Es muss sich alles ändern, damit es so bleibt wie es ist

23.09.14

Das große Museum

Ein Film von Johannes Holzhausen.
Regie: Johannes Holzhausen
Buch: Johannes Holzhausen
Constantin Wulff.
Ab 5.September 2014 im Kino
www.dasgrossemuseum.at
www.stadtkinowien.at

Ein filmisches Porträt über das Kunsthistorische Museum Wien

Der Dokumentarfilm „Das große Museum“ von Johannes Holzhausen ist ein Blick hinter die Kulissen der weltberühmten Kunstinstitution. Über zwei Jahre war der Regisseur im Kunsthistorischen Museum in Wien mit seinem Filmteam präsent. In einem aufmerksamen Direct Cinema-Stil – kein Off-Kommentar, keine Interviews, keine Begleitmusik – beobachtet der Film die vielgestaltigen Arbeitsprozesse, die daran mitwirken, der Kunst ihren rechten Rahmen zu geben. Dabei kommt jeder Personalbereich vor die Kamera: von der Direktorin zum Reinigungsdienst, von den Transporteuren zur Kunsthistorikerin. Der Film ist informativ, humorvoll aber auch durch die Art der Aufnahmetechnik und der Vermeidung inszenierter Darstellungen schonungslos direkt und integriert auch kritische Aussagen der Protagonisten, wie die Geschichte eines mehrfach bearbeiteten Rubens-Gemäldes über die aussichtlos scheinende Reparatur eines Modellschlachtschiffs, die Diskussion über ein Ausstellungsplakat bis hin zu einer Mitarbeiterin im Bereich Publikumsdienst, die zwar seit elf Jahren im Haus ist, jedoch niemanden aus anderen Abteilungen vorgestellt wurde. So entsteht ein einzigartiges Porträt eines auch einzigartigen Museums, das mit Budgetvorgaben und Konkurrenzdruck umgehen und seinen musealen Aufgaben nachkommen muss. Wie lässt sich der Spannungsbogen zwischen der Bewahrung der Werke und ihrer zeitgemäßen Präsentation bewerkstelligen und welche Rolle spielt die Kunst im Gefüge von nationaler Identität, Politik, Tourismus und Wissenschaft? „Es muss sich alles ändern, damit es so bleibt wie es ist“, zitiert Johannes Holzhausen den italienischen Autor Guiseppe Tomasi die Lampedusa (Il Gattopardo). Unangestrengt stellt der Film diese Fragen und zeigt den täglichen Betrieb in dem traditionellen Haus, zwischen Geschichte und Gegenwart. Der Film besticht durch die Kameraführung (Joerg Burger, Attila Boa/Schnitt Dieter Pichler) und das behutsame Gleichgewicht zwischen dem einzelnen Moment und der übergreifenden Erzählbewegung, die schon früheren Arbeiten von Johannes Holzhausen auszeichnete.

Johannes Holzhausen, geboren 1960 in Salzburg. Studium der Kunstgeschichte, 1985 und 1986 Organisation der Vortragsreihe „art and concepts of art“. 1987–1995 Studium an der Wiener Filmakademie. 2003 Jurymitglied für den Großen Preis des Leipziger Dokumentarfilmfestivals, 2005–2008 Mitglied des Filmbeirates des BMUKK. 1996 Mitbegründer und Gesellschafter der Navigator Film Produktion & Co. KG.

Den Link zum Trailer finden Sie hier: http://dasgrossemuseum.com/trailer/