Auktionsergebnis von 8,2 Millionen: Die 120. Auktion im Kinsky

15.12.17

Die letzte Auktion 2017 wurde im Kinsky wieder zu einem Fest der Kunst! Egon Schiele und Oskar Kokoschka, Werner Berg und Norbertine Bresslern-Roth, die Wiener Werkstätte und die internationalen Stars Maria Lassnig und Franz West zogen die Sammler an und verleiteten zu großartigen Bietergefechten in vollem Auktionssaal! Mehrere Rekord- und Spitzenpreise rundeten die Auktion ab, die ein Ergebnis von über € 8,2 Mio (inkl. Aufschlag) einspielte!

 

KLASSISCHE MODERNE (5. 12.)

Egon Schiele fasziniert einfach immer! Die lebendige wie treffend charakterisierende Zeichnung des jungen Kunsthändlers Paul Wengraf erzielte einen neuen Rekordpreis für ein männliches Porträt von € 250.000 / € 315.000! Sein Weggefährte und der einstige „Oberwildling“ der jungen Moderne,  Oskar Kokoschka, verführte mit seinem schlafenden Mädchen von 1907 zu einem Zuschlag von € 170.000 / € 214.200.

Ein Klassiker des Kunstmarktes und von bleibender Aktualität ist das Motiv des Auracher Kirchleins von Alfons Walde. Die besonders schöne Version war dem neuen, internationalen Sammler € 220.000 / € 277.200 am Ende wert! Für dieses kleine Format ein absoluter Rekord!

Hoch bewertet wird unter Sammlern auch die Eigenart des Malers Werner Berg, der die Einsamkeit in Kärnten suchte und Landschaft in zauberhafte wie magische Bilder verwandelte. Die Winterlandschaft erreichte € 160.000 / € 201.600, der Spaziergang bei Gewitter stolze € 130.000 / € 163.800 und der einsame Bauernhof € 110.000 / € 138.600. Die Suche nach unverwechselbaren Handschriften befriedigt auch Norbertine Bresslern-Roth, deren wilde Ponys einen markanten Schlusspunkt einer erfolgreichen Auktion setzten: Sie verdoppelten – fast schon in gewohnter Weise – den Startpreis auf € 140.000 / € 176.400.

 

JUGENDSTIL (5. 12.)

Die Marke „Wiener Werkstätte“ bestätigte auch dieses Mal ihre bleibende Anziehungskraft für Sammler und ihren zeitlosen Wert!  Dagobert Peches Entwurf für einen geschnitzten und vergoldeten Spiegelrahmen war erstmals in Original zu erwerben und dem neuen Besitzer gleich € 50.000 / € 63.000 wert! Die Erwartungen erfüllte auch Josef Hoffmann mit dem eleganten Dekor von weiß und schwarz einer Tischlampe mit sehr reduziertem weiß/schwarzen Dekor! Das Überbieten des Startpreises von € 8.000 auf € 20.000 / € 25.200 war fast schon selbstverständlich. Michael Powolny, der eigentliche Erfinder des schwarz/weiß Dekors, reüssierte mit seinen bunten Jahreszeitenputti mit Spitzenpreise bis zu € 26.000 / € 32.700.

Die internationale Variante des Art Déco war mit Bruno Zach vertreten, dessen reizvolle Damen in Kombinationen von Bronze und Elfenbein einmal für € 35.000 / € 44.100 und mit Zigarette sogar für € 45.000 / € 56.700 gehandelt wurden.

 

ZEITGENÖSSISCHE KUNST (6. 12.)

Maria Lassnig war wie zu erwarten der Star der letzten Auktion Zeitgenössische Kunst im Jahr 2017! Das Bild des jungen Ehepaares Resch ist fraglos ein bedeutendes Dokument ihrer Kunst und gelangt nun € 210.000 / € 264.600 in eine internationale Sammlung.

Große Aufmerksamkeit wurde dieses Mal der Skulptur zuteil, die mit besonderen Stücken vertreten war. Franz Wests Papiermaché-Skulptur Nippes war mehreren Sammlern ein Wunschobjekt und kletterte in schnellem Wechsel auf € 145.000 / 182.700 hinauf! Ein Gustostückerl des internationalen Marktes bot die wunderbare Marmorskulptur einer Sitzenden von Balthasar Lobo, der seine Freundschaft mit Jean Arp nicht leugnen kann. Der Zuschlag fiel erst bei € 100.000 / € 126.000,  genauso wie beim Torso von Fritz Wotruba, ein ausgezeichnetes Beispiel für seine Formreduzierte Körpersprache.

Neue Preisstandards wurden Gemälde von Wolfgang Hollegha und Markus Prachensky zugesprochen, was den steigenden Wert dieser „Klassiker“ mit ihrer unverwechselbaren Bildsprache nur bestätigt.

Der Nachverkauf läuft noch bis Anfang Januar.

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