ART VIENNA 2017

21.02.17
23.02.2017 bis 26.02.2017
ART VIENNA 2017
Leopold Museum im MuseumsQuartier
1070 Wien
Österreich

Öffnungszeiten:

23. Februar 2017, 11-21 Uhr
24.-26. Februar 2017, 11-19 Uhr

Kontakt: 

M.A.C. Hoffmann & Co GmbH
Hofburg-Schweizertor
PF 22, 1016 Wien

Vom 23. bis 26. Februar findet zum ersten Mal die ART VIENNA statt. Neben dem Schwerpunkt Zeitgenössischer Kunst wird auch der Klassischen Moderne Platz gegeben. Der Veranstaltungsort, das Leopold Museum, dient als Brückenschlag zur avancierten Moderne und Gegenwart und versammelt österreichische Galeristen und Händler, sowie ausgewählte internationale Aussteller.

Zu letzteren zählt die Galerie Robert Drees aus Hannover, die eine 51 cm hohe Büste „Dama del dit al Nas“, 2014, aus polychromiertem Polyester-Harz, von Gerard Mas (* 1976) zeigt und die aus einem Holbein-Porträt entsprungen zu sein scheint.
Die Galerie Florian Sundheimer aus München präsentiert eine Grafik von Georg Bernsteiner, in der Alltagsgegenstände wie versunkene Relikte erscheinen.
Den 1965 in Bristol geborenen Damien Hirst, prominentester Vertreter der Young British Artists und Gewinner des Turner Prize 1995, findet sich in der Londoner Galerie Other Criteria wieder.
Die Berliner Galerie Martin Mertens hat sich in ihrem Programm der jungen internationalen Kunst verschrieben. Diese Vielfalt zeigt sich auch in den angebotenen künstlerischen Medien: gegenständliche und abstrakte Malerei, Fotokunst, Objektkunst und Installation. Poetisch verspielt zwischen abstrakt und konkret balanciert dabei der Italiener Robert Bosisio seine Vermeer-Hommage von 2015, auf der aus dem Farbnebel der Leinwand das Mädchen mit dem Perlenohrring aufzutauchen scheint.
Und die Galerie Alessandro Casciaro aus Bozen setzt in ihrem Programm nicht nur auf junge Talente, sondern auch auf etablierte Zeitgenossen, darunter etwa Arnold M. Dall’O, Andrea Facco, Hubert Kostner, Urs Lüthi, Kinki Texas sowie den Südtiroler Lois Anvidalfarei, von dem eine Bronze mit dem Titel „Expecto“, 2015, ausgestellt wird.

Zahlreich sind auch die österreichischen Händler vertreten.
Die Galerie nächst St. Stephan wie auch die Galerie Jünger aus Wien zeigen u.a. Werke von Rudolf Goessl, dem erst im letzten Jahr eine Personale im 21er Haus gewidmet war. Man beschränkt sich dabei auf Werke aus den 1970er Jahren, als der Künstler damit begann, eine spezielle Form von kontemplativer Farbraummalerei zu entwickeln. Als einziger seiner Generation knüpfte er damals an Ergebnissen des amerikanischen „Color Field Painting“ an, was ihn in Österreich zu einem der bedeutendsten Vertreter einer nicht gestischen, abstrakten Malerei werden lässt.
Im Grenzbereich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion agiert der 1981 in Zürich geborene Florian Fausch. Dort generiert er utopische Architekturlandschaften, deren Regeln nach eigenen Gesetzmäßigkeiten funktionieren. Es sind Orte und Nicht-Orte zugleich, die um den Begriff des Bildes kreisen. Die auf Zeitgenössisches fokussierte Salzburger Galerie 2CforART bringt seine Werke ins Leopold Museum.
Eine Mischung aus Hyperrealismus und Traumbild zeigen die Bilder der Serie „View from above“ des in Sibiu geborenen Francisc Chiuariu. Die konkreten Umrisse von Menschen tauchen hier aus einer sich in dynamischen Farbflächen auflösenden Umgebung. Die Wiener Five Plus Art Gallery präsentiert diese Position in Kooperation mit AnnArt Gallery aus Rumänien.
Dreidimensional, aus Plexiglas und Metall, hat Franco Costalonga 1972 sein Objekt mit dem Titel „Oggetto Cromocinetico“ gefertigt. Der 1933 in Venedig geborene Künstler zählt zu den Vertretern der Kinetischen Kunst. Ihr gilt ein Schwerpunkt auf dem Stand von Panarte / Galerie Leonhard, die neben Costalonga auch Arbeiten von Alberto Biasi und Milan Dobes sowie des österreichischen Multitalents Hans Bischoffshausen zeigt.

