HIGHLIGHTS Internationale Kunstmesse München 2016 – Ein Messe-Rückblick

01.11.16

Sammler und Museen waren begeistert von der HIGHLIGHTS 2016 – und auch die Aussteller zeigten sich zufrieden. „Die HIGHLIGHTS ist im deutschsprachigen Raum einzigartig“, so Eberhard Kohlbacher von Wienerroither & Kohlbacher. „Keine andere Kunst- und Antiquitätenmesse hat diese Konzentration an Qualität und Top-Händlern wie die Münchner Verkaufsschau.“ Das auf ihrem Stand prominent platzierte Gemälde Franz Marcs „Katzen im Körbchen“ von 1911 wurde nicht nur in der FAZ groß abgebildet, sondern ging für etwas mehr als 1 Millionen Euro in eine Privatsammlung. Insgesamt war der Großteil der 44 Aussteller mit den Verkäufen zufrieden. Bereits während der Vernissage konnten zahlreiche Objekte veräußert werden. Stark gefragt waren bedeutende Werke des Expressionismus. Für knapp einen halbe Million Euro verkaufte Galerie Thomas aus München Gabriele Münters frühes Gemälde „Blick aus dem Fenster“. Für Beträge im unteren sechsstelligen Bereich wechselten Emil Noldes farbsubtiles Aquarell „Mond über der Marsch“ von 1920/30 bei Thole Rotermund und Otto Muellers große, apart durchkomponierte Papierarbeit „Mädchenakt“ aus den frühen 1920er-Jahren bei Galerie Schwarzer die Besitzer. Zahlreiche Museumskuratoren und -direktoren auch aus Wien verschafften sich einen Überblick über das hochkarätigste Angebot der HIGHLIGHTS. Dr. Bernhard Maaz, Direktor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, sieht in einer Messe wie dieser nicht nur einen kommerziellen Aspekt: „Als Teil einer Kultur im Umgang mit Kunst ist eine Messe wie die Highlights gerade für einen starken Wirtschaftsstandort Deutschland gar nicht hoch genug zu schätzen. Der Anteil an alten Meistern mag im Kunsthandel geringer geworden sein, aber als Museumsmann finde ich es äußerst spannend, wie die Nachkriegskunst und die Kunst der 1960er-Jahre – sowohl aus musealer Perspektive als auch unter dem Blickwinkel des Marktes – neu gesehen und bewertet wird. Messen sind auch Seismographen für Veränderung". Dass die Kunst dieser Zeit in der Gunst der Sammler steht, spürten zahlreiche Aussteller. Jeweils für sechsstellige Summen verkauften Galerie Schlichtenmaier die nuancenreiche von 1967 stammende rote Leinwand „464/67“ von Rupprecht Geiger sowie Galerie Ludorff das große Kissenbild „Yellow“ von Gotthard Graubner. Die Galerie Française, die zum ersten Mal teilnahm, überzeugte mit einem marktfrischen Gemälde von Serge Poliakoff von 1964. Sammler alter Kunst imponierte die außergewöhnliche Qualität von Möbeln, Silber und Bildhauerkunst. Porcelain Langeloh konnte bereits am Vernissage-Abend die um 1740 in Meissen ausgeführte Figur „Hofnarr Fröhlich“ nach einem Entwurf von Johann Joachim Kaendler sowie eine kleine Meissen-Tazza von 1735 mit Bemalungen von Christian Friedrich Hörold verkaufen. Ebenso überzeugte Möbel- und Interieurspezialisten Christian Eduard Franke unter anderem mit einer Thüringer Pfeilerkommode aus der Goethe-Zeit, dekoriert mit mehreren Silhouettenporträts und Peter Mühlbauer mit einem Augsburger Renaissance-Kabinett von ca. 1580 mit intarsierten Architektur-Szenen.

Fotografie auf der HIGHLIGHTS 2016
Stark beachtet wurde das Fotografie-Angebot. Die Galerie Stephen Hoffman konnte kurz vor der Messe ein direkt aus dem Nachlass stammenden, einmaligen Vintage-Abzug von Philippe Halsmanns Porträt Winston Churchill von ca. 1950 erwerben, der für einen fünfstelligen Betrag in eine süddeutsche Sammlung ging. Bei der Galerie Faber waren die Klassiker der Fotografie, etwa Arbeiten von André Kertész oder Man Ray im Preisbereich zwischen 5.000 und 15.000 Euro gefragt. Mit einem deutschen und einem amerikanischen Museum verhandelt der Wiener Fotospezialist derzeit über die 2,8 Millionen Euro teure Kollektion mit 70 Motiven von August Sander, die der Porträtist mit sozialem Scharfblick 1961 anlässlich der Verleihung des deutschen Kulturpreises noch einmal abgezogen hat. 

Zufriedenes Resümee
Der neue HIGHLIGHTS-Co-Geschäftsführer Dr. Alexander Kunkel, dessen gerade entdeckte Studie zu Franz von Stucks Gemälde „Luzifer“ zum Preis von 240 000 Euro starkes Interesse von drei öffentlichen Institutionen hervorgerufen hat, ist sehr erfreut, dass Sammler und Museen die Messe wieder so positiv aufgenommen und sich gerade im mittleren Preissegment sehr entschlussfreudig gezeigt haben. Sein Resümee: „Wir freuen uns, dass so viele Stamm-Aussteller München die Treue halten und die neuen Galerien sehr gut angenommen wurden.“ 

HIGHLIGHTS 2017
Für 2017 strebt die HIGHLIGHTS eine Verdichtung auf dem Gebiet der alten Kunst, die dem aus derzeit zehn renommierten Händlern bestehenden Kuratorium besonders am Herz liegt, an. Die nächste HIGHLIGHTS Internationale Kunstmesse München findet vom 25. bis 29. Oktober 2017 wieder im Kaiserhof der Residenz statt.