1/2014 - Kunstkammer

01/13

Editorial

Kunstkammer

Der Countdown zur Eröffnung der Kunstkammer wurde spannend aufbereitet und auch
auf You Tube des Kunsthistorischen Museums effektvoll präsentiert. Wir haben den
Rahmen unseres Schwerpunktthemas auch diesmal gesprengt, denn so großartiges
Material wird es sobald nicht wieder zur Veröffentlichung geben. Es erwarten Sie nicht
nur inhaltlich interessante Artikel sondern auch opulentes fantastisches Bildmaterial.
Kurator Franz Kirchweger war uns dabei eine große Hilfe, ebenso der schon im Dezember
2012 im Brandstätter Verlag erschienene Bildband zur Kunstkammer.

Das Interview mit Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums
gibt zunächst einen Einblick in die Rahmenbedingungen, die Architektur, Technik,
Präsentation und nicht zuletzt auch über den Finanzierungsplan. Schon 22 Jahre lang
ist die gebürtige Bregenzerin dem Haus verbunden und mit den Jahren hat sie sich
auf die Gebiete Elfenbein und Bernstein spezialisiert. Neueste Technologie sollte in die
Neuaufstellung eingebracht werden, das Original spielte dabei für Sabine Haag jedoch
immer die Hauptrolle.

Claudia Lehner Jobst hat in ihrem umfangreichen Artikel die Habsburger Kunstkammer
eingefangen. Das Konzept der Sammlungsaufstellung, das Mäzenatentum der Kaiser
und was aus dem Nachlass, dem Kunsterbe in Folge geworden ist, lesen Sie in Begleitung
anschaulicher Bildbeispiele. Die Ambraser Kunstkammer war uns ebenso wichtig eigens
anzuführen als auch auf die Restaurierwerkstatt des Kunsthistorischen Museums einzugehen.

Waren Sie schon einmal in der Kunst- und Wunderkammer zu Salzburg? Auch diese
haben wir besucht. In einem barocken Ambiente wurde sie 1974 im Sinne eines barocken
Kuriositätenkabinetts rekonstruiert. Eine kleine feine Sammlung, die Sie unbedingt bei
Ihrem nächsten Salzburgaufenthalt besuchen sollten.

Und dann haben wir über die Grenze geschaut – nach München zum Beispiel, wo der
wichtigste Experte und Kunstkammerspezialist Georg Laue sein Geschäft hat. Auch auf
der Highlight München und auf der TEFAF in Maastricht kann man seine Wunderwerke
aus Kunst, Natur und Wissenschaft, Kleinode aus Bernstein, Koralle und Elfenbein kaufen.
Die Welt der Exotica war immer schon ein großes Thema der Wunderkammer – und
schon in der Renaissance und im Barock hoch begehrt. Virginie Spenlé ist für Sie auf
Entdeckungsreise gegangen.

Dresden ist natürlich allen durch das Grüne Gewölbe ein Begriff. Zurzeit läuft noch eine Ausstellung zum Thema Orient und Okzident – eine spannende Begegnung zweier Kunstkammern. Ein kleiner Tipp ist auch die Kunsthandlung Augustus-Rex in Dresden. Frank Knothe ist eigentlich Augenarzt, dem jedoch Kunstkammerobjekte besonders am Herzen liegen und so ist er in Dresden auf diesem Gebiet auch aktiv geworden.

Sollten Sie spätestens jetzt beschlossen haben auch unter die Kunstkammersammler zu gehen, haben wir für Sie noch eine kleine Marktanalyse aufbereitet. Es ist dies ein kleiner überschaubarer Markt, aber umso feiner. Wenn Sie also privat eine Kunstkammersammlung ins Auge fassen, hilft Ihnen vielleicht auch der sehr persönlich geschriebene Artikel von Johann Kräftner weiter.

Ich möchte Sie noch darauf aufmerksam machen, dass wir unsere Erscheinungszeiten auf jeweils Anfang März, Juni, September und Dezember geändert haben.

Viel Lesevergnügen wünscht Ihnen
Charlotte Kreuzmayr

AutorInnen

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Mag. Silvie Aigner, Prof. Peter Back-Vega, Uta Baier,
Daghild Bartels, Anna Brenken, Mag. Sophie Cieslar, Sabrina-Victoria Deisinger BA,
Dr. Eva Dewes M.A., Stephan Ettl, Judith P. Fischer, Dr. Herbert Giese, Irene Gludowacz M.A., Mag. Daniela Gregori, Dr. Marianne Hussl-Hörmann, Dr. Johannes Jetschgo,
Dr. Johann Kräftner, Dr. Elisabeth Krimbacher, Mag. Olga Kronsteiner, Dr. Claudia Lehner-Jobst, Mag. Clarissa Mayer-Heinisch, Dr. Ernst Ploil, Dr. Maria Rennhofer, Dr. Edith Schlocker, Dr. Johanna Schwanberg, Dr. Virginie Spenlé, Mag. Karla Starecek, Dr. Florian Weiland Pollerberg, Gudrun Weinzierl, Dr. Hanne Weskott, Franz Zoglauer.