Ein Nachbericht zur 93. Kunst und Antiquitäten München

02.05.16

Vom 23. April bis 1. Mai 2016 fand die Kunst und Antiquitäten Messe in München statt. Insgesamt 65 Aussteller präsentierten im Festsaal des Paulaners am Nockherberg eine breite Vielfalt an Kunstobjekten. Die älteste regionale Messe Süddeutschlands zeigt sich sehr familiär und weltoffen. Neben langjährigen Stammausstellern, waren auch Neuzugänge zu finden, darunter auch Gregor von Seckendorff Kunsthandel aus Bamberg und De Glazen Kast aus Belgien. Trotz schwankender Besucherfrequenz erfreute sich ersterer über gute Verkäufe und neue Kundenkontakte, was nicht zuletzt auch an seinem Angebot an exquisiten Antiquitäten und Gemälden des 19./20.Jh. lag.
Kunsthandel De Glazen Kast konnte für das erste Mal gute Kundenkontakte knüpfen und setzte mit seinen Vintage-Sonderstücken und seinen Ravage-Arbeiten neue Trends. Eines seiner Highlights war eine limitierte Grima OMEGA Armbanduhr aus dem Jahr 1965, bestehend aus 140 Gramm Gold aus der „Emerald Collection deVille“ um 11.500 Euro. Zahlreiche Papierarbeiten des Künstlerduos „Ravage“ aus den Niederlanden fanden hier einen neuen Käufer und auch die im Atelier Bocquel gegossene Bronze-Skulptur „Parure“ (2006) lockte zahlreiche Interessenten an den Stand.
Zu den langjährigen Stammausstellern zählte u.a. der Kunsthandel Inselgalerie Gailer. Seit 1975 auf der Messe vertreten, präsentiert dieser die Münchner Schule und die Chiemsee Malerei. Nebenbei unterstützt die Galerie auch zeitgenössische Künstler wie derzeit Reinhardt Grimm (*1965), der mit einer Auswahl an kinetischen Objekten den Stand bereichert hat.
Kunsthandel Nüdling schätzt vor allem das Ambiente und die enge Verbindung zu den Stammkunden auf der Messe. Das exklusive Angebot an Schmuck und Silber lockte so manchen Interessenten an den Stand. Eine Brosche von Boucheron mit hellblauen Vergiss-mein-nicht aus den 50er-Jahren zählte u.a. zu den Besonderheiten des Standes. Einen Trend sieht Frau Nüdling derzeit im signierten Vintage-Schmuck der 50er- und 60er Jahre, dem strengen Art-Déco-Schmuck der 30er-Jahre und dem frühen Tiffany-Silber der 20er Jahre.
Kunsthandel Brigitte Martini ist schon 16 Jahre dabei. Auf ihrem Stand fanden sich auch Stücke afrikanischer Kunst und der Arte Povera. Für die Inhaberin ist in erster Linie die „Zufriedenheit der Kunden der Erfolg der Händler“.
Zu einer regionalen Kunstmesse gehört natürlich auch christliche Kunst. Bei Galerie V. Puch fand sich u.a. eine Salzburger Madonna um 1470. Die originale Fassung hatte dafür auch seinen Preis: 28.000 Euro kostete das schöne Stück und erfreute sich vieler Interessenten.
Bei den österreichischen Ausstellern glänzte vor allem Walter Moskat mit seinen Uhren von musealer Qualität, wie z. B.  eine Kutschenuhr aus den 1750er-Jahren von Johann Georg Mayer aus Friedberg um 20.000 Euro oder diversen Schmuckuhren, ebenfalls aus dieser Zeit, aus dem deutschen oder französischen Raum. Darunter ein signiertes Stück von Gottfried Torbach, München. Ein Museum hat bereits Interesse bekundet. Bei Ludwig E. Wimberger fand sich wiederum ein entzückendes Modell einer Bierbrauerei von George Carette wieder. Das Highlight des Standes war aber ein Ölgemälde Oskar Mulleys „Garmisch“ um 88.000 Euro.
Andreas Ramer, Veranstalter der Messe, freut sich trotz schwankender Besucherzahlen über positives Feedback. „Dass wir keine Schwellenangst haben ist eine unserer Stärken. Eine weitere, dass wir ein breites Spektrum an Kunst anbieten können, auch Volkskunst und deswegen auch sehr viele österreichische Händler zu uns kommen. Unsere Messe weckt Entdeckerfreude und man hat die Chance nicht nur die Ware, sondern auch die Person, die dahintersteht, persönlich kennenzulernen.“ Lange muss man auf die nächste Messe nicht warten, denn die nächste „Kunst und Antiquitäten München“ findet bereits im Herbst statt. Zunächst noch im Paulaner am Nockherberg. Zwei Messen lang wird der Standort noch genützt werden, dann läuft der Pachtvertrag aus. Die Suche nach einer neuen Location ist bereits im Laufen. Vor allem wird nach einer langfristigen Perspektive gesucht, was innerstädtisch und am Messegelände sehr schwierig ist. Auch eine Fusionierung mit dem Postpalast steht im Raum. Kann man also nur hoffen, dass die charmante Kunst und Antiquitäten München weitere 95 Messen überdauert.