Roswitha Haftmann-Preis 2015 an Lawrence Weiner

27.11.14

Der Stiftungsrat der Roswitha Haftmann-Stiftung vergibt den mit CHF 150.000. (Euro 125.000) dotierten Kunstpreis an den 72-jährigen amerikanischen Künstler Lawrence Weiner (*1942). Die Preisverleihung findet am 21. Mai 2015 im Kunsthaus Zürich statt, wie die Haftmann-Stiftung am Mittwoch bekanntgab. Weiner gilt als besonders eigenständiger Vertreter der Konzeptkunst, die in den 1960er-Jahren aus dem Minimalismus entstand. Er setzt die Sprache nicht zur Reflexion über Kunst ein, sondern als Kunst selbst um beim Betrachter Empfindungen, Erinnerungen und Vorstellungen zu evozieren, so die Pressemitteilung der Stiftung. Elliptische Phrasen, meist ohne Subjekt und Prädikat, bringt er in grafisch unverkennbarer Form in Museen, Galerien und im öffentlichen Raum an. Die Entscheidung über die Art der Ausführung seiner Ideen, so erklärt der Künstler, liegt beim Empfänger im Moment der Übernahme. Dieser interaktive Kommunikationsakt über einen Gegenstand in einer zuvor nicht angewandten Sprache ist das Besondere in Weiners Werk. 

Die Jury der Roswitha Haftmann-Stiftung anerkennt, dass Lawrence Weiner damit einen neuen Werktypus und auch einen neuen Rezipienten geschaffen hat. Seine Arbeiten genießen Wertschätzung auf der ganzen Welt. Mehrmals wurde er zur documenta in Kassel eingeladen und nahm an der Biennale in Venedig teil, zuletzt im Jahr 2013 und in São Paulo (2006). Einzelausstellungen waren u.a. im Musée d’Art moderne de la Ville de Paris, im Stedelijk Museum, Amsterdam, im Museum Ludwig, Köln, im Walker Art Center, Minneapolis, dem Museum of Contemporary Art, Los Angeles, und dem Whitney Museum of American Art, New York zu sehen. Im Rahmen der Wiener Festwochen schuf der Künstler 1991 ein Kunstwerk für den Flagturm im Esterhazypark in Wien-Mariahilf.

Der Haftmann-Preis ist Europas höchstdotierte Auszeichnung für bildende Kunst. Er geht auf die Initiative der Schweizer Galeristin Roswitha Haftmann (1924-1998) zurück und wird durch eine gleichnamige Stiftung vergeben. Der Preis wird bereits zum 15. Mal verliehen und ist für lebende Künstlerinnen und Künstler vorgesehen, deren Werke "von überragender Bedeutung" sind. Im Vorjahr ging er an Rosemarie Trockel, 2002 mit Maria Lassnig auch an eine österreichische Künstlerin.

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