Parnass Kunstmagazin

Editorial

Gustav Klimt

Anlässlich des 150. Geburtstages von Gustav Klimt wird sein Werk von allen großen Museen neu unter die Lupe genommen, Bestände wurden aufgearbeitet, weitere Blätter identifiziert, neue Erkenntnisse gewonnen. Wir wollen diesen Anlass nützen, um Gustav Klimt und seine Zeit noch einmal näher zu betrachten und haben versucht, anhand einiger Ausstellungsthemen das Werk und die Persönlichkeit Gustav Klimt einmal anders zu beleuchten.
Das zeichnerische Talent des Künstlers ist einzigartig und steht im Mittelpunkt einer Ausstellung der Albertina. Sie besitzt 170 Blätter mit Figurenstudien, Werkzeichnungen und Allegorien und will vor allem die Arbeitsmethode von Gustav Klimt beleuchten. Wir führten ein Gespräch mit der Kuratorin Marian Bisanz-Brakken, die in jeder Zeichnung ein autonomes Werk sieht.
Das Wien Museum geht ganz anders an ihre Ausstellung heran. Nach dem Motto „Nicht jede Zeichnung ist ein Meisterwerk“ beschloss man einmal alles aus der Klimt-Sammlung zu zeigen. Neben den Highlights wie der Emilie Flöge im Porträt und der Pallas Athene besitzt das Museum mit seinen 400 Blättern den weltweit größten Bestand aus allen Schaffensperioden. Hier kann man richtig auf Entdeckungsreise gehen. Wer kennt schon eine Tierzeichnung von Gustav Klimt? Kuratorin Ursula Storch erzählt, wie sie an die Fülle von Material herangegangen ist.
Auch das MAK öffnet sein Archiv und zeigt alles zum Mosaikfries im Palais Stoclet. Kuratorin Beate Murr ließ die Entwurfszeichnungen behutsam restaurieren und man erfährt auch einiges über die Baugeschichte des Palais’, sieht Josef Hoffmann und Gustav Klimt auf der Baustelle in Brüssel in Begleitung des Ehepaars Stoclet.
Nur wenigen war es vergönnt, das Palais Stoclet als Gesamtkunstwerk auch zu besichtigen.
Einen ganz anderen Zugang suchte Diethard Leopold. Mit psychologischen Streiflichtern kommt er dem Menschen Gustav Klimt näher und entdeckte Seiten an ihm, die er anhand von Briefen und Korrespondenzen entschlüsselte und dem bisherigen Klischee entgegenhält. Dem persönlichen Blick widmet demnach das Leopold Museum seine Ausstellung. Auch das Österreichische Museum für Volkskunde zeigt ein reizendes Thema, kann es doch auf die Textiliensammlung von Emilie Flöge zugreifen und diese prachtvollen Fragmente ausstellen.
Mit der Ausstellung Nuda Veritas reflektiert schließlich das Theatermuseum die Konfrontation der Kunst mit dem Publikum. Gustav Klimt malte die „Nuda Veritas“ 1899 und reagierte mit dem Bild auf den heißen Konflikt, der rund um die Fakultätsbilder entbrannt war. „Kannst du nicht allen gefallen durch deine That und dein Kunstwerk – mach es wenigen recht. Vielen gefallen ist schlimm“. Das Schiller-Zitat steht herausfordernd auf dem Gemälde. Dem damaligen Verhältnis zwischen Kunst, Kritik und Publikum widmet sich dieser Artikel.
Darüber hinaus bringen wir diesmal hochkarätige Künstler im Porträt wie Anselm Kiefer, Cindy Sherman, Thomas Ruff, Georgia O’Keeffe, Herbert Brandl, August Walla und einige mehr. Anlässlich 10 Jahre Neue Galerie New York führte Ernst Ploil
ein spannendes Gespräch mit Ronald Lauder.

Viel Lesevergnügen wünscht Ihnen
Charlotte Kreuzmayr

AutorInnen

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Mag. Silvie Aigner, Prof. Peter Back-Vega, Uta Baier, Daghild Bartels, Silvia von Bennigsen, Anna Brenken, Anna Maria Brunnhofer, Dr. Barbara Catoir, Dr. Herbert Giese, Mag. Daniela Gregori, Mag. Ulrike Guggenberger, Dr. Martin Hochleitner, Dr. Brigitte Huck, Dr. Marianne Hussl-Hörmann, Dr. Johannes Jetschgo, Birgit Kilp, Mag. Elisabeth Krimbacher, Mag. Olga Kronsteiner, Dr. Claudia Lehner-Jobst, Dr. Diethard Leopold, Mag. Clarissa Mayer-Heinisch, Dr. Ernst Ploil, Dr. Maria Rennhofer, Dr. Edith Schlocker, Dr. Andrea Schurian, Mag. Karla Starecek, Dr. Florian Weiland Pollerberg, Gudrun Weinzierl, Dr. Hanne Weskott, Franz Zoglauer

Gefördert mit Mitteln des Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur

Heft 1/2012

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