U1-Verlängerung – Kunst in den neuen U-Bahnstationen

06.09.17

Seit 2. September 2017 fährt die U1 bis nach Oberlaa und bindet mit 4,6 Kilometer Strecke fünf neue Stationen an. Mit der Inbetriebnahme der U1-Verlängerung wird die Verbindung in die Innenstadt verbessert: Die Fahrzeit von der Alaudagasse (Per-Albin-Hansson-Siedlung) zum Stephansplatz verkürzt sich von derzeit ca. 20 Minuten auf nur 12 Minuten. Am Dienstag, 5. September wurden in den U1-Stationen Troststraße und Altes Landgut die beiden Kunstinstallationen eröffnet. Die permanenten Installationen in den U-Bahnstationen wurde von KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien in Kooperation mit den Wiener Linien im Rahmen eines geladenen Wettbewerbs ausgelobt und realisiert. Gewonnen haben Michael Kienzer (AT) und Yves Netzhammer (CH).

U1-Station Troststraße
Lines and Double – Michael Kienzer

Im Tiefgeschoss der U-Bahn-Station Troststraße antwortet Michael Kienzer mit seiner Installation „Lines and Double“  auf eine durch Fortbewegung und Dynamik geprägte Raumsituation mit einer Skulptur. Neben der bestehenden Doppelliftkonstruktion aus Stahl und Glas errichtet er aus baugleichen Materialien einen dritten, verzerrten Schacht. Dieser dritte Schacht löst die funktionale Ordnung auf und überführt sie in eine skulpturale Form. Michael Kienzer entwickelt seine künstlerische Raumauffassung durch Eingriffe in alltägliche Versatzstücke der Architektur, die nicht verfremdet oder unbenutzbar gemacht, sondern von einem skulpturalen Ansatz affiziert werden. (Dirck Möllmann/Kurator Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark)

U1-Station Altes Landgut
Gesichtsüberwachungsschnecken, Yves Netzhammer 

Die Installation des Schweizer Konzeptkünstlers mit dem Titel. Gesichtsüberwachungsschnecken für die U-Bahn-Station Altes Landgut reflektiert die Geschichte der Physiognomik und Anthropometrie und verbindet diese mit aktuellen Fragen von Überwachung und Kontrolle sowie der Geschichte des Porträts. Die stilisierten Bildnisse an der Wand setzen sich auf humorvolle Weise mit den Vermessungstechniken aktueller Gesichterkennungsprogramme auseinander, sind gleichzeitig aber auch eine spielerische Beschäftigung mit Ausdruck und visuellen Identitäten. (Mirjam Varadinis, Kuratorin Kunsthaus Zürich)

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