mumok: Wir Wegbereiter. Pioniere der Nachkriegsmoderne

20.05.16

Mit der Sammlungspräsentation „Wir Wegbereiter. Pioniere der Nachkriegsmoderne“ richtet das mumok den Fokus auf zwei wichtige Impulsgeber des Kunst- und Kulturlebens nach 1945: Viktor Matejka und Werner Hofmann. Beide Persönlichkeiten sind eng mit dem mumok verbunden.

Als Gründungsdirektor des ehemaligen Museums des 20. Jahrhunderts legte Werner Hofmann (1928–2013) den Basisbestand des Hauses an, der in der Ausstellung in seiner Gesamtheit als Schaudepot zu sehen ist. Hofmann vertrat im Wien der Nachkriegszeit konsequent die Idee der Moderne und sah in den Avantgarden der 1910er- und 1920er-Jahre die künstlerische Essenz des Jahrhunderts. Vom Kubismus und Futurismus angefangen über den Expressionismus bis hin zu konstruktiven Tendenzen und Bauhaus oder dem Surrealismus, fast jede Kunstrichtung der Moderne ist vertreten und beinhaltet Werke von Künstlern wie Richard Gerstl, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Giacomo Balla, Henri Laurens, László Moholy-Nagy, Piet Mondrian, Max Ernst oder René Magritte. Unter den Werken befinden sich auch einige der Inkunabeln der Moderne, so etwa „Homme accroupi“ („Der Kauernde“, 1907) von André Derain oder „Nocturne“ (1910–1911) von František Kupka. Auch dessen Ausstellungstätigkeit wird präsentiert. Eine Auswahl der von ihm initiierten Veranstaltungen wird anhand von Dokumenten, Fotografien und Plakaten in der Ausstellung veranschaulicht.

Viktor Matejka (1901–1993), Abgeordneter der Kommunistischen Partei, wurde von 1945 bis 1949 zu Österreichs erstem Stadtrat für Kultur und Volksbildung ernannt und spielte eine zentrale Rolle im kulturpolitischen Leben Wiens. Besondere Bedeutung maß er der Aufarbeitung der NS-Zeit und der Rückkehr von vertriebenen Künstlern wie Oskar Kokoschka und Arnold Schönberg bei. Sein Geschichtsbewusstsein war eng mit Bildung und Archivierung verknüpft und so legte er bereits vor dem Krieg sein erstes, heute nicht mehr erhaltenes Archiv an. Während seiner Internierung im KZ Dachau entstanden die legendären Pickbücher, die Matejka aus Zeitungsausschnitten anfertigte und an Mithäftlinge weitergab. Das nach Kriegsende abermals angelegte Medienarchiv widmete sich den verschiedenen Themen aus Politik, Kultur und Zeitgeschichte. Den archivalischen Bestand aus Zeitungs- und Zeitschriftenausschnitten sowie Ephemera zur bildenden Kunst übergab Matejka Ende der 1970er-Jahre dem Museum und sollte laufend erweitert werden. Eine Auswahl daraus ist in der Ausstellung gemeinsam mit Werken der wichtigsten künstlerischen Gruppierungen nach 1945 zu sehen, darunter Arbeiten aus dem Bestand des mumok von Herbert Boeckl, Albert Paris Gütersloh, Fritz Wotruba, den Abstrakten um die Galerie (nächst) St. Stephan, den Phantastischen Realisten, Maria Lassnig, Kiki Kogelnik, der Wiener Gruppe und den Wiener Aktionisten.

Aufgrund technischer Schwierigkeiten können derzeit die Bildcredits und die Bildlegenden auf Smartphones nicht eingesehen werden. Wir bitten um Entschuldigung.

alle Fotos dieses Beitrages © mumok Wien
Ort: 
Autor: