NEUERÖFFNUNG | Sanatorium Gallery

30.08.17
© Jennifer Mehigan

Greeting the Viennese Art Scene – Eine neue Galerie für die Schleifmühlgasse

Wiens Galerieszene wächst weiter! Im September zieht die SANATORIUM Gallery aus Istanbul in die ehemaligen Räume von Kerstin Engholm und belebt damit die Schleifmühlgasse mit einem internationalen, unabhängigen Programm.

2009 als Kunstinitiative und unabhängiger Ausstellungsraum begonnen, wurde SANATORIUM 2011 zu einer kommerziellen Galerie und nimmt nun auch regelmäßig an internationalen Messen teil – auch bereits in Wien. Die vertretenen künstlerischen Positionen sind ein gut sortierter Mix aus emerging und etabliert, der Türkei und der Welt. Aus der Anfangszeit geblieben ist die Mentalität der ehemals acht Künstler hinter SANATORIUM. Auch weiterhin strebt man nach Kooperationen, hinterfragt Produktionsprozesse und Entwicklungsprämissen. Heute ist SANATORIUM zwar eine kommerzielle Galerie, doch getrieben von Idealen Kunstschaffender.

Nachdem die Schwierigkeiten für einen kleinen privaten Kunstbetrieb in Istanbul in den letzten Jahren allerdings zunehmend stiegen, wuchs die Idee einen zweiten Galerieraum "irgendwo in Europa" zu finden. "The contemporary art scene in Istanbul is very much abandoned. Putting the political situation aside the main reason for these difficulties is the lack of support for art. This support should mainly come from state culture policies first, then it should have a reflection on the society and the number of people who follow art would increase. In our case it is the opposite, the scene is getting smaller day by day. And Turkey getting more isolated is not helping us at all", so Feza Velicangil, die SANATORIUM Direktorin.

Feza Velicangil: "If there is one thing Vienna could learn from Istanbul, it is the dynamism"

Auch wenn die Entscheidung gerade in Wien mit einer Galerieerweiterung Wurzeln zu schlagen spontan war, so scheint sie von außen betrachtet für Feza Velicangil logisch – schließlich ging sie in Istanbul in eine österreichische Schule und lebte schon in den 1990er-Jahren in Wien. "Last year it hit me suddenly that Vienna could make the best option. It is a great joy to me to be able to share art with people, I would be very happy if I could make a contribution to the Viennese Art Scene."

Für das Programm hat Feza Velicangil bereits eine klare Richtung. Die Post-Internet-Künstler-Generation und deren Kunstproduktionstechniken werden ein deutlicher Fokus des neuen Space. Dabei wird aber nicht nur Digitale Kunst gezeigt, sondern auch die Effekte des Digitalen Zeitalters auf traditionelle künstlerische Medien und Techniken abgetestet und thematisiert. Oder wie Velicangil sich ausdrückt, "contemporary art based on a digital approach". Doch in den ersten beiden Ausstellungen lässt sie den Kuratoren völlig freie Hand – "They are not to manifest the gallery program but just to greet the Viennese Art Scene."

Cyber Corporeality

Für die Eröffnungsausstellung in Wien lud Feza Velicangil die Kuratorin und langjährige PARNASS Autorin Sabrina Steinek ein. 2016 etablierte sie das interaktive Online-Kunstmagazin "keen on" (mehr dazu auch in PARNASS Up&Coming) das nun bereits zum zweiten Mal (nach "Tropical Punch" in der Galerie Nathalie Halgand) ein Thema parallel zur medialen Diskussion im realen Raum aufarbeitet. "Cyber Corporeality" wird auch Diskussionsmittelpunkt der kommenden keen on Ausgabe Posthuman Bodies (Oktober 2017) – so wird Multiperspektivität geschaffen. "Wir haben schnell festgestellt, dass die kuratierten Ausgaben und die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema, natürlich eine großartige Basis für korrespondierende Ausstellungen liefern", erklärt Sabrina Steinek

LaTurbo Avedon, Delia Jürgens, Jennifer Mehigan und Adam de Neige werden die Künstler der Auftakts-Ausstellung sein. Gemeinsam befragen sie das Zusammenspiel und die Beziehung zwischen Technik und Körperlichkeit im 21. Jahrhundert.

"Was ich in Wien oft vermisse, ist der Mut, mehr Digitale Kunst zu zeigen und sich auf die neuen Technologien einzulassen. International betrachtet ist das Thema in Wien absolut unterrepräsentiert  – mit Ausnahme der Vienna Biennale", so die in Wien lebende Kuratorin. "Cyber Corporeality" nimmt Einblick in die Digitalen Revolutionen unseres Informationszeitalters und die wachsende Annäherung und Vermischung realer und virtueller Welten. Die Erweiterung unserer auch körperlichen Evolution über Werkzeuge der Technologie – Avatare, Cyborgs und künstliche Intelligenzen.

Die anschließende, zweite Ausstellung der SANTAORIUM Gallery Wien "Mucca Pazza" wird der in Wien lebende italienische Künstler Salvatore Viviano kuratieren. Sie soll sich, so die Direktorin, sehr von der Eröffnungsausstellung unterscheiden und die Vielfältigkeit der neuen Galerie unter Beweis stellen.

 

Cyber Corporeality
8. September bis 14. Oktober 2017

Eröffnung SANATORIUM Gallery
Donnerstag, 7. September 2017, 18 bis 21 Uhr

www.sanatorium.com.tr

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