4/2012 - Fotografie

04/12

Editorial

Fotografie

Eyes On – Monat der Fotografie Wien findet im November 2012 zum fünften Mal statt und ist Anlass für uns, das Medium Fotografie wieder einmal in den Mittelpunkt zu stellen. Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie, einem internationalen Netzwerk, werden neben Wien auch die Städte Berlin, Bratislava, Budapest, Ljubljana, Luxemburg und Paris mit machen. Schon 1824 spielte Frankreich eine Vorreiterrolle, hat doch Nicéphore Niépce das erste Foto durch Sonneneinstrahlung auf eine beschichtete Platte gebracht. So war auch 2004 Paris Ausgangspunkt, um mit mehreren europäischen Partnerstädten diesen europäischen Monat der Fotografie zu entwickeln. Fotografieliebhaber kommen hier voll auf ihre Rechnung. Wir geben einen Einblick in die Aktivitäten der Städte Berlin, Paris und Wien. 

Die erste Fotografie von Niépce steht derzeit auch im Mittelpunkt einer Ausstellung in Mannheim, die sich mit der Geburtsstunde der Fotografie auseinander setzt. Die Fotosammlung von Helmut und Alison Gernsheim soll eine kleine Sensation sein, nicht zuletzt durch seinen Fund der Niépce-Fotografie, die er in einem Londoner Lagerhaus in einem Schrankkoffer entdeckt hat. 

 Die Faszination Fotografie ging weiter. Auch die Maler des 20. Jahrhunderts wie zum Beispiel Fritz Winter – ein Bauhaus-Schüler – setzten sich mit der Ästhetik des Lichtes auseinander. Winter experimentierte mit Glas, Kristallen und Spiegelung und stellte sie der abstrakten Malerei gegenüber. Eine Ausstellung in München setzt sich mit den Licht-Bildern von Fritz Winter auseinander. 

Eine ganz andere Sparte ist die Porträtfotografie. Im 19. Jahrhundert übernahm schon oft die Fotokamera die Arbeit der Porträtmaler. Eine Übereinstimmung von Malerei und Fotografie findet man bei Irene Andessner. Sie hat bei Vedova, Weiler und Rainer studiert und setzt die Fotografie als Malerin ein. Das Selbstporträt wird abgelöst von der Selbstinszenierung mit Rollenspiel.

Als Sammelgebiet ist die Fotografie noch ein junges Gebiet. In den Siebzigerjahren entstanden die ersten bedeutenden Fotosammlungen und erst später hat sich ein Kunstmarkt entwickelt. Das Sammelfeld ist auch hier weit gesteckt und reicht von der historischen Fotografie über ethnografische, surrealistische, neusachliche bis zur Dokumentationsfotografie. Wie überall ist es auch hier die selektive Auswahl des Sammlers, die dem Ganzen eine persönliche Note verleiht.

Interessante Lesestunden wünscht Ihnen
Charlotte Kreuzmayr

AutorInnen

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Mag. Silvie Aigner, Prof. Peter Back-Vega, Uta Baier, Daghild Bartels, Dr. Waltraud Bayer, Silvia von Bennigsen, Anna Brenken, Mag. Sophie Cieslar, Sabrina-Victoria Deisinger BA, Dr. Eva Dewes M.A., Peter Fabian, Ines Gebetsroither, Dr. Herbert Giese, Mag. Daniela Gregori, Mag. Ulrike Guggenberger, Dr. Marianne Hussl-Hörmann, Dr. Johannes Jetschgo, Birgit Kilp, Dr. Johann Kräftner, Dr. Elisabeth Krimbacher, Mag. Olga Kronsteiner, Dr. Claudia Lehner-Jobst, Mag. Clarissa Mayer-Heinisch, Dr. Maria Rennhofer, Dr. Edith Schlocker, Dr. Johanna Schwanberg, Mag. Karla Starecek, Mag. Florian Steininger, Tina Thiel, Dr. Florian Weiland Pollerberg, Gudrun Weinzierl, Dr. Hanne Weskott, Franz Zoglauer, Dr. Margit Zuckriegl.