4/2011 - Museumszene neu

03/11

Editorial - Museumsszene neu

Ich werde noch so oft gefragt, wie ich auf die Idee einer Kunstzeitschrift gekommen bin und wenn man sich das vielfältige Angebot der Medienlandschaft heute ansieht, kann man nur antworten, das war vor dreißig Jahren.
Was gab es denn 1981 am Markt? Selbst das deutsche art Kunstmagazin war erst 1980 heraus gekommen. Wir sind mit einem Programm angetreten, das den Bogen vom Kunsthistorischen zum Zeitgenössischen spannt, von der Malerei zur Skulptur, von Fotografie zu Neuen Medien, von der Architektur zum Design. Porträts über Künstler und Sammler, Kunstmarktberichte und Ausstellungsvorberichte sind ebenso ein Thema wie die vielfältige Museumslandschaft im In- und Ausland. Dank des umfangreichen Autorenteams sind wir immer am Puls der Zeit. Die Idee der Sonderhefte pro Jahr ging über in das Angebot von Schwerpunktthemen in jedem Heft. Wir haben unseren Vertrieb in Deutschland und der Schweiz erweitert, die Verkaufsstellen sind im Internet abrufbar und in diesem Heft haben wir für Sie eine reiche Auswahl an Heftinhalten aufbereitet, falls Sie das eine oder andere noch nachbestellen wollen. Beachten Sie auch unser spezielles Jubiläumsangebot, wenn Sie ein Geschenkabonnement abschließen wollen. Nähere Details finden Sie ab Seite 152.
Das Schwerpunktthema in diesem Heft ist der Museumsszene in Österreich gewidmet. Umbauten, Zubauten, neue Besetzung der Direktionen und wie es dazu kam, dass viele Institutionen von Frauen geleitet werden, das alles haben wir hinterfragt und recherchiert. Das 21er-Haus erfährt momentan die größte Baustelle.
Als Museum des 20. Jahrhunderts 1962 in Wien eröffnet fungierte es davor als von Karl Schwanzer konzipierte Österreich-Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel.
Nun wird das Haus von Adolf Krischanitz, einem Schüler Karl Schwanzers, adaptiert und erweitert, sodass ein moderner Museumsbetrieb gewährleistet ist. Ab Mitte November soll dort Kunst nach 1945 gezeigt werden.
Auch das MUMOK frischt sein Erscheinungsbild zum zehnjährigen Jubiläum auf.
Die Architekten Ortner & Ortner haben nicht nur den Museumsbau saniert, sondern 
auch der Bereich des Foyers wurde großzügiger gestaltet und die Cafeteria in den Eingangsbereich integriert. Im Untergeschoß wurde ein neuer Kinoraum von Heimo Zobernig und seinem Architekten Michael Wallraff neu gestaltet. Eröffnet wird am 9. September mit der Ausstellung „Museum der Wünsche“. 
Christoph Thun-Hohenstein, der neue Direktor des MAK hat es mit Umbauten im Haus noch nicht so eilig. In den nächsten Jahren will er Neugestaltungen von Teilen der Schausammlung vornehmen und dabei weiterhin mit den besten Künstlerinnen und Künstlern zusammenarbeiten. Wichtiger ist ihm vorerst, was das Museum kulturpolitisch leisten kann, welche Querverbindungen zu Architektur, Design, Mode, Gegenwarts- und angewandter Kunst herstellbar sind. Größere Sonderausstellungen sollen das dokumentieren.
Neuerdings werden immer mehr Museen von Frauen geleitet. Dieses Thema hatten wir schon im März dieses Jahres allerdings auf Deutschland bezogen behandelt.
Nun ist es Zeit, auch in Österreich darauf ein zu gehen. Über die Erfahrungen unserer Museumsdirektorinnen lesen Sie in einem Beitrag von Thomas Trenkler.

Wir werden auch weiterhin spannende Hefte machen.
Viele Lesevergnügen 
Charlotte Kreuzmayr

AutorInnen

Mitarbeiter Heft 3/2011: Mag. Silvie Aigner, Prof. Peter Back-Vega, Uta Baier,  Daghild Bartels, Silvia von Bennigsen, Anna Brenken, Eleonore Chowdhury-Haberl, Mag. Daphne Gerzabek, Dr. Herbert Giese, Mag. Daniela Gregori, Mag. Ulrike Guggenberger, Dr. Matthias Harder,  Dr. Marianne Hussl-Hörmann, Dr. Johannes Jetschgo, Mag. Elisabeth Krimbacher, Dr. Lena Maculan, DI Isabella Marboe, Mag. Clarissa Mayer-Heinisch,  Dr. Ernst Ploil, Dr. Maria Rennhofer,  Dr. Edith Schlocker, Dr. Johanna Schwanberg, Mag. Karla Starecek, Mag. Florian Steininger, Dr. Thomas Trenkler, Dr. Hanne Weskott, Franz Zoglauer, Dr. Margit Zuckriegl.