Philipp Demandt folgt auf Max Hollein: Städelmuseum und Liebighaus haben einen neuen Direktor

25.06.16

Spekulationen gab es sofort, Sicherheit jetzt: Philipp Demandt, Leiter der Alten Nationalgalerie in Berlin, wechselt nach Frankfurt und wird Direktor von Städelmuseum und Liebighaus. Damit dauerte die Suche nach einem Nachfolger für den langjährigen und äußerst erfolgreichen  Direktor Max Hollein nur zwei Monate.

Hollein, der immer dann, wenn irgendwo auf der Welt ein großes Museum seine Direktorenstelle neu besetzen musste, als Nachfolger genannt wurde, blieb Frankfurt 15 Jahre lang treu. Erst der Ruf der Fine Arts Museums of San Francisco reizte den in Wien geborenen Kunsthistoriker und Betriebswirt so sehr, dass er Frankfurt verließ und seit 1. Juni in San Francisco arbeitet.

Sein nun ernannter Nachfolger Philipp Demandt war seit 2012 Direktor der Alten Nationalgalerie, einem von 17 Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin. Er wurde 1971 in Konstanz geboren, studierte Kunstgeschichte,  Klassische Archäologie und Publizistik, promovierte über die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Königin-Luise-Porträts von Johann Gottfried Schadow und Christian Daniel Rauch sowie zur historischen Mythologie des preußischen Staates im Spiegel des „Luisenkults“.

Ab 2004 arbeitete Demandt als Dezernent bei der Kulturstiftung der Länder, die Kunstankäufe für deutsche Museen und Kultureinrichtungen begleitet, unterstützt und finanziell fördert. Dort beriet er bei Finanzierung und Ankauf von Kunstwerken und war Herausgeber des Kulturstiftungsmagazins „Arsprototo“. Außerdem schrieb er zahlreiche Texte für deutsche Tageszeitungen, die sich immer durch große Prägnanz und Verständlichkeit sowie ein umfassendes Wissen auszeichneten.

Seine Jahre als Leiter der Alten Nationalgalerie waren vor allem durch publikumswirksame Ausstellungen geprägt. Besonders gut besucht waren der Vergleich der beiden beliebten Kunstrichtungen „Impressionismus/Expressionismus. Kunstwende“, die Wiederentdeckung des italienischen Bildhauers „Rembrandt Bugatti“ und eine Ausstellung zur Restaurierung zweier Gemälde von Caspar David Friedrich.

Demandt, ein eloquenter, pointierter Redner und Schreiber, sagte nach der Berufung in einer ersten Reaktion: „Auf Frankfurt, das sich zu einem der aufregendsten Kunstzentren Deutschlands und darüber hinaus entwickelt hat, freue ich mich sehr.“

Seine Berliner Chefs, der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer und Nationalgalerie-Direktor Udo Kittelmann sind vor allem stolz, dass ein Berliner Museumsdirektor nun die beiden bedeutenden Frankfurter Museen leitet. Eissenhauer: „Mit ein wenig Stolz stelle ich fest, dass den Staatlichen Museen zu Berlin eine wesentliche Rolle in der Entwicklung national wie international agierender Museumsdirektoren zukommt.“

Ob Demandt, wie Hollein, neben den beiden Museen auch für die Schirn Kunsthalle verantwortlich sein wird, soll nach der Amtsübernahme der neuen Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig entschieden werden.

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