Thick Time | William Kentridge im Museum der Moderne

11.08.17
William Kentridge, The Refusal of Time, in Zusammenarbeit mit Philip Miller, Catherine Meyburgh und Peter Galison Film Still, 2012, 5-Channel-Video Projektion (Farbe, Ton) Megafon, Beatmungsgerät, 30 Minuten, Courtesy William Kentridge, Mar an Goodman Gallery, Goodman Gallery and Lia Rumma Gallery

Zeitgleich mit der Premiere der Oper „Wozzeck“ von Alban Berg, für die William Kent­ridge das Bühnenbild konzipiert, zeigt das Museum der Moderne Salzburg im Sommer 2017 in beiden Häusern die umfangreiche Werkschau „Thick Time“ des gefeierten südafrikanischen Künstlers. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Whitechapel Gallery London, wo sie im Winter 2016/17 erfolgreich gezeigt wurde, dem Loui­siana Museum of Modern Art, Humlebæk, und The Whitworth Art Gallery, Manchester.

1955 in Johannesburg geboren, wurde Kentridge in den 1990er-Jahren für seine expressiven animierten Zeichnungen und Videoinstallationen bekannt und arbeitet seit vielen Jahren auch erfolgreich an Opern- und Theaterproduktionen. Seine Arbeit als Produzent, Bühnenbildner und Kostümdesigner beeinflusst und prägt auch viele seiner Werke im Bereich der bildenden Kunst. Thematisch interessiert sich Kentridge vor allem für die Auswirkungen von Kolonialismus, Revolutionen und Exil. Die Auseinandersetzung mit der Bedeutung und den Ausdrucksformen von Zeit zieht sich als roter Faden durch sein Werk. In seiner Arbeit schöpft er aus verschiedensten Inspirationsquellen, darunter Philosophie, Literatur, Theater und Oper, und erschafft aus ihnen ein komplexes Universum. In der Ausstellung im Museum der Moderne werden acht raumfüllende Multimedia-Installationen präsentiert. Die Auswahl ermöglicht eine Übersicht über sein Werk, da sowohl eine seiner ersten als auch eine der jüngsten Arbeiten des Künstlers zu sehen ist. Die Ausstellungssektion im Rupertinum ist Kentridges Auseinandersetzung mit dem Theater und der Oper gewidmet.

Gezeigt wird eine Fülle von Exponaten – von Plakaten und Zeichnungen über Entwürfe und Modelle bis hin zu Kostümen –, die seit den späten 1970er-Jahren für die wichtigsten Theater- und Opernproduktionen des Künstlers entstanden sind. Kentridges Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“ wurde sowohl im Brüsseler Theater La Monnaie als auch beim Festival d’Aix-en-Provence sowie im Jahr 2011 an der Mailänder Scala gezeigt. Seine Inszenierung von Schostakowitschs Oper „Die Nase“ wurde 2010 und 2013 an der New York Metropolitan Opera gespielt und gastierte 2011 beim Festival d’Aix-en-Provence und in Lyon. Im Jahr 2010 erhielt William Kentridge den namhaften Kyoto-Preis. Für die Ausstellung im Rupertinum erarbeitet Kentridge zusätzlich eine neue Installation für das Atrium des Museums.

William Kentridge: Thick Time
bis 5. November 2017