Die Klockerstiftung

12.10.14

Eine Familiengeschichte

Die Gründung der Klockerstiftung nahm ihren Anfang im Jahr 1998 durch Emmy Klocker persönlich. Denn benannt wurde die Stiftung nach ihrem Mann Hans und nach ihrem Sohn Wolfgang Klocker. Nach ihrem Tod hinterließ Emmy Klocker der Stiftung ihr gesamtes Vermögen und eine große Kunstsammlung, die derzeit etwa 1200 Werke umfasst.

Der 1909 in Kreith im Stubaital geborene Hans Klocker stammte ursprünglich aus ärmlichen Verhältnissen. Nach seinem Jus-Studium in Innsbruck und seiner Verwundung im ersten Weltkrieg, ging er ab 1945 in der Privatwirtschaft und gründete 1951 das Autohaus VOWA, das rapide wuchs. Unterstützt wurde er dabei von seiner Frau Emmy Klocker, die ihm als Buchhalterin zur Seite stand und zum Mittelpunkt der Familie wurde. Schon bei Hans Klocker ist eine Sammelleidenschaft erkennbar: Von ihm stammte eine wertvolle Sammlung mit 731 Mineralstufen und 18 Fossilien aus Tirol, Südtirol und dem übrigen Alpenraum, aus Nord- und Südamerika und Afrika, darunter auch eigene Funde. Sie wurde den Naturwissenschaftlichen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen übergeben, dort konserviert, definiert und als Bestand der Klockerstiftung inventarisiert. Highlights der Sammlung sind in der Villa Klocker in Innsbruck-Arzl ausgestellt. Die Villa wurde 1959/60 nach Plänen von Architekt Wilhelm Adamer errichtet und 2013/14 unter der Leitung von Architekt Max Schönherr generalsaniert. Hier sind des Weiteren Büro und Archiv der Stiftung sowie Wohn- und Arbeitsräume für Stipendiaten untergebracht. Ein parkähnlicher Garten umsäumt das Anwesen im Süden und Westen. Die liebevoll kunstvoll angelegte Anlage ist Emmy Klocker zu verdanken. Ihr Vermächtnis, aus den Beständen der Klockerstiftung einen Skulpturengarten zu errichten, wird 2014 nach einem Konzept von Edelbert Köb realisiert.

Der 1945 geborener Sohn der Familie, Wolfgang Klocker, studierte Philosophie und Jus in Innsbruck und begann sich ab 1960 für Kunst zu interessieren. Seine Freundschaft mit Paul Flora, Max Weiler und vielen weiteren Künstlern führten zu ersten Ankäufen und so nutzte er ab 1971 seine Position als Geschäftsführer aus um Ausstellungen für Tiroler Künstler zu organisieren. Sein frühzeitiger Tod im Jahr 1974 bei einem Flugzeugabsturz und der Tod Hans Klockers im Jahr 1981 führten dazu, dass Emmy Klocker sich mit den Sammlungen ihres Mannes und ihres Sohnes auseinandersetzen musste und ein eigenes Interesse an der Kunst und am Sammeln offenbarte. Sie erweiterte schließlich die Sammlung ihres Sohnes.

Heute erfolgt der Ausbau der Sammlung primär durch die mit den Kunstpreisen verbundenen Ankäufe aktueller Gegenwartskunst. Auch auf Empfehlung der vom Verwaltungsrat bestellten Jury. Diese Ergänzungen erfolgen immer unter Berücksichtigung der Sammlungen bei den Tiroler Landesmuseen.

Die Stiftung möchte für die Zukunft die eigene Kunstsammlung wissenschaftlich aufarbeiten und publizieren lassen. Das Gleiche gilt für die Positionen der mit den Kunstpreisen ausgezeichneten Künstler und Künstlerinnen. Ebenso werden Stipendien vergeben, die europaweit ausgeschrieben werden. Damit soll das Interesse auf die moderne und die zeitgenössische Kunst in Österreich und Tirol gestärkt werden.

Und auch für die Zukunft ist gesorgt: Ein Vertrag mit dem Land Tirol sichert der Stiftung nach der Sanierung und Neuaufstellung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum ab 2017/18 die Präsentation ihrer Sammlungen zu.

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