Sisis Verlobungsgeschenk an den Kaiser wird versteigert

16.03.17
Carl Theodor von Piloty (1826-1886) und Franz Adam (1815-1886) Elisabeth von Österreich als Braut zu Pferd in Possenhofen 1853, Öl auf Leinwand, 128 x 108 cm, © Dorotheum

Ein bedeutsames Porträt der späteren Kaiserin Elisabeth von Österreich wird am 27. April 2017 im Dorotheum in Wien versteigert. 

Bis zum Tod Kaiser Franz Josephs I. hing es über seinem Schlafzimmer-Bett: Ein historisch bedeutsames Gemälde, das Weihnachtsgeschenk von Sisi, der späteren Kaiserin Elisabeth von Österreich, an den Kaiser im Verlobungsjahr 1853, steht im April im Dorotheum zur Auktion. Mehr als 150 Jahre war es in Habsburgischem Privatbesitz gewesen.

Das Bild zeigt die 15-jährige Herzogin in Bayern, "die allerhöchste Kaiserbraut", hoch zu Ross vor dem elterlichen Schloss Possenhofen und dem Starnberger See. Das Gemälde hing rund 60 Jahre lang über dem Bett des Kaisers in der Wiener Hofburg – was dessen immense Bedeutung unterstreicht. Mit der Ausführung des Portraits betraute Herzog Max in Bayern, Sisis Vater, zwei der bedeutendsten Maler ihrer Zeit, den deutschen Historienmaler Carl Theodor von Piloty und den für seine Pferdedarstellungen berühmten Künstler Franz Adam. Eine spätere Variante dieses Sisi-Gemäldes befindet sich in der Kunstsammlung Thurn und Taxis in Regensburg, und eine Kopie davon hängt am originalen Platz in der Wiener Hofburg. Der Schätzwert des Bildes beträgt 300.000 bis 350.000 Euro.

Expertin Dimitra Reimüller, Leiterin der Abteilung Gemälde des 19. Jahrhunderts im Dorotheum und Dorotheum Kaiserhaus-Experte Georg Ludwigstorff sprechen bei dem nun im Auktionshaus angebotenen Bild von einer Sensation. Das Bildnis der "allerhöchsten Kaiserbraut", in der Habsburgischen Familie als "Verlobungsgeschenk" tituliert, wurde vom Kaiser an seine Tochter Marie Valerie vererbt. Danach verloren sich für die Öffentlichkeit die Spuren eines für Kaiser Franz Joseph wohl bedeutendsten persönlichen Gegenstandes.

Im "Fremdenblatt", Ausgabe Nr. 308 vom 29. Dezember 1853, wird das Gemälde als "Christgeschenk an seine Majestät den Kaiser von Österreich" erwähnt und als prachtvolles Kunstwerk geschildert. Auch Egon Caesar Conte Corti beschreibt in seiner Biographie über Kaiserin Elisabeth den ersten gemeinsam verbrachten Weihnachtsabend des Paares, der gleichzeitig auch der 16. Geburtstag Sisis war. Kaiser Franz Joseph hatte es sich nicht nehmen lassen eigens nach München zu kommen. Die Verlobten sollen sich wechselseitig Bilder überreicht haben, beide jeweils auf einem Pferd sitzend dargestellt, womit sie ihre gemeinsame Leidenschaft für den Reitsport offenbarten.

Sisi, Spross einer pferdebegeisterten Familie, war mit 30 Jahren eine der besten Dressurreiterinnen Europas und nahm in England an kühnsten Jagden teil. Willensstärke und Reitleidenschaft – zwei im Bild eingefangene Wesenszüge der späteren Kaiserin – machen den emblematischen Charakter dieses wichtigen, von den renommierten Künstlern Theodor von Piloty und Franz Adam gemalten Werkes aus.

Auktion Gemälde des 19. Jahrhunderts
27. April 2017

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