Finis

29.09.14

Janz Franz, We will rock you, 1997. Dispersion auf Leinwand, 150 x 150 cm (Foto © Galerie Altnöder)

Eine Galerie verabschiedet sich

Nach 30 Jahren Galerietätigkeit haben Heidi und Ferdinand Altnöder beschlossen, sich neu zu orientieren. Mit Jahresende wird die Galerie ihre Ausstellungstätigkeit einstellen.

Im Herbst 1984 gegründet, zeigte die Galerie Altnöder bis heute über 370 Präsentationen. Die letzte Ausstellung „FINIS” bietet vieles in wechselnder Folge zu reduzierten Preisen. Schwerpunkte der Präsentation sind Kunst von Außenseitern, das Werk von Janz Franz, der Bildhauer Otto Eder dessen Nachlaß die Galerie betreut, viele, zum Teil auch aktuelle Arbeiten, von Alois Mosbacher, Bruno Gironcoli und wie immer auch aus der jungen Szene wie von Christian Eisenberger oder Michael Ziegler.

Zehn Prozent des Gewinnes stellt das Galeristenpaar einem Bettlerprojekt zur Verfügung.

Begonnen hat die Galerie als gemeinsame Gründung von Heidi und Ferdinand Altnöder am 17.10.1984 mit einer erfolgreichen und viel beachteten Ausstellung zur „Österreichischen Malerkolonie Zinkenbach (1930-1938)”. Ferdinand Altnöder beschränkte sich in Folge auf die österreichische Moderne als Arbeitsfeld, die er in Wien kennen und schätzen gelernt hatte. Anfangs gemischt mit Kunst aus der Zwischenkriegszeit (Franz Sedlacek, Mitgliedern der Künstlervereinigung Hagenbund und der 10-jährigen Befassung mit dem Nachlass von Fritz von Herzmanovsky-Orlando), setzte sich die Kunst nach 1950 im Programm durch. Eine Spezialität der Galerie blieb allerdings die intensive Auseinandersetzung mit dem Werk des österreichischen Zeichners Alfred Kubin.

Der Bogen der Präsentationen der Galerie spannte sich weiter zu Künstlern, die seit den 50er-Jahren Herausragendes leisteten wie Hrdlicka, die Schule um Fritz Wotruba und der Kärntner Bildhauer Otto Eder (1924-1982). Von Letzterem erwarb die Galerie Nachlass und Rechte und publizierte nach mehrjähriger Forschung sein Werk in einer umfassenden Biographie. Andere innovative Zeitgenossen wie Oswald Oberhuber, Roland Goeschl, der Mitbegründer der „Wiener Gruppe” Gerhard Rühm und Bruno Gironcoli prägten das Programm der Galerie.

Die Künstler der 80er-Jahre vertraten u.a. Alois Mosbacher, Johanna Kandl, Josef Kern, Thomas Stimm, Ingeborg Strobl, Suvat, Elmar Trenkwalder und dann der Ausnahmekünstler Janz Franz, der eine besondere Herausforderung für die Galerie war: „Ein anstrengendes Auf und Ab in der Beziehung, die nur durch das einzigartige, herausfordernde Werk des Künstlers hielt” (Ferdinand Altnöder).

Seit Bestehen hielt die Galerie Kontakt zur jungen Szene, immer wieder mit Entdeckungen wie Johann Pollhammer, Michael Ziegler, Maria Bussmann, Christian Eisenberger oder zuletzt Peter Fritzenwallner.

Art brut, die Kunst von Außenseitern mit den Künstlern aus Gugging oder Josef Karl Rädler, war seit vielen Jahren ein Schwerpunkt der Galerie. N.N., Prager und Schmid waren weitere Vertreter der Kunst von Außenseitern, die auch dank der Biennale 2013 immer mehr Beachtung findet. „Ihre Kunst” so ist Ferdinand Altnöder überzeugt, ”könnte das Programm jeder Galerie bereichern”.

„Wir danken unseren Sammlerinnen und Sammlern für Ihr Vertrauen und für die vielen guten Begegnungen. Eine Galerie zu führen war nicht einfach, aber etwas Feines“, so Ferdinand Altnöder.

 

 

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