ART&ANTIQUE HOFBURG WIEN 2016 - ein Nachbericht

14.11.16

Vom 4. bis 13. November 2016 fand zum 48. Mal die ART&ANTIQUE in der Wiener Hofburg statt. 46 Galerien und Händler präsentierten eine breite Auswahl an erlesenen Kunstwerken, von Antiquitäten angefangen über Schmuck und Design bis hin zu Arbeiten klassischer Moderne oder zeitgenössischer Kunst.

Der extrem polarisierte Kunstmarkt ist auch in Wien ein Gesprächsthema. Dennoch ist hier ein Trend festzustellen: Die Käufer interessieren sich vor allem für exklusive und hochpreisige Stücke. „Bessere Ware liegt im Trend“, ist auch Lilly’s Contemporary Art Exclusive Antiques aus Wien überzeugt und freut sich über gute Verkäufe. Seit Jahren ist die Messe für die Galerie ein Fixpunkt. Auf der diesjährigen ART&ANTIQUE wurden unter anderem Meisterwerke der Uhrmacherkunst des 17. 18. und 19. Jahrhunderts gezeigt sowie Werke von Markus Prachensky oder Gunter Damisch. Die Galerie Hilger hatte eine Vielzahl hochkarätiger Arbeiten von letzterem im Angebot. Galerie Maier aus Innsbruck ist seit vielen Jahren fixer Aussteller. Für sie zählt die Messe zu einer der schönsten des Jahres. Mina Maier ist vor allem über die lange Messedauer begeistert, da dadurch bessere Verkaufschancen gegeben sind. Der Schwerpunkt der Galerie liegt in der Zwischenkriegsmalerei und erfreute sich ebenso guter Verkäufe. Die Nachfrage an Werken von Gerhild Diesner war groß, doch besonders interessant waren am Stand eine kleine Auswahl an Arbeiten von Theodor Prachensky, dem introvertierten älteren Bruder von Wilhelm Nikolaus Prachensky. Seine Werke sind recht selten am Markt zu finden.
Bei Kunsthandel Kolhammer, Wien war eine exklusive Auswahl an Hagenauer Objekten zu sehen. Ein Spiegel aus Messing, ein Entwurf der 1930er Jahre (55.000 Euro) konnte u.a. verkauft werden.
Giese & Schweiger präsentierte eine Sonderschau an Werken Oswald Oberhubers. Aus verschiedenen Provenienzen zusammengetragen, wurde ein Überblick seines Schaffens gezeigt, von den 1940er angefangen bis hin zu neueren Arbeiten, darunter das Werk „Zähne“ (1966), welches kürzlich noch im 21er Haus zu sehen war. Daneben wurde eine Auswahl an österreichischer Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts gezeigt. Verkaufshighlight war hier eine Werk von Ferdinand Georg Waldmüller.
Bei den Zeitgenossen punktete Galerie Thoman aus Innsbruck mit einem breiten Angebot an österreichischen Künstlern aus Österreich wie Gunter Damisch, Arnulf Rainer, Herbert Brandl oder Hans Staudacher, was sich auch erfolgreich im Verkauf wiederspiegelte.
Auch Galerie Walker aus Kärnten ist zufrieden. Die Nachfrage war gegeben, was wohl auch mit ihrem Angebot zu tun hatte. Dazu zählte ein Werk von Heinz Mack „Frühling“ aus dem Jahr 2001 oder ein Meditationsstein von Karl Prantl aus dem Jahr 2002/03. Arbeiten von Gudrun Kampl, die erst kürzlich mit dem Preis der Stadt Wien für bildende Kunst geehrt wurde, waren ebenfalls Teil der Präsentation.
Und die erst im letzten Jahr neu eröffnete OSME Gallery, Wien brachte mit Ignacio de Lucca, einem argentinischen Maler, bekannt durch seine großfrormatigen Aquarelle, frischen Wind unter die doch überwiegenden österreichischen Zeitgenossen.
Alexandra Graski-Hoffmann, Veranstalterin der ART&ANTIQUE, zieht eine positive Bilanz. Die Händler waren mehrheitlich zufrieden. Für sie ist eine jahrelange Tradition, Beständigkeit aber auch der Blick für Neues von großer Wichtigkeit. Auswahl, Qualität und Weiterentwicklung werden für sie auch im nächsten Jahr eine entscheidende Rolle spielen. „Das Schönste am Ende einer Messe ist, wenn ein Aussteller sein Wiederkommen im nächsten Jahr ankündigt.“