend, mit denen sie den Raum neu definiert. Die Zeichnung als Medium spielte von Beginn ihrer künstlerischen Tätigkeit eine große Rolle, ebenso wie die Themen Raum und Körper. Sowohl in den Leinwandarbeiten und Zeichnungen als auch in ihren Raumarbeiten geht es stets um diese Beziehung von Raum und Körper, die Crisan nicht als Gegenüber sieht, sondern im Gegenteil, „sie verschmelzen zu einem plastischen Ganzen“, wie Conny Cossa treffend über die Arbeit in der 2014 erschienenen Monografie der Künstlerin „Die Anatomie des Raumes“ schrieb. 

Ihr aktueller Zyklus ist mit Tusche auf schwarzem Grund gemalt. Das Interesse an der Tusche anstelle des bisher dominierenden Zeichenstiftes, so die Künstlerin, entstand während ihres Artist-in-Residence-Aufenthaltes in Peking. „Ich habe dort begonnen erstmals mit Tusche zu arbeiten, was zu einer stärker malerischen Formensprache führte und mir auch mehr technische Möglichkeiten gab, Körperlichkeit und Raum darzustellen. Gleichzeitig wurde der Körper abstrahiert. Nach einer Phase realistischer Motive wolle ich mich wieder auf das wesentliche, das strukturelle des Körpers konzentrieren, auch wenn dieser immer noch den Ausgangspunkt bildet. Diese neuen Motive stellen ein Art Zwischenspiel dar, die Figur wirkt androgyn und lässt sich nicht als männlich oder weiblich deuten.“ Anstelle der Figur tritt ein bewegtes Spiel zweier abstrahierter Körper, die sich in einem nicht näher definierten Raum – im unendlichen Schwarz des Bildgrundes – dynamisch drehen und winden. Der Körper löst sich nun in Bewegungsbahnen auf. Die Line allerdings als Basis von Crisans Formensprache bleibt erhalten. Sie ist essenziell so die Künstlerin, „ich versuche in dem aktuellen Zyklus damit nun auch physikalische Zustände zu erfassen beziehungsweise Gegensatzpaare wie Chaos und Ordnung, Bewegung und Ruhe miteinander zu verbinden. Dabei spielt Licht als raumdefinierender Aspekt eine neue Rolle.“ Die Motive scheinen wie ein Netz zwischenmenschlicher Beziehungen. Ihre konkrete Bedeutung bleibt jedoch offen. Die Künstlerin arbeitet gerne in Zyklen. Das ermöglicht ihr über einen längeren Zeitraum einer Idee nachzugehen und die Möglichkeiten ihrer visuellen Darstellung zu vertiefen und weiterzuentwickeln. 

Bis 13.11.2016 präsentiert PARNASS eine Auswahl ihrer aktuellen Arbeiten auf der Feststiege der Wiener Hofburg im Rahmen der ART&ANTIQUE 2016.

Ort: 
Autor: