Spot on young Galleries

28.09.15

"Die Kunstwelt braucht neue Galerien", so der Züricher Galerist Beat Raeber in einem Interview für die Zeitschrift Monopol Anfang des Jahres.
Denn neben den Museen sind es vor allem die Galerien, die die Basisarbeit der Kunstwelt leisten. „Sie sind es, die Künstler entdecken, fördern, lenken und marktfähig machen, Künstler durch Täler begleiten und wieder aufbauen (...) Sie sind es auch, die am engsten am Kunden sind und Künstlerisches in Umgangssprachliches übersetzen“, so Magnus Resch in seinem jüngsten Buch „Management von Kunstgalerien“.
Wir haben uns für Sie nun auf die Suche gemacht und stellen Ihnen eine kleine Auswahl an jungen zeitgenössischen Galerien vor.

 

BÄCKERSTRASSE4

Der Aufbau einer jungen Sammlergeneration ist stets der Antrieb für Gabriele Schober, die 2008 die bäckerstrasse4 – plattform für junge Kunst gegründet hat. Die Besonderheit lag damals in der Auswahl der Künstler durch eine international besetzte Fachjury. „Nur auf junge Kunst zu setzen, war mit Sicherheit das größtmöglichste Risiko für eine Galeriegründung, aber es entsprach meiner Intention, genau dort anzusetzen, wo die Künstler nach ihrer Ausbildung Unterstützung benötigen, um sich in der Kunstszene zu etablieren. Neben der klassischen Galeriearbeit habe ich daher ein Konzept entwickelt mit Projekten, Auslandsaufenthalten und Artist in Residences, um Kuratoren und Partner für die junge Kunst zu finden und sie auch den Sammlern vorzustellen. Doch geht es mir auch darum ein neues, junges Sammlerpublikum aufzubauen, das jene Kunst kauft, die in ihrer eigenen Generation entsteht. Ich glaube einfach daran, dass wenn man Positionen vertritt, von denen man selbst als Galerist überzeugt ist – noch bevor sie am Markt ihren Preis haben – man langfristig Erfolg hat. Es ist eine grundsätzliche Entscheidung eine Galerie zu führen und das bedingt Ernsthaftigkeit, Kontinuität und Qualität – sowohl in der künstlerischen Arbeit als auch in jener der Galerie. Wir machen oft sehr aufwendige Installationen und das benötigt auch ein gutes Team.“

http://www.baeckerstrasse4.at

 

BECHTER KASTOWSKY

Für Eva-Maria Bechter und Robert Kastowsky zählt vor allem Nachhaltigkeit und Engagement. Beide haben sich in kurzer Zeit mit ihrer erst 2012 in der Wiener Gluckgasse eröffneten Galerie in der Kunstszene etabliert. Beide hatten bereits davor Galerieerfahrung gesammelt: Robert Kastowsky unter anderem bei Ernst Hilger und dann mit einem eigenen Projekt- und Galerieraum und Eva-Maria Bechter mit einer Galerie in Triesen, Liechtenstein, wo sie erfolgreich österreichische Kunst, vorwiegend Malerei, ausgestellt hat. Diesen Fokus setzen die Galeristen fort. Die enge und vor allem freundschaftliche Zusammenarbeit mit den Kunstschaffenden ist dabei ein zentraler Punkt, betonen beide: „Die Entscheidung in Wien eine Galerie aufzumachen ist mit den Künstlern gefallen, die sich für uns als Vertretung entschieden haben und die mit uns den Neustart in Wien begonnen haben.
Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, es ist eine Verantwortung den Künstlern gegenüber, die in uns ihr Vertrauen setzen. Wien hat viel zu bieten im Bereich Gegenwartskunst, doch die Dichte an Sammlern und Käufern ist weit überschaubarer als etwa in Deutschland. Für uns stand daher von Anfang an fest, nicht nur auf emerging artists zu setzen, sondern etablierte Positionen mit der Präsentation von junger Gegenwartskunst zu verbinden.“ An jungen Künstlern konnte die Galerie bereits Thomas Thyrion, Anneliese Schrenk oder Wiebke Kapitzky erfolgreich in der Kunstszene etablieren. Von schnellen Hypes halten die beiden Galeristen nichts. Mit der international agierenden Schweizerin Liliane Tomasko nehmen sie daher heuer eine neue Künstlerin ins Programm auf, die bisher noch nicht in Wien präsent war. Um mit einer Galerie erfolgreich zu sein, „muss man auch von den Künstlern, die man vertritt überzeugt sein und nicht nur ihre Marktposition sehen – die Leidenschaft für die Kunst ist eine wichtige Voraussetzung“.

http://bechterkastowsky.com
 

LISABIRD CONTEMPORARY

Die Skulptur als Medium wurde in der Galerie LISABIRD Contemporary seit der Gründung 2013 durch international renommierte Künstler wie Kevin Francis Gray und Alex Hoda geprägt. Nun zeigt die Galeristin Lisa Kandlhofer erstmalig den österreichischen Künstler Markus Redl, dessen Skulpturen aufgrund ihrer Materialität - Marmor, Kalkstein und Bronze - zu einer Art virtuellem Marker der Antike werden. Seine Arbeiten, die von einer repräsentativen Denkmallogik befreit sind, charakterisieren sich mehr durch Inhalt, Material und Sprache als durch eine fixe Formensprache: Von barock figürlich über formal streng bis hin zu konzeptionellen Formen reicht das Repertoire. Von der eigenen Oma als Motiv bis hin zu einem Zitat von Franz Xaver Messerschmidt mit goldenem KHM Fahrradhelm.

http://www.lisabird.at
 

FOTOHOF SALZBURG

Seit 2012 präsentiert sich der FOTOHOF am neuen Standort Inge-Morath-Platz. Das Raumkonzept wurde gemeinsam mit dem Architekturbüro „transparadiso“ gestaltet und vereint Ausstellungsraum, Artothek, Edition, Vermittlung und Bibliothek in offener, großzügiger Form. Noch bis 19. 9. sind hier Arbeiten des Schweizer Künstlers Beni Bischof zu sehen. Dieser gestaltet den FOTOHOF zu einem überbordenden Erlebnisraum, der Einblicke in seine prozesshafte Arbeitsweise erlaubt. Dada, Arte Povera und Appropriationskunst fungieren als Paten für seine nonkonformen Bildwelten, die er mit Ironie zu wandfüllenden Collagen und raumgreifenden Installationen verschränkt. Das Spiel mit Bildern und Materialien aus dem Alltag, in dem von Bischof eigens für die Ausstellung konzipierten Buch, lässt sich durchaus als Kritik und Korrektiv am gängigen Kunstbetrieb verstehen.

http://www.fotohof.at
 

HOFSTÄTTER PROJEKTE

Wien hat ein neues Labor, das sich mit Fragen zur Kunst als zeit­übergreifendes Kontinuum befasst: Hofstätter Projekte. 2014 von Anton Hofstätter gegründet, wird Hofstätter Projekte seither von Sophie Tappeiner geleitet. Präsentiert werden zeitgenös­sische Positionen, die sich auf den Dialog zwischen Alt und Neu sowie zwischen den Sparten der Kunst und der unterschiedlichen Medien einlassen – kurz: auf die Sammlung des Kunsthandels Reinhold Hofstätter. Die von Edelbert Köb kuratierte Eröffnungsausstellung hat Maurizio Nannucci bestritten. Er brachte das Konzept mit einer Neon­arbeit auf den Punkt: „All Art has been Contemporary“. Im Herbst zeigt Hofstätter Projekte Arbeiten von Constantin Luser, danach ist eine Ausstellung mit Tobias Rehberger geplant.

http://www.hofstaetter-projekte.com

 

KUNSTHAUS : KOLLITSCH

Anfang des Jahres 2014 wurde das KUNSTHAUS : KOLLITSCH am Ort des neuen Firmensitzes von Sigrun und Günther Kollitsch ins Leben gerufen und verfolgt seitdem den Anspruch, Arbeit mit Kunst auf hohem Niveau zu verbinden. Im extravaganten Ambiente der großzügig gestalteten, denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird im jährlichen Turnus Gegenwartskunst von jungen innovativen wie auch arrivierten Künstlerinnen und Künstlern präsentiert. Die wechselnden Ausstellungen werden mit Werken aus der Sammlung des Unternehmens ergänzt, einer Sammlung zeitgenössischer Kunst mit internationaler Ausrichtung. Sie umfasst Arbeiten in allen künstlerischen Medien wie Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation, Fotografie und Video. Die zweite Ausstellung „Schau 2“ wird von 29. 09. 2015 bis 08. 07. 2016 zu sehen sein.

