Sammlung Hoffmann geht nach Dresden

09.03.18

Mit Arbeiten von großen zeitgenössischen Künstlern und Künstlerinnen gehört die Sammlung Hoffmann zu den renommiertesten und interessantesten privaten Kunstsammlungen in Deutschland. Bisher wurde die Sammlung eingebettet in den Sophie-Gips Höfen – einem der charmantesten Innenhöfe in Berlin Mitte ausgestellt in einem ehemaligen Fabrikgebäude, dessen obere Etagen Erika und ihr mittlerweile verstorbenen Mann Rolf Hoffmann renovierten, und sowohl als Wohnung als auch zur Präsentation der Sammlung nützten. Seit dem Tod ihres Mannes Rolf Hoffmann 2001 führt Erika Hoffmann die gemeinsam auf- und mit viel Passion ausgebaute Sammlung weiter fort erweiterte den Fokus in Richtung Osteuropa.

Sammlung Hoffmann geht nach Dresden

Nun kommt sie im Zuge eines äußerst generösen Schenkungsakts nach Dresden und wird künftig zum Bestand der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) gehören. Das haben die Sammlerin Erika Hoffmann-Koenige, die Generaldirektorin der SKD Marion Ackermann und die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Eva-Maria Stange heute auf einer Pressekonferenz in Dresden bekannt gegeben.

Die Sammlung Hoffmann
Die Sammlung von Erika und Rolf Hoffmann zählt zu den international bedeutenden privaten Kunstsammlungen und zeichnet sich durch ihren besonders qualitativen Ansatz und das unbedingte Vertrauen in die innere Kraft der Kunstwerke aus. Die Sammlung vereint rund 1.200 Werke künstlerischer Positionen und Strömungen von den 1910er Jahren bis in die Gegenwart aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Zeichnung, Skulptur, Installation, Film- und Videokunst. Das Spektrum umfasst Künstler wie Jean-Michel Basquiat, Monica Bonvicini, Marcel Broodthaers, Miriam Cahn, Tracey Emin, Isa Genzken, Félix González-Torres, Roni Horn, On Kawara, William Kentridge, Julie Mehretu, François Morellet, Sarah Morris, Bruce Nauman, Ernesto Neto, Hermann Nitsch, Albert Oehlen, Sigmar Polke, Arnulf Rainer, Ad Reinhardt, Pipilotti Rist, Thomas Ruff, Anri Sala, Frank Stella, Hiroshi Sugimoto, Wolfgang Tillmans, Cy Twombly oder Andy Warhol. Die Anfänge der Sammlung reichen bis in die 1960er Jahre zurück. Zunächst in Mönchengladbach, später in Köln beheimatet, war das Ehepaar Hoffmann eng mit der vitalen Kunstszene des Rheinlandes verbunden und sammelte gemeinsam und im ständigen Austausch mit den Künstlern. Von Beginn an interessierten sie sich für die künstlerischen Regelverletzungen und Grenzüberschreitungen, in denen sich in der fruchtbaren Auseinandersetzung mit der Gegenwart immer wieder das Neue und Außergewöhnliche offenbarte. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 2001 führte Erika Hoffmann die Sammlungstätigkeit

Bislang größte Schenkung an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Die Sammlung Hoffmann zählt zu den größten Schenkungen, die die SKD je erhalten haben. Damit gelingt dem Museumsverbund ein kaum zu ermessender Zuwachs im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Bereits Anfang der 1990er Jahre bestand mit der nach Plänen von Frank Stella entworfenen Kunsthalle das Vorhaben, die Sammlung Hoffmann für Dresden zu gewinnen. Damals scheiterte dieses Projekt. Nun soll die Sammlung soll in den nächsten fünf Jahren ihren endgültigen Standort in Dresden finden. Ziel ist es, dass alle 15 Museen und Sammlungen der SKD mit dem Konvolut arbeiten können. Ferner sollen Werke als Leihgaben auch anderen Museen im Freistaat Sachsen zur Verfügung stehen.

Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden:
Die Sammlung Hoffmann ist eine Ausnahmeerscheinung unter den großen privaten Kunstsammlungen der Welt. Nicht zuletzt zeichnet sich die Sammlung durch den offenen Blick und die philosophische Reflektion der beiden Sammler aus. Wichtige Werke sind so vertreten von regionalen als auch internationalen, von männlichen als auch weiblichen und von bekannten als auch unbekannteren Künstlern, die alle kleine Schätze darstellen, Lücken in der Kunstgeschichtsschreibung schließen und unseren eigenen Blick erweitern.  Für Dresden, den Freistaat Sachsen und darüber hinaus ist diese Sammlung ein Gewinn von unermesslichem Wert.  Es ist ein wesentliches Anliegen von Erika Hoffmann und mir, dass diese nicht separiert präsentiert, sondern im Gegenteil über Forschungs- und Ausstellungsprojekte in allen unseren Museen integriert wird und neue Konstellationen und Entdeckungen ermöglicht. Erika Hoffmanns Schenkung ist ein großer Vertrauensbeweis und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sind ihr für diesen einzigartigen Schritt zutiefst dankbar.“

Die Sammlerin Erika Hoffmann: 

„Seit Beginn der 1990er Jahre ist die Verbindung von meinem Mann und mir zu Dresden nie ganz abgerissen. Sie begann mit dem ehemaligen Generaldirektor der SKD Werner Schmidt und führt über Martin Roth glücklich zu Marion Ackermann. Zwar sind wir nach dem Fall der Mauer mit dem Projekt einer Kunsthalle gescheitert, mit der wir in Dresden eine Institution für zeitgenössische Kunst schaffen wollten, die Ausstellungen aus Leihgaben internationaler Sammlungen zeigen sollte. Wenn die Sammlung Hoffmann jetzt in die der Staatlichen Kunstsammlungen integriert wird, ist das zwar etwas völlig anderes als das, was wir damals beabsichtigten, erfüllt aber den ursprünglichen Wunsch nach einem Dialog mit der Kunst über Grenzen und Generationen hinweg, wie ich ihn seit über zwanzig Jahren im privaten Rahmen in Berlin ausprobiere. Die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst erscheint mir wesentlich für das Verständnis unserer Gegenwart. Dem Publikum möge unsere Sammlung im Dialog mit den Sammlungen der SKD neue Einblicke und Einsichten vermitteln.“

bildschirmfoto_2018-03-18_um_14.56.04.png

 
Fotocredit: Erika Hoffmann vor "Blaues Zimmer" von Isa Genzken / Pressegespräch am 9. März 2018 / © SKD, Oliver Killig
Ab sofort zeigt das Albertinum bereits erste Werke aus der Sammlung. Zu sehen sind Arbeiten von Isa Genzken, Félix González-Torres, Braco Dimitrijevic und Mathilde ter Heijne.
 

 

 

 

Kategorie: