Tonneke Sengers und Edgar Knoop

02.03.17
Ausstellungsansicht, Tonneke Sengers und Edgar Knoop, zs art Galerie, 2017

Geometrie trifft auf dynamische Unordnung, geflochtene Linien kreuzen Farbflächen und die zurückhaltende und doch eigenwillige Galeriearchitektur tritt in Dialog mit abstrakter, raumgreifender Form. Noch bis 17. März präsentieren sich Edgar Knoop und Tonneke Sengers mit der Ausstellung "Form und Farbe" in der zs art Galerie in der Westbahnstraße. Eine Schau die gleichsam Bewegung und Entschleunigung auslöst und Logik im Chaos anregt.

"Strukturierte Poesie" entdeckte Andrea Zehetbauer indem sie den deutschen Künstler Edgar Knoop, geboren 1936, und die niederländische Künstlerin Tonneke Sengers, geboren 1959, einander gegenüber stellte. Doch es ist weniger ein Gegenüber als ein Miteinander, denn das Zusammenspiel wirkt "kompakt", so die Galeristin, die weiter erklärt, dass es immer eines langen Prozesses bedarf die spezifischen Kunstwerke und den gegebenen Galerieraum einander zuzuführen. Für die Raumkomposition nimmt man sich von Ausstellung zu Ausstellung immer ausreichend Zeit. Das nimmt auch der Galeriebesucher wahr, denn die großformatigen Abstraktionen Knoops erscheinen um die geometrischen Miniaturen Sengers ergänzt und vice versa knüpfen die Zeichnungen und Collagen von Edgar Knoop an die Aluminium-Acrylarbeiten Tonneke Sengers an. Es entsteht ein Wechselspiel, das die Vorzüge beider Künstler unterstreicht.

Erstmalig wird Tonneke Sengers nun in Wien gezeigt. Ihre geometrischen Arbeiten sind stets nah an Fragen der Architektur angesiedelt, denn Sengers studierte sowohl Kunst als auch Architektur im städtischen Raum in Amsterdam. Ihre räumlichen Wand-Objekte aus Aluminium schweben bewusst wenige Zentimeter vor den Wänden der Galerie, treten damit aus der Fläche und erzeugen durch ihre eigenen Schatten Spiele der Wahrnehmung.

Edgar Knoop lebt seit 2002 in Kärnten, verfolgt jedoch bereits seit den 1960er Jahren eine internationale Karriere. Seine kinetischen Objekte, die sich an den Grenzen von Konkreter Kunst und Op Art bewegen, wurden im vergangenen Jahr mit der Einzelausstellung "edgar knoop – subway 813" im 21er Haus gewürdigt. Nun schließt Knoop an die damals gezeigten Arbeiten an und zeigt, unter anderem eine neue Interpretation seines Werkzyklus "La danse des polygones / hommage à Leonardo Fibonacci". Erstmals wird der Zyklus in einer Gesamtinstallation nebeneinander präsentiert. Auf dem weißen Quadrat der Galeriewand fügen sich die neun Arbeiten zu einer großen monumentalen Bild zusammen. Eine Zusammenstellung die auch der Künstler hier erstmalig so wahrnahm. "Irgendwie tanzt die Wand, trotz der zugrundeliegenden mathematischen Prinzipien der Arbeiten, sie wirken locker, leicht, bewegt", so Zehetbauer.

Knoops Werk befasst sich mit objektivierbaren Reizauslösern. Form, Bewegung, Licht und Raum werden auf ihr physikalisches und psychologisches Wirkungspotenzial untersucht, wissenschaftliche Prinzipien werden um die individuelle Erfahrung des Betrachters ergänzt.

Fragen nach Strukturen und Relationen bestimmen das Œuvre beider Künstler und werden in der zs art Galerie noch bis Mitte März zu einem Netz an räumlichen Antworten.

Form und Farbe
bis 17. März 2017