http://kunsthaus.kollitsch.eu
 

GALERIE H

Die Off-Galerie im OÖ Zentralraum

Hanno Rauterberg, Kunstkritiker der „ZEIT“, schreibt im neuen Buch „Die Kunst und das gute Leben“: „Atmosphäre, Ereignis, Interaktion treiben die Normalisierung der Kunst voran. Sie ist nicht länger Gegenwelt, sie ist in der Welt.“ Um dieses „In-der-Welt-Sein“ geht es der Galerie H. Als „Flying Gallery“ vermittelt sie projektorientiert zeitgenössische Kunst mit Qualitätsanspruch. Partner sind Unternehmen unterschiedlichster Ausrichtung. Künstlerinnen und Künstler, die u.a. den Weg begleiten: Claudia Hirtl, Barbara Höller, Eva Wagner. Nächste Projekte mit Helmut Swoboda und Martin Veigl. Auf der Ideenliste: Anneliese Schrenk und Michela Ghisetti.

http://www.galerie-h.at
 

LOFT 8

Seit 2013 setzt Loft8 am Kreativstandort Brotfabrik erfolgreich Impulse in der Präsentation junger internationaler und österreichischer Kunst. Vom 22. 09. bis 23. 10. (Vernissage 19. 09) zeigt Loft 8 unter dem Titel „Elevator Paintings“ neue Arbeiten von Stylianos Schicho. Der Wiener Künstler inszeniert in seinen großformatigen Werken Mensch und Tier. Seine ausschnitthaften Bildwelten greifen unter Verwendung überdimensionaler Augenpaare, die den Betrachter ansehen, das „beobachtet sein“ auf. „Es fehlt immer einer im Bild und das ist der, der davor steht“, so Stylianos Schicho. „It,s so human“ zeigt im Anschluss (30. 10.–26. 11./Vernissage 29. 10.) porträthafte Zeichnungen von Jakob Kirchmayr. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Untersuchung gesamtgesellschaftlicher Zusammenhänge, die er mittels realistischer oder überzeichneter Darstellung visualisiert.

http://www.loft8.at
 

P.CONTEMPORARY

Im Zentrum von Perchtoldsdorf/Niederösterreich liegt die von der Kunsthistorikerin Michaela Seif 2014 eröffnete Galerie P.contemporary. In einem außergewöhnlichen Ambiente wird neben wechselnden Themenausstellungen auch eine Vielzahl an Werken in unterschiedlichsten Techniken und Formaten von aus Österreich und anderen europäischen Ländern stammenden zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern gezeigt. Diese Vielfalt und künstlerische Qualität sind der Galeristin ebenso wichtig wie sehr gute persönliche Beratung und Vermittlungsarbeit.
Ausstellungstipp: „Kraft der Linie“ mit Arbeiten von Regina Hadraba und Ernst Skrička.
Vernissage: Di 15. 9., 19 h
Finissage: Sa 17. 10., 10–15 h

http://www.pcontemporary.at
 

GALERIE KOPRIVA KREMS

Programmschwerpunkt der Galerie ist die österreichische Kunst nach 1945. Es stehen vor allem Künstler im Mittelpunkt des Interesses, die zu Lebzeiten geschätzt und erfolgreich waren, die aber nach ihrem Tod vom Vergessen bedroht sind. Johann Fruhmann ist dafür ein Paradebeispiel. Bereits 1951 stellte er im legendären „Art Club“ in Wien aus, viele nationale und internationale Ausstellungen folgten (1954 Biennale Venedig, 1964 Weltausstellung New York, 1965 Biennale Tokio, 1967 Weltausstellung Montreal). Die Galerie Kopriva übernahm den Nachlass des Künstlers und betreut auch die Nachlässe von Christa Hauer, Othmar Jaindl und Robert Schmitt sowie einen großen Teil der Werke von Walter Eckert, Grete Yppen und Alfred Biber. Neben der Herausgabe von Monografien organisiert die Galerie Museumsausstellungen für diese Künstler (z. B. im Leopold Museum Wien, NÖ-Landesmuseum St. Pölten, Kunsthalle Krems).Vor zwei Jahren übersiedelte die Galerie in neue Räumlichkeiten im Zentrum von Krems. Dort besteht nun die Möglichkeit neben den aktuellen Ausstellungen auch eine Dauerpräsentation mit Werken der Künstler zu zeigen, die exklusiv von der Galerie Kopriva betreut werden.

