Larissa Leverenz

24.09.14

Der Siebdruck als Ordnungsprinzip

„In der Technik des Siebdrucks ist das Vorbereiten, Planen und Herrichten des Siebs der eigentlich langwierige Prozess. Das Drucken selbst ist meist schnell und effektiv. Ein Lächeln breitet sich aus, wenn man sein Blatt unter dem Sieb hervorzieht und man sich von der Präzision dieser Technik überwältigen lässt. Der Reiz des Siebdrucks liegt in der Brillanz seiner Farben, den Rastern oder stark kontrastierten Farbflächen. Je ordentlicher man vorgeht, je pedantischer man sein Blatt einpasst, desto perfekter wird das Resultat ausfallen. Die Gefahr besteht, dass man sich alleinig den Effekten hingibt und die Souveränität der eigenen Arbeit leidet“, formuliert die gebürtige Kölnerin Larissa Leverenz ihre Gedanken zum Siebdruck. Dabei interessiert sie bei dem Medium nicht die Möglichkeit der schnellen Vervielfältigung, sondern seine künstlerische Ausdruckskraft. 1978 in Köln, Deutschland geboren, studierte sie in Münster Illustration/Grafik Design und von 2005 bis 2010 Bildende und Mediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien, wo sie seit 2011 Assistentin in der Abteilung Retrografie & Siebdruck bei Jan Svenungsson ist. In kleinformatigen Zeichnungen legt sie zarte Grafismen über collagierte Elemente, in größeren Arbeiten werden Siebdrucke mit Tusche und Farbe weiterentwickelt – der Bildträger ist immer eine dünne Holzplatte. Auch Buchprojekte setzt sie mit der Vielfalt ihrer grafischen Techniken um. Leverenz entwirft eine eigene, surreale Bildwelt mit Hybriden aus Mensch und Tier, die räumlich nicht verortbar zwischen Landschaftselementen und Ziegelmauerkonstruktionen schweben. Die fragmentierten Körper sind mit Gegenständen und Architekturaufsätzen verbunden, die Kompositionen in zarten Farbtönen oszillieren zwischen poetischen Fantasmen und utopischen Alptraumvisionen. (Karla Starecek)

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