4/2013 - Kunstbuch

04/13

Editorial

Schwerpunktthema Kunstbuch

Wir haben für Sie interessanten Lesestoff zusammengestellt – der Winter kann also kommen. Die Bildbände lassen wir einmal beiseite, auch die Kunstkataloge, die es bei den Ausstellungen zu kaufen gibt. Wir sind vielmehr fündig geworden im Bereich von Sammlerbiografien, Lebensgeschichten von Kunsthändlern und Verlegern, biografischen Künstlerromanen, Forschungsprojekten und Briefwechsel.

Wie der Buchhandel den digitalen Verdrängungswettbewerb verkraftet, hat uns ebenso interessiert wie die Meinung der Verleger über die Zukunft der Kunstbuchsparte. Ein Schwerpunktthema also für Lesefreudige und ich verspreche Ihnen, es gibt Entdeckenswertes.

Stiftung Willi Baumeister

Auf der Frankfurter Buchmesse wurde nicht nur das Buch an sich zum Thema gemacht, sondern natürlich auch die weitere Digitalisierung. Aktueller Diskussions- und Zündstoff war zum Beispiel die Pionierarbeit der Stiftung Willi Baumeister, die viel Geld in die Hand genommen hat um ihr Archiv zu digitalisieren und kostenlos einsehbar zu machen. Die Tochter des Künstlers, Felicitas Baumeister hat vor Jahren das Baumeister Archiv in das Kunstmuseum Stuttgart überführt. Mit der digital verfügbaren Monografie „Willi Baumeister: Schöpfer aus dem Unbekannten“ der Kunsthistorikerin Brigitte Pedde ist nun erstmals eine Einführung zu Baumeisters Werk im Internet frei verfügbar. Ein Aufwand, der gerade mal in zwei Jahren ein Drittel, nämlich 10.000 Fotomotive von Werken öffentlich gemacht hat. Für Bibliotheken, Wissenschaftler, Kunsthistoriker, Restauratoren und Sammler ein enormer Vorteil, da herkömmliche Bildrecherchen zeitintensiv sind.

Nun stellte sich die Frage der Umsetzbarkeit für andere Institute und soll es wirklich bei der kostenlosen Verfügbarkeit bleiben? Soeben ist im Kunstmuseum Stuttgart auch die Willi Baumeister Ausstellung eröffnet worden und neben dem gedruckten Ausstellungskatalog kann der Besucher sich digital in die Werke vertiefen und auch von außen zugreifen.

Viele Fragen sind nun aufgetaucht

Wie geht man mit Lizenzen für Kunstvermittlung um, welche Folgen ergeben sich, alles öffentlich zugänglich zu machen und die Frage wie sich der Print-Katalog daneben noch behaupten kann. Manch einer sagt auch: das „Buch gibt es seit 500 Jahren und es wird es noch weitere fünfzig Jahre geben, hingegen die Technologie schreitet so rasch voran, dass es die Archivbilder in diesem Format schon in 15 Jahren nicht mehr geben wird“. Fazit: Das Buch wird es noch lange geben und für gut gemachte digitale Inhalte wird man in Zukunft einen kleinen Beitrag leisten müssen.

Aber jetzt wünsche ich Ihnen viel Lesevergnügen
Charlotte Kreuzmayr

AutorInnen

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Uta Baier, Daghild Bartels, Dr. Waltraut Bayer, Silvia von Bennigsen, Nina Binder, Anna Brenken, Mag. Sophie Cieslar, Sabrina-Victoria Deisinger BA, Dr. Eva Dewes, M.A., Dr. Sabina Fliri, Dr. Herbert Giese, Mag. Daniela Gregori, Mag. Ulrike Guggenberger, Birgit Kilp, Mag. Olga Kronsteiner, Dr. Hans-Jörg Krug, Mag. Susanne Längle, Dr. Claudia Lehner-Jobst, Mag. Clarissa Mayer-Heinisch, Univ. Prof. Mag. Dr. Dr. Horst Pirker, Dr. Ernst Ploil, Dr. Maria Rennhofer, Dr. Andrea Schurian, Mag. Karla Starecek, Gudrun Weinzierl, Dr. Hanne Weskott, Franz Zoglauer.