Österreich. Fotografie 1970-2000 | Albertina

13.07.17
Robert F.  Hammerstiel Frau P. und Kinder (aus der Serie Mittagsporträts – Der Stand der Dinge ), 1989

Wie konstruiert Fotografie Realität? Und wie kann sie über diese Qualität auch Realitäten bewahren? Spuren aufdecken und konservieren?

Die Albertina widmet diesem Sommer der Österreichischen Fotografie zwischen 1970 und 2000 eine umfassende Ausstellung und legt damit den Blick auf Österreich durch die eigene heimische Linse gesehen frei. So lässt sich über die erkennbaren Leitmotive Stadt und Land, Zuhause und Unterwegs, Dokumentation und subjektivem Erleben der spezifische fotografische Fokus der österreichischen Fotografen über drei Jahrzehnte nachvollziehen.

Die 1970er und Folgejahre als Periode in der sich die österreichische Fotografie in einer radikalen Phase des Umbruchs neu bestimmte indem sie Praktiken entwickelte die bis in die 1990er Jahre immer vielfältiger und letztlich auch gestreuter wurden. Ein besonderes in sich geschlossenes Zeitfenster also, das nun in dieser einzigartigen Zusammenschau wertvolle ergänzende Einblicke für den Besucher offenlegt.

"Die österreichische Fotografie ist stets auf Spurensuche", betont der Kurator Walter Moser. Was ist ihr sonst noch eigen? "Der humorvolle Blick", so Moser, der unter anderem mit der gezeigten Video-Arbeit "GT Grantourismo" von Günther Selichar nicht nur subtil ein Schmunzeln anregt. 

Zentral hinter allen Herangehensweisen der in kleine thematische Pakte geschnürten Ausstellung steht ein neuer, identitätsstiftender Heimatsbegriff, einer der sich erst über die fotografischen Annäherungen ausformuliert. Doch letztlich strebt die Ausstellung im Parterre der Albertina auch eine Auseinandersetzung mit dem Medium selbst an. Die unumgängliche Manipulation der Darstellung der Wirklichkeit, wie alleine schon ausgelöst durch die notwendige Wahl eines Bildausschnittes, ist eine der Leitfragen im Ausstellungsdiskurs. Ideen die stets in der Dokumentarfotografie wurzelten und deren Ansätze nun in einer zunehmend konzeptuellen Kunst weitergedacht wurden.

Vertretene Fotografinnen und Fotografen:
Heimrad Bäcker | Gottfried Bechtold | Norbert Brunner & Michael Schuster | Heinz Cibulka | Peter Dressler | VALIE EXPORT | Johannes Faber | Bernhard Fuchs | Seiichi Furuya | Robert F. Hammerstiel | Bodo Hell | Helmut Kandl | Leo Kandl | Friedl Kubelka | Branko Lenart | Elfriede Mejchar | Lisl Ponger | Gerhard Roth | Günther Selichar | Nikolaus Walter | Manfred Willmann

Österreich. Fotografie 1970-2000
bis 8. Oktober 2017

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