MehrWERT Kunstpreis 2017 für Karl Salzmann und Nika Kupyrova

15.05.17

Bereits zum zweiten Mal wurden heuer die Erste Bank MehrWERT Kunstpreise an Künstler und Künstlerinnen vergeben, die bereits im weissen haus gezeigt wurden oder am Atelier- und Residence-Programm teilgenommen haben. Diese Auszeichnungen wurden mit dem Ziel ins Leben gerufen, aufstrebende künstlerische Position zu fördern.

Preisträger/Innen 2017

Karl Salzmann wurde von der vierköpfigen Jury – bestehend aus Verena Gamper (Kuratorin), Christine Haupt-Stummer (Sektion.a), Manisha Jothady (Kunstkritikerin) und Alexandra Grausam (Leiterin das weisse haus / studio das weisse haus) – aufgrund der politischen Aktualität und Brisanz seiner für das ACFNY entwickelten (Sound-)Installation nominiert.

Überzeugt hat die Bezugnahme der Installation auf die politische Gegenwart, eingelöst durch die bestechende metaphorische Qualität der einzelnen Versatzstücke. 

Im fensterlosen Ausstellungsraum wird durch die mittige Positionierung des Lautsprechermonuments das Bild einer totalitären, auf eine Stimme ausgerichteten Gesellschaftsstruktur aufgerufen. Die Bar am Eingang fungiert als Metapher für seichtes 

Geplänkel wie für Verdrängung, während sich zwei Staubsaugerroboter den Raum servicierend unterordnen. Zerstörte Mikrofone stehen sinnbildlich für das Verstummen von Gegenstimmen und die Klänge von David Hasselhoffs Looking for Freedom muten wie der weit in die Ferne gerückte Amerikanische Traum an. Auch das vermeintlich Schöne von Salzmanns Bildwerken mit dem Titel Detonation entpuppt sich im Kontext der Gesamtinstallation als unmittelbar bedrohende Kraft. 

In postfaktischen Gegenwart der USA erhält Karl Salzmanns (Sound-)Installation eine besondere Relevanz. Darüber hinaus ist sie jedoch generell ein starkes Statement zu den Themen Machtmissbrauch, Manipulation und Repression.

Er erhält den mit 3.000 Euro dotierten MehrWERT-Kunstpreis, verbunden mit einem einmonatigen Aufenthalt in New York als Phase der Inspiration und einer Einzelpräsentation im dort ansässigen österreichischen Kulturforum.

Ein weiterer MehrWERT-Kunstpreis wurde an Nika Kupyrova vergeben. Die für New York formulierte Auseinandersetzung mit Gesten/dem Gestischen kann mit Sicherheit in überzeugender Weise auch auf die räumliche Situation im weissen haus hin entwickelt werden. Der Horizont des Gestischen reicht von Kinderspielen über das Kneten von Teig bis zum Beschwören von Kristallkugeln und damit von unschuldig-ritualisierten über funktionale bis hin zu manipulativen Handlungen und ist auch gerade in unserer DIY-Gegenwart mit Heilsversprechen wie mit reaktionärem Eskapismus verbunden. Die mit 1.500 Euro dotierte Auszeichnung wird von das weisse haus verantwortet und ist mit einer Einzelausstellung der Preisträgerin – voraussichtlich im Winter 2017/2018 – verbunden.

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