Klassische Moderne
Im Bereich der Klassischen Moderne sind zum einen die Namen und Werke längst etabliert, zum anderen aber gibt es auch Künstler, die es (wieder) zu entdecken gilt. So stellt man etwa bei Kunsthandel Giese & Schweiger Arbeiten aus dem in seiner expressiven, dynamischen Farbigkeit faszinierenden Spätwerk des Österreichers Hans Boehler dem Zeitgenossen Oswald Oberhuber gegenüber, zeigt außerdem Größen wie Leo Putz, Wilhelm Thöny und Alfons Walde.
Letzterer ist mit seinem „Aufstieg zum Berghof“, ein signiertes Ölgemälde auf Karton, ebenfalls bei Kolhammer & Mahringer Fine Arts präsent, die sich in ihrem Programm ganz der Klassischen Moderne verschrieben haben.
Zu dieser zählt längst der gern gesammelte Werner Berg, der auf dem Rutarhof in Kärnten seine so einzigartigen Bilder malte. Schütz Fine Art rückt sein Schaffen in den Fokus und hält mit seinem Chinese Departement mit einer spannenden zeitgenössischen Position, ausgewählte Arbeiten von Zeng Liang, dagegen.
Auf einen anderen singulären Künstler setzt bei der ART VIENNA die Galerie Magnet. Hier steht Zoran Music (1909–2005) im Mittelpunkt. Bekannt durch seine gemalten Pferde in der Landschaft des Karst aber auch der Landschaft Dalmatiens oder den Hügeln der Toskana und Umbriens, wird Music eine Sonderschau gewidmet.
Mit seinen philosophisch-moralischen Werken und den Montage-Paintings, der Kombination von Malerei und Collage, nimmt genauso André Verlon (1917–1994) einen eigenen Platz in der Kunstgeschichte ein. Kunsthandel Hieke würdigt Verlon anlässlich seines 100. Geburtstags.

