Bodies in urban spaces

02.08.14

Bodies in Urban Spaces - Willi Dorner

 

Mit Texten von: Willi Dorner, Franz Thalmair,

Fotografien von Lisa Rastl

Grafik: Beatrix Bakondy

Hatje Cantz Verlag/Ostfildern, 2014

Deutsch/Englisch

Hardcover 160 Seiten, 345 Abb.

ISBN 978-3-7757-3847-7

Temporäre Interventionen im urbanen Raum

„Bodies in urban space, war eine Idee, die ich zunächst als Fotoserie konzipierte und von der ich nicht einmal dachte, dass ich sie in einer zukünftigen Bühnenarbeit umsetzen würde und nun ist gerade diese Choreografie der größte Erfolg in meinem künstlerischen Werk geworden“, schreibt Willi Dorner im Vorwort des Buches. Der 1959 in Wien geborene Willi Dorner gilt als einer der international anerkanntesten Tanzperformancekünstler. Die Idee zu bodies entstand 2004 nach einer sechswöchigen Researchphase mit zahlreichen Installationen und Performances in den verschiedenen Räumlichkeiten des Wiener Wohnbaus „Hängende Gärten“. Die Dimensionen von Wohnräumen in Bezug zum menschlichen Körper waren dabei ein wichtiges Thema. Im Fokus stand das Zusammenspiel von Körper und Raum und die Idee „Räume aufzufüllen, also buchstäblich eine Küche oder ein Wohnzimmer mit Menschen zu füllen. Mein Team und ich sind jedoch daran gescheitert, da ich nicht die dafür benötigte Anzahl an Menschen zusammenbringen konnte.“ Erst mit dem Auftrag die Idee vom privaten in den öffentlichen Raum zu übertragen, nahm das Projekt erst so richtig seinen Anfang. Seit 2007 lud Willi Dorners Kunstprojekt „bodies in urban spaces“ in mehr als 70 Städten zu spannenden Spaziergängen durch die Stadtlandschaft. Auf vorab festgelegten, von Dorner sorgsam choreografierten Parcours bewegt sich weltweit ein Trupp jeweils vor Ort engagierter Tänzer, Performer und Parcour-Läufer durch die Innenstädte. Bis zu 20 bunt gekleidete Personen verschränken und stapeln sich in Türnischen oder über Eingangsarchitraven, auf Treppenabsätzen oder Parkbänken. Als bizarre Körperskulpturen eröffnen sie kuriose Perspektiven und geben den Bewohnern ein überraschend anderes Stadterlebnis. Die Situationen sind je nach architektonischer Gegebenheit in jeder Stadt unterschiedlich und doch erkennt man ein sich wiederholendes Muster. Die temporären Interventionen konfrontieren mit irritierenden Nutzungsmöglichkeiten des öffentlichen Raums. Die im Hatje Cantz Verlag erschienene Publikation wirkt auf den ersten Blick durch die sensationellen Fotostrecken von Lisa Rastl wie ein Fotobuch, doch gewähren die Texte von Willi Dorner, Franz Thalmair sowie das Gespräch zwischen Andrea Amort, Willi Dorner und Rainer Hofmann auch interessante und vertiefende Einblicke in die Kunst der „urban performances“ und setzen sie in den kunsthistorischen Kontext der Wiener Wiener Avantgarde der 1960er- und 1970er- Jahre und in Beziehung zu Aktionen von Valie Export oder Günter Brus.

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