http://www.kopriva-kunst.com
 

ZS ART GALERIE

Eduardo Vega de Seoane / Guido Zehetbauer-Salzer „Schwerelos“

Seit ihrer Gründung im April 2009 hat sich die Galerie mit interdisziplinären Kunstprojekten und einem breitgefächerten Programm mit internationalen und österreichischen Künstlern in der Wiener Galerieszene positioniert. Im Herbst zeigt die Galerie neue Arbeiten von Eduardo Vega de Seoane und Guido Zehetbauer-Salzer. Gerade noch gegenständlich, skizziert der Künstler die ruhige Kraft der Bäume. Von der kathedralen Gelassenheit des Waldes fasziniert, intoniert sein Duktus, mit pulsierender Farbigkeit, die geräuschvolle Stille der dekonstruktivistisch organischen Strukturen. Guido Zehetbauer-Salzers impressive Waldexpressionen sind Oasen außerhalb der Zeit. Mit der Freiheit des Windes navigiert der spanische Künstler Eduardo Vega de Seoane schwerelos seine sanften Farbformationen.
Die Ausstellung läuft von 16. 9. bis 3. 11. 2015.

http://www.zsart.at
 

HOLLEREI GALERIE

Die Hollerei Galerie zeigt leistbare Kunst ausgewählter junger Kunstschaffender, um einen Schwellenabbau im Kunstkauf zu ermöglichen. Ausgestellt werden unterschiedliche Arbeiten sowie Druckeditionen, wodurch auch Einstiegssammler und -sammlerinnen ein Zugang zu hochwertiger Kunst geboten wird.

Die Hollerei Galerie wurde Anfang 2015 von Margit und André Stolzlechner gegründet, und liegt gegenüber ihres Stammlokals „Hollerei“ im 15. Bezirk – wodurch außergewöhnliches Catering für die Eröffnungen garantiert ist. Die Galerie versteht sich als Kulturnahversorger, der außerhalb des Stadtzentrums auf aufstrebende lokale und internationale Kunstschaffende aufmerksam macht.

http://hollerei-galerie.at
 

OSME GALLERY

Nach mehreren Jahren Tätigkeit in der Londoner Kunstszene und Kunstmessen weltweit, gründeten Othmar Schimek und Sandra Jakovcic Anfang des Jahres die OSME Gallery in Wien. Für die nächste große Ausstellung im Oktober gelang es den international renommierten Künstler Nicolas Pol zu gewinnen. Seine unter Sammlern begehrten Werke werden von der OSME Gallery erstmals in Wien und auf der SCOPE in Miami präsentiert. Nicolas Pol, 1977 in Paris geboren, studierte an der École Nationale des Beaux-Arts und an der Sorbonne. Seine Arbeiten wurden bei großen Soloausstellungen unter anderem in New York, London, Mailand und São Paulo gezeigt. Für die Ausstellung in Wien entwickelte der Künstler ein Gesamtkonzept mit einer neuen Serie großformatiger Werke auf Leinwand. Unter dem Titel „NICOLAS POL – HURTS TWICE AS MUCH“ werden diese ab dem 1. Oktober in der OSME Gallery ausgestellt.

http://www.osme.at
 

GALERIE. ATELIER. SAELI

Einfach, klar und schön sind die Werke von Saeli, welche in der Grazer Galerie ausgestellt werden. Galerie.Atelier.Saeli wurde 2014 von den Künstlern Elisabeth Saurugg und Jan Benesch gegründet. Neben der Präsentation von Eigen- und Fremdwerken liegt der Fokus auf dem hauseigenen Atelier, das einen Einblick ins aktuelle Schaffen ermöglicht. Zeitlos offenbaren sich die mit Tadelakt veredelten Werke zusammen mit den ästhetischen Plastiken aus Keramik und Bronze von Elisabeth Saurugg und sichern sich dabei ihren exklusiven Stellenwert im Hier und Jetzt. Das immer wiederkehrende Thema der Beweglichkeit und Starrheit des Lebens, festgehalten in den Bildern und Skulpturen, zieht sich wie ein roter Faden durch die Werke von Jan Benesch. Galerie.Atelier.Saeli bietet Befriedigung für Körper, Geist und Seele.

http://www.saeli.at

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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