Weitere Highlights
Die Galerie Ernst Hilger widmet sich dem 2009 verstorbene österreichische Bildhauer Alfred Hrdlicka. Aus dem Jahr 1998 stammt die Bronzearbeit „Fußballspieler“, die in einer Auflage von 30 gefertigt wurde.
Oswald Oberhuber spielt in der Galerie Klaus & Elisabeth Thoman eine große Rolle. Die Innsbrucker Galeristen mit Dependance in der Wiener Seilerstätte zeigen den 1931 in Meran geborenen Künstler neben Gunter Damisch. Der wurde 1958 in Steyr geboren, wird bekanntlich zur Gruppe der „Neuen Wilden“ gezählt, hatte seit 1998 eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste und ist im letzten Jahr viel zu früh gestorben. Seinem unverwechselbar und konsequent formulierten Farb- und Formenrepertoire kann man auch bei der Galerie 422 Margund Lössl begegnen, die das Ölbild „Weißortweltweg“ aus dem Jahr 2012 zeigt, aber auch bei Kunsthandel Freller, wo sich die amorphen Formen von Damisch durch „Blaufeldwelten“ aus den Jahren 1999/2000 bewegen.
Einer der wichtigsten und bedeutendsten Mitstreiter von Damisch beim Aufbruch zu neuen Ufern in der Malerei ist Herbert Brandl. Reinisch Contemporary aus Graz hat den Grazer Künstler seit langem im Programm.
Im Bereich der Skulptur präsentiert die Konzett Gallery den Künstler Rudolf Polanszky. Eingebettet ist sein Werk in einen repräsentativen Querschnitt der Sammlung Konzett mit Arbeiten von Günter Brus, Christian Eisenberger, Otto Muehl, Rita Nowak und Franz West. ZS art geht mit den Grundfarben in den Raum. Unter anderem mit der Säulenformation von Roland Goeschl. Er zählte zu den bedeutendsten österreichischen Bildhauern der Avantgarde nach 1945 und verschrieb sich ganz der abstrakten Geometrie. Mit Farbe thematisiert er die Wahrnehmung im Raum und gibt seinen Plastiken zusätzliche Dynamik.
Gerald Hartinger Fine Arts zeigt eine Auswahl an Werken der Pop Art wie zum Beispiel Keith Harings „Dog“ aus dem Jahr 1986.
Mit Silvano Rubinos Fotoarbeit „Gabbia“, 2000/2001, Fine Art Giclée Druck auf Silver Rag Baryta Papier montiert auf Dibondplatte, führt die Galerie Walker die dritte Dimension wieder in die zweite zurück. Die Arbeit zeigt einen Vogelkäfig, der sich in schwarzer Umgebung spiegelt und zugleich verliert.
Im Programm der Galerie Aa Collections, die seit fünf Jahren den Schwerpunkt auf Zeitgenössische Kunst legt, findet sich Genoveva Kriechbaum. Die österreichische Künstlerin hat seit 2008 den Bau der Abu-Dhabi-Öl-Pipeline verfolgt, welches sich in ihren Werken wiederspiegelt.
Die Galerie3 ist seit mehr als 20 Jahren eine der wichtigsten Adressen für zeitgenössisches Kunstgeschehen in Kärnten und darüber hinaus. Gemeinsam mit flux23 fördert man besonders junge österreichische Kunst sowie internationale Art Brut. Im Leopold Museum lässt sich die Arbeit von Maria Legat entdecken. Die 1980 in Villach geborene Künstlerin, lebt und arbeitet in Wien, wo sie an der Akademie der Bildenden Künste bei Ashley Hans Scheirl und Daniel Richter studiert.
Harald Gangl fasziniert mit seinen subtilen Farbräumen, sowie Herbert Golser mit seinen Holzskulpturen, die einem langen Befeuchtungs- und Trocknungsprozess unterzogen werden, damit sie ihr endgültiges Erscheinungsbild erhalten, in der Galerie Frey.
Ulrike Jakob bietet mit ihrer Galerie Ulrike Hrobsky einen aktuellen Querschnitt durch ihr Programm: Malerei von Maria Temnitschka und Ulrich Plieschnig, Skulptur von Armin Göhringer, und Zeichnungen, ein Medium, dem Jakobs besondere Leidenschaft gilt, von Ramona Schnekenburger, Soli Kiani, Bettina Paschke und Martina Tscherni. Walter Weers Objekte aus Karton fungieren als Bindeglied zwischen Papier und Skulptur.
Nicht auf Vielfalt, sondern eine konzentrierte Einzelposition verweist Antiquitäten und Bildergalerie Anton Figl bei ihrem ART VIENNA Auftritt. Seit über einem Jahrzehnt führt die Galerie Werke des Malers Josef Winkler. Der 1925 in Wien geborene Winkler war als Maler ein Spätberufener, der bei Dobrowsky und Boeckl an der Wiener Akademie studierte. Seit dem letzten Jahr vertritt ihn die Bildergalerie Figl exklusiv und widmet dieser hochinteressanten und spannenden abstrakten Malerpersönlichkeit den Messestand.
Einen großen Internationalen trifft man bei der Galerie Kaiblinger, wenn Gottfried Helnwein seine Mickey Mouse realistisch und unheimlich aus dem 200 x 295,5 cm großen Gemälde „Annunciation – Mouse 12“ von 2010 grinsen lässt. Nur ein Highlight im Angebot von Kaiblinger, das von Informel über Abstraktion bis Realismus reicht und Künstler wie Friedensreich Hundertwasser, Maria Lassnig, Arnulf Rainer, Hermann Nitsch, Markus Prachensky, Hans Staudacher und viele andere aufbieten kann.
Auf Pointiertes, Unerwartetes, zuweilen auch Ungewöhnliches setzt man bei Kro Art Contemporary. So, wenn man neben Werken von Ina Loitzl und Robert Mittringer eine Arbeit von Elfriede Mejchar aus der Serie „Püppi“, 1999, Barytpapier, 50,5 x 40,5 cm, zeigt.
Zu Einzelpositionen kehrt man bei der OSME Gallery zurück. Diese hat den Fokus ganz auf die international renommierte Schweizer Künstlerin Nives Widauer gerichtet. Ihre Landschaften mit Mondschatten sind analog aufgenommen und nicht digital bearbeitet. Sie zeigen ein Naturphänomen, das für das freie Auge nicht wahrnehmbar ist und generieren eine Stimmung die unheimlich geheimnisvoll und romantisch zugleich scheint.
Auch die PARALLEL Vienna, die Ausstellungsplattform und kuratierte Satellitenmesse für etablierte und junge österreichische Kunst, wird auf der Messe zu sehen sein. In der PARALLELs Pop-up Ausstellung „PARALLEL-Empfehlung“ werden mit ausgewählten Arbeiten von Sophie Gogl, Martin Grandits, Begi Guggenheim, Katherina Olschbaur, Rade Petrasevic, Christian Rosa, Alexander Ruthner und Nino Sakandelidze wichtige jüngere Vertreter der zeitgenössischen Wiener Kunstszene präsentiert.

 

 

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