3/2015 – KÜNSTLERFREUNDSCHAFTEN

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Inhalte dieser Ausgabe

  • Herbert Golser

    Der 1960 im Bezirk Hallein geborene Künstler Herbert Golser wird oft zu Unrecht in erster Linie als Holzbildhauer tituliert. Das mag sicherlich damit zu tun haben, dass seine klein- und mittelformatigen ...

    03. September 2015
  • Mehr als ZERO – Hans Bischoffshausen

    Hans Bischoffshausen gehört zu den wesentlichen Vertretern der österreichischen Nachkriegsavantgarde. Seine reduzierte, materialbezogene Malerei hatte er bereits früh im Zusammenhang mit seinen Reisen nach ...

    03. September 2015

Heft 3/2015
 

Künstlerfreundschaften sind eine spannungsgeladene Mischung aus Nähe und Konkurrenz. Vor allem in der Kunst der Moderne erschließt die Darstellung von Künstlerfreundschaften oft das atmosphärische Umfeld der Zeit und dokumentiert die verschiedenen Netzwerke der Künstler auch über die bildende Kunst hinaus. In jüngster Zeit beschäftigen sich immer häufiger Ausstellungen und Publikationen mit diesem Phänomen. PARNASS hat das zum Anlass genommen, dieses Thema zu einem der Schwerpunkte des aktuellen Heftes zu machen. Manche Freundschaften dauerten ein ganzes Leben lang, wie jene von Pablo Picasso und Jean Cocteau, die über die Kunst hinaus auch ihre gemeinsame Liebe für den Stierkampf verband. Die Freundschaften führten zuweilen zu künstlerischen Impulsen wie die Edition „Boîte“ von Marcel Duchamp, die Joseph Cornell als „ansprechendes Durcheinander mit Trümmern“ empfand und in seinen „Box Constructions“ weiterentwickelte. „Zwischen uns gibt es keine Hahnenkämpfe“, beschrieb jüngst Arnulf Rainer seine Freundschaft zu Markus Lüpertz, den er einlud eine gemeinsame Ausstellung in dem seinem Werk gewidmeten Museum in Baden zu kuratieren. Was er dafür an Arbeiten auswählte, war so Rainer, auch für ihn überraschend und eröffnete ihm einen neuen Blick auf seine eigenen Arbeiten. Dass die Freundschaft zu einem anderen Künstler einem manchmal auch vor eine schwierige Aufgabe stellen kann, erzählt Wendelin Pressl im Essay von Nina Schedlmayer.

Eine künstlerische Freundschaft verband auch Hans Bischoffshausen und Bernard Aubertin. Hans Bischoffshausen gehört zu den wichtigsten Vertretern der österreichischen Nachkriegsavantgarde und war mit Künstlern der italienischen Konzeptkunst ebenso verbunden wie mit der holländischen Gruppe NUL oder der ZERO-
Bewegung. Das Wiener Belvedere widmet Hans Bischoffshausen eine umfassende Ausstellung, die auch erstmals diese künstlerischen Wechselbeziehungen dokumentiert. Ein Anlass für PARNASS das Werk und Umfeld des Künstlers vorzustellen.

Im Juni war PARNASS erfolgreich auf der Art Bodensee in Dornbirn vertreten, daher geben wir in unserem aktuellen Heft einen Einblick in die Region um den Bodensee, in der im Kunst- und Kulturbereich wichtige Impulse gesetzt werden. Eine besondere Strecke in diesem Heft ist der Vienna Design Week gewidmet. Aus der Vielzahl an Aktivitäten des Design Festivals hat sich unsere Autorin Clarissa Mayer-Heinisch das Projekt Passionswege ausgewählt. Der kommende Messeherbst hat auch einiges zu bieten. Die Wiener Marx Halle wird zum neuen temporären Ort für Gegenwartskunst, wenn die viennacontemporary zum ersten Mal ihre Türen öffnet. Im Vorfeld der Messe haben wir einige Kunstsammler und Art Consultants, die in enger Verbindung zur viennacontemporary stehen, für Sie interviewt und stellen in der neuen Serie Spot On junge Galerien vor.  PARNASS wird auf der Messe mit einem großen Stand vertreten sein und den Künstler Luis Casanova Sorolla präsentieren. Was erwartet sie sonst noch? Irene Gludowacz traf Carolyn Christov-Bakargiev in Venedig und sprach mit ihr über die kommende Biennale in Istanbul und Sabrina Möller mit dem Philosophen Armen Avanessian über die siebte Ausgabe von curated_by und warum wir neue künstlerische Strategien für eine post-kapitalistische Gesellschaft brauchen.