Weltrekord für Emilio Vedova im Dorotheum

01.06.17
Emilio Vedova (1919-2006) Tensione, N 4 V, 1959, Öl auf Leinwand, 145,5 x 196 cm

Im Dorotheum läuft derzeit die zweite der vier großen jährlichen Auktionswochen. Und das mit gewohntem Erfolg. Am Dienstag gaben Werke der Klassischen Moderne mit hohen Verkaufsraten den Takt vor, gestern fielen Weltrekorde zeitgenössischer Kunst.

Besonders bei der österreichischen Kunst konnte das Dorotheum am 30. Mai ausgezeichnete Verkaufserfolge verbuchen. So wurden Gemälde von Carl Moll, Alfons Walde und Albin Egger-Lienz weit über ihren Schätzwerten versteigert.

Den höchsten Preis der Auktion „Klassische Moderne“ erzielte eine Skulptur des italienischen Bildhauers Marino Marini, bekannt für seine Reiter- und Pferdedarstellungen, mit der der Künstler „der menschlichen Leidenschaft eine Form geben“ wollte. Der bizarre, beinahe vom Pferd fallende Reiter „Piccolo Miracolo“ (deutsch „Kleines Wunder“) erzielte 405.600 Euro. 

Informell in Höchstform

Am 31. Mai versammelte die Auktion „Zeitgenössische Kunst“ einen „Art Informel“ Schwerpunkt der Telefonbietergefechte und großes Interesse im gut gefüllten Saal anregte. Emilio Vedovas Großformat „Tensione“ (deutsch. „Spannung“) erreichte mit 792.500 Euro mehr als das Fünffache des Schätzwertes und damit auch den Weltrekordpreis für ein Werk des italienischen Hauptvertreters der informellen Kunst. Das 1959 datierte, museale Bild stammt aus der Blütezeit dieser „formlosen“, antigeometrischen, antinaturalistischen Kunst. (Siehe PARNASS 2017/2)

Auch das pastose Bild „Komposition“ von Nicolas de Stael aus 1950 und „Vegetaux“ (1957) von Jean Fautrier übertrafen alle Einschätzungen.

Die Informelle Kunst schließt damit an das langjährig bei zeitgenössichen Auktionen begehrte ZERO an und setzt einen neuen Investitionstrend.

Doch auch klassische Auktionsgäste wurden wieder überaus positiv wahrgenommen und erfolgreich verkauft. Josef Alberts, Lucio Fontana und Sigmar Polke konnten neben österreichischen Größen wie Erwin Wurm, Otto Muehl und Maria Lassnig sämtliche Erwartungen übertreffen. 

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