1/2010 - Spurensuche

01/10

Schwerpunktthema:Spurensuchen

Forschung in den Museen 
In den Museen wird wissenschaftlich gearbeitet. Nicht immer können die Erkenntnisse in eine Ausstellung fließen. Wenn nicht zufällig ein spektakuläres Ergebnis herauskommt, kann man auch keine Sensationen der Presse liefern. Dennoch, oder gerade deswegen wollen wir uns einmal damit auseinander setzen und diesen stillen Erfolgen ein Sprachrohr geben.

Paradigmenwechsel. Von der kaiserlichen Gemäldegalerie zum modernen Kunstmuseum
Wie sich die Gemäldegalerie des KHM zum Beispiel heute präsentiert ist ein langer Prozess, dem eine Geschichte der Museumsgestaltung vorausgeht. Ankauf von Kunstwerken und Provenienzforschung gehören ebenso dazu wie Geschenke und abenteuerliche Transaktionen. Ein groß angelegtes Forschungsprojekt beschäftigt sich unter der Leitung von Gudrun Swoboda mit der Entwicklung von der kaiserlichen Gemäldegalerie zum modernen Kunstmuseum.

Schöne Welt, wo bist Du. Zur Zeichnung des Spätklassizismus
Die zweitgrößte und zweitbedeutendste graphisches Sammlung Österreichs nach der Albertina ist das Kupferstichkabinett der Wiener Akademie, das vor allem im 19. Jahrhundert viele ungehobene Schätze birgt. Systematische Bearbeitungen von graphischen Sammlungen sind ein besonders umfangreiches und zeitintensives Unternehmen. Gerade die Zeichnung erlaubt einen besonders tiefen Einblick in den Entstehungsprozess und die Gedankenwelt des jeweiligen Künstlers. Soeben ist ein Band zur Zeichnung des Spätklassizismus heraus gekommen.

Im neuen Schaudepot des Belvedere. Korbinianaltar wiedervereinigt
Ein Schaudepot als neuen Standort für Forschung und Vermittlung leistet sich seit neuestem das Untere Belvedere. Im ehemaligen Prunkstall präsentiert sich das „Schatzhaus Mittelalter“ als Studiensammlung. Demnächst kann man dort den Korbinianaltar sehen, dessen Flügel 2007 bei einer Auktion von Christie’s ersteigert und erstmals in ergänzter und kompleten Version nun gezeigt wird.

Die Malkunst. Spurensicherung an einem Meisterwerk
Jan Vermeers Gemälde „Die Malkunst“ steht im Mittelpunkt einer Ausstellung. Neuerliche Fragen nach dem rechtmäßigen Besitz dieses Meisterwerks nach eventueller Restitution sind wieder aufgetaucht. Auch die Debatte um die Leihfähigkeit dieses berühmten Bildes. Genügend Aspekte, um einen spannenden Einblick in kunstwissenschaftliche Forschungen – von der Bildidee und den Motiven über Maltechnik und Restaurierung bis zu Rezeptionsgeschichte und Provenienz – zu geben.

Wiener Aktionismus. 
Der Wiener Aktionismus ist ein aktuelles Forschungsprojekt des Mumok, deren Sammlungstätigkeit den Schwerpunkt auf die 60er-Jahre gelegt hat. In den letzten Jahren wurden durch Ankäufe Bestandslücken gefüllt. Eva Badura-Triska arbeitet an einer Dokumentation, die im Herbst herauskommen soll.

Galerie der Straße. Dokumentationsfotografie der Wienbibliothek
Im Zuge der Recherchen zum zweiten Band der Dekadenreihe, der den Plakaten der 1950er-Jahre gewidmet ist, kam ein bisher kaum beachteter Bestand von Dokumentationsfotografien zur Plakatwertungsaktion der Stadt Wien zutage.