Sammlung Essl als Albertina Dauerleihgabe

16.02.17
Essl Museum, 2014, © Stefan Oláh

In einer Pressekonferenz gaben Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ), Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder sowie die Sammlungseigentümer Karlheinz Essl und Hans Peter Haselsteiner am 16. Februar bekannt, dass die Sammlung Essl als Dauerleihgabe gänzlich der Albertina zur Verfügung gestellt wird.

Nach den finanziellen Problemen der Baumarktkette Essls, der Ablehnung eines Kaufs der Sammlung durch den Bund und der Schließung des Essl Museum in Klosterneuburg im Juli 2016, erhält die Albertina nun die Aufgabe den Sammlungsbestand Essl möglichst bald wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bis mindestens 2044 übernimmt das Museum sämtliche Rechte über die rund 6000 Werke umfassende Privatsammlung. Der Bund unterstützt diese Übernahme mit 1,1 Millionen Euro.

„Damit ist die Sammlung für Österreich gesichert“, so Kulturminister Drozda. „Das ist ein Gewinn für den Museumsstandort, für die Öffentlichkeit, für die Albertina. Wir schlagen ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit öffentliche Hand und privat auf.“ Eine „Win-Win“ Situation und nachhaltig wichtig für den Kunststandort Wien, ist sich der Kulturminister sicher.

Die Integration der Sammlung in die Strukturen der Albertina soll in den kommenden sechs Monaten abgewickelt werden und sich nicht auf eine Präsentation in der Bundeshauptstadt beschränken sondern auch durch Leihgaben und Reisen ergänzt werden. Kleine Verkäufe aus dem Sammelbestand können binnen der kommenden zehn Jahre noch abgewickelt werden, der Kern der Sammlung muss, so Schröder, jedoch erhalten bleiben. 

Die ab den 1980ern aufgebaute Sammlung richtet ihren Fokus auf heimische Kunst nach 1945. Unter den über 250 vertretenen österreichischen Künstlern finden sich unter anderen Maria Lassnig, Erwin Wurm, Arnulf Rainer, Markus Prachensky und die Wiener Aktionisten. Internationalen Künstler, wie Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Jonathan Meese, Cindy Sherman und Nam June Paik, ergänzen den wertvollen Bestand.

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