MEDUSA*N.Y.

07.09.17

Vom 7. bis 9. September findet das American Dance Guild Performance Festival in New York statt. Mit dabei in diesem Jahr mit Medusa*N.Y. eine österreichische Produktion des Tanz*Hotel von Bert Gstettner, das zum Festival nach New York eingeladen wurde. Das ADG Festival 2017, welches im Ailey Citigroup Theater, im Herzen von Manhattan stattfindet, steht für die große Bandbreite an zeitgenössischem Tanzschaffen.

Medusa* Ode
Die Reihe Medusa* ist eine gemeinschaftliche Bühnenarbeit von Hannes Mlenek (Rauminstallation und Malerei) und dem Tänzer und Choreografen Bert Gstettner (Inszenierung und Choreografie). Die Uraufgefühung fand unter dem Titel Medusa*Expedit,  2015 in der Expedithalle in der Wiener Ankerbrotfabrik statt und fand mit Medusa*Ode im Odeon Theater Wien seine Fortsetzung wurde.  Ein Excerpt daraus wird nun in N.Y. gezeigt. Als Produktion von Gstettners auf interdisziplinäre Kunstprojekte spezialisiertem Label Tanz*Hotel entwickelte sich das Projekt unter Mitwirkung des Komponisten Günther Rabl, der Kostümbildnerin Devi Saha sowie der Lichtdesigner Klaus Greif und Lukas Kaltenbeck zu einem intensiven multimedialen Gesamterlebnis. Hannes Mlenek trat in Wien auch als Performer auf, in New York übernimmt seinen Part Matthias Mollner.

Die Bilder für die Aufführung in New York schuf Mlenek während des Sommers in seinem Wiener Atelier. „Sein bildnerische Arbeit bewegt sich immer, wenn auch sonst vielleicht weniger explizit und sichtbar, an der Grenze zur Performance. Die riesigen Formate, die Mlenek bevorzugt, erfordern performativen Körpereinsatz. Wie ein Akrobat bewegt er sich um und über die Leinwände, um sein primäres Thema darzustellen: den menschlichen Körper“ schrieb Maria Rennhofer über den Künstler. Auch die Inhalte von Mleneks Bildern sind von Performance nicht weit entfernt. Körperlichkeit und – teils extreme – Körperhaltungen setzt er in seinen Bildkonzepten mit sicher gesetzten Linien um. Ausgangspunkt seiner nahezu abstrahierten Aktdarstellungen ist dabei stets der eigene Körper. Der Schritt hin zur tatsächlichen theatralischen Darstellung erscheint evident.

Die Choreografie von Medusa bezieht sich auf den Mythos der Gorgo, die die Menschen zu Stein erstarren lässt, wenn sie ihr ins Angesicht schauen. Perseus kann sie durch einen Trick – er hält ihr den spiegelnden Schild vor Augen, sodass sie vor ihrem eigenen Bild erstarrt – unschädlich machen.  Das Haupt der Medusa verkörpert den grenzenlosen Schrecken und auch die Angst, diesen in uns selbst zu finden. Wenn Performer Bert Gstettner eine Kopfmaske trägt, so sind Grausamkeit und Mordlust, Unmenschlichkeit und Bösartigkeit sichtbar und gleichzeitig gebannt durch den reflektierenden Spiegel auf der Bühne. Eine zweite Ebene ist das berühmte Bild „Das Floß der Medusa“, 1817/19 gemalt von Théodore Géricault.  Inspiriert wurde die Tanzperformance von Théodore Géricaults Gemälde „Das Floß der Medusa“.

Die beiden Darsteller beziehen sich auf die verschiedenen Erscheinungen der Medusa und auf die Rolle des Malers, der Teil der dramatischen Umstände seines eigenen Gemäldes wird. Das Floß der Medusa: Die Faszination des Grauens, die Mischung aus Tragik und Erotik, Sinnlichkeit und Anklage, die seit Géricaults Bild immer wieder in künstlerischen, literarischen und musikalischen Werken thematisiert wurde, findet in Mleneks und Gstettners Performance ihren zeitgemäßen Ausdruck.

MEDUSA*ODE (EXCERPT), 9. September 20.00 Uhr
American Guild Performance Festival in New York 7. bis 10. September 2017

THE AILEY CITIGROUP THEATER
The Joan Weill Center for Dance
405 W 55th St, New York, NY 10019-4402, United States

 

 

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