Treasures from the Wreck of the Unbelievable – Damien Hirst in Venedig

09.04.17

Die Ausstellung  „Treasures from the Wreck of the Unbelievable”, startet heute, am 9. April und damit einen Monat vor der Biennale von Venedig und läuft bis zum 3. Dezember. Sie zeigt an die 200 Werke von Damien Hirst und erstreckt sich zum ersten Mal über beide Ausstellungshäuser der Kulturstiftung Francois Pinault in Venedig, die Punta della Dogana und den Palazzo Grassi. Mit der Schau verbindet Hirst Wahrheit und Mythos, Wissenschaft und Kunst. Gleichzeitig ist die Ausstellung auch ein Versuch des Künstlers an bereits länger zurückliegende künstlerische Erfolge anzuschließen. Gezielt wurden, um das Interesse an der Ausstellung im Vorfeld zu steigern, Bilder und Kurzvideos in den Medien lanciert, die die Vorbereitungen und Aufbauarbeiten im Museum zeigen. Sie versprechen allerdings Spektakuläres. Entstanden sind die Aufnahmen wie die Kunstwerke selbst, im Indischen Ozean vor der Küste eines ostafrikanischen Staates. Wo genau, bleibt geheim – wohl auch um die Balance zwischen Fiktion und Realität aufrechtzuerhalten.

Denn angeblich stammen die Exponate allesamt aus dem Ladegut der „Apistos“ (zu Deutsch: „Die Unglaubliche“, was auch den Ausstellungstitel erklärt) – ein sagenumwobenen Handelsschiff, das im zweiten Jahrhundert nach Christus vollbeladen mit Kunstwerken zwischen dem Horn von Afrika und dem zum heutigen Tansania gehörenden Inselstaat Sansibar untergegangen sein soll. Das Wrack, so Hirst sei vor neun Jahren durch Zufall entdeckt worden. Erste Untersuchungen hätten römische Münzen zutage gefördert, was das Interesse von Archäologen weckte. Er selbst sei als Hauptfinancier der Forschungsmission eingestiegen, wie er vor einiger Zeit einer Journalistin der Financial Times erzählte, die jene Bergungsarbeiten begleiten durfte. Nun werden die Funde erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, wie Philip Pfleger in orf.at berichtet: „Auch wenn Historiker die Existenz der „Apistos“ für möglich halten, dürfte Hirsts Geschichte nicht der Wahrheit entsprechen. Wahrscheinlicher ist, das Hirst die Skulpturen selbst versenkt hat und sie wieder heben ließ.“ – ähnlich wie 2008 mit dem biblischen Geschichte um das „Goldenen Kalb“ Der finanzielle Aufwand scheint enorm zu sein: Laut „Financial Times“, dauerten die Bergungsarbeiten über drei Sommer. „Bereits 2010 gab er dem Finanznachrichtenportal Bloomberg freizügig Auskunft über das Projekt: Es werde die Geschichte eines Schiffes mit dem Namen 'Die Unglaubliche' erzählt, das vollbeladen mit Schätzen, Skulpturen und Juwelen vor 2.000 Jahren gesunken sei. Er werde die Entdeckung des (fiktionalen) Schiffswracks ebenso inszenieren wie die Bergung der Kunstwerke", erklärte Hirst damals „Allein die Miete des entsprechenden Forschungsschiffs habe sich mit umgerechnet etwa 23.000 Euro pro Tag zu Buche geschlagen - Kosten für Ausrüstung und Personal nicht eingerechnet.“, so Pfleger.

189 Objekte sind ab heute in Venedig zu sehen. Einmal mehr verbindet Hirst in seinen Inszenierungen Kunst auf Wissenschaft sowie Wahrheit und Mythos. Die Ausstellung, die zum Magnet für Kunstliebhaber werden soll, löste im Vorfeld den Protest von Tierschützern aus. Diese hatten Anfang März 40 Kilo Dünger aus Protest vor den Palazzo Grassi geschüttet.

Palazzo Grassi
Punta della Dogana
bis 3.12.2017
www.palazzograssi.it