Das war die ART VIENNA 2017

27.02.17
Oswald Oberhuber, "Ohne Titel", 1953

Zufriedene Galeristen und Sammler verließen vergangenes Wochenende zahlreich das Leopold Museum in dem die Art Vienna von 23. bis 26. Februar ihr Messe Debüt gab – ein neues Konzept in bekannter Umgebung.

Dass die Symbiose von Leopold Museum und einer Kunstmesse eine erfüllende Kulisse sowohl für Aussteller als auch für Besucher und Käufer ist, hat seit 2011 bereits die Art Austria bewiesen. Für diesen März wählte Wolfgang Pelz jedoch das Palais Lichtenstein als Rahmen seiner Messer, das Leopold hatte sich unterdessen entschieden MAC Hoffmann, Ausrichter der Art & Antique in Wien und Salzburg, als Messepartner nachzurücken. Man wählte das Messerkonzept von Alexandra Graski-Hoffmann, das vor allem einen Bogen zur Gegenwartskunst und jungen Szene spannen wollte und in klassischem Rahmen möglichst international auftreten. Ob der kurzen Planungszeit und der vorsichtigen Skepsis um die neue Messe unter den eingeladenen Galerien musste diese jedoch einzelne Programmabstriche in Kauf nehmen. Anstelle der über 40 geplanten Aussteller zeigten sich dieses erste Mal nur 34, darunter aber immerhin auch sechs Vertreter aus dem Ausland, wie etwa die Galerie Robert Dress aus Hannover oder die Berliner Galerie Martin Mertens.

Die Kojen präsentierten sich dabei vor allem vielfältig, bekannte Namen reihten sich teilweise gekünstelt und zusammenhanglos aneinander, durchbrochen von gezielten Gegenüberstellungen. Ein moderates Preisniveau und solide Vertreter der Klassischen Moderne sowie der jüngeren Kunstgeschichte überzeugten jedoch, denn die hohen Verkaufsquoten sprechen für sich.

Für den flanierenden Besucher waren allen voran die Solo-Präsentationen beeindruckend. Wie Zoran Mušič bei der Galerie Magnet oder die von Andrea Jünger (Galerie Jünger) gezeigte Schau von Rudolf Goessl. Die Galerie Sundheimer überzeugte vor allem mit Arbeiten auf Papier, während Elisabeth & Klaus Thoman ihren vorgegebenen Raum, mit Blättern unter anderem von Oswald Oberhuber, gewagt mit einem Designobjekt, entworfen von Walter Pichler, aufbrachen.

Ein Rundgang durch die Messe bot unterschiedlichstes. Das Konzept hinter der Standarchitektur entstand, wie auch schon für die viennacontemporary, in Zusammenarbeit mit der Firma museom. Vom ruhigen Atrium im Erdgeschoss legte man den Pfad erst durch Klassiker der Moderne, wie Wilhelm Thöny bei Giese & Schweiger, Carl Moll vertreten durch Kolhammer & Mahringer Fine Arts, oder André Verlon, der mit großem Interesse und Zuspruch wahrgenommen wurde und dessen Ausstellung in der Galerie Hieke auch im kommenden PARNASS 1/2017 thematisiert wird.

Das erste Untergeschoss betrat man dann über ein hochwertiges und doch wildes Potpourri der ZS Art Galerie und Panarte/Galerie Leonhard um sich weiter den Weg vorbei an den intellektuellen Arbeiten der in Basel geborenen Künstlerin Nives Widauer, gezeigt von der OSME Gallery, zu bahnen.

Durch die Kooperation mit der PARALLEL VIENNA, mit dem unter anderen gezeigten Christian Rosa als längst etablierte Marke für sich, konnte der gewünschte Dialog mit der jungen zeitgenössischen Kunst gelungen angesetzt werden. So zeigte die Galerie 3/Flux 23 die Schülerin Daniel Richters Maria Legat. Die aus London angereiste Galerie Other Criteria offerierte erschwingliche Drucke von Damien Hirst, während Kun Kelemen Fine Arts aus Bratislava mit lauten Plastiken von Sam Havadtoy ins Auge Sprang.

Optisch verschwammen die Grenzen der einzelnen Aussteller und Künstler teilweise, wie das Haus in seiner Gleichzeitigkeit von Museum und Messeaustragungsort sich überhaupt gegen zu eindeutige Labels auflehnt. Das Publikum schien die diversen Zusammentreffen jedoch zu begrüßen, die Besucherzahlen übertrafen sämtliche Erwartungen. Trotz klarer Verbesserungsansätze für das kommende Jahr, allen voran bezüglich (internationaler) Ausstellerakquise und Präsentation, scheint der Testlauf der jungen Kunstmesse allenfalls gelungen und es gilt wohl den Februar in den Wiener Kunstmessekalender aufzunehmen.

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