MASTERS: Jeff Koons –Taschenkollektion für Louis Vuitton

15.04.17

Takashi Murakami, Cindy Sherman und Daniel Buren - das Pariser Traditionshaus Louis Vuitton arbeitete bereits mit vielen namhaften Künstlern zusammen. Jetzt entwarf Jeff Koons eine Taschenkollektion für Louis Vuitton die am vorigen Mittwoch im exklusiven Rahmen im Louvre präsentiert wurde.

http://de.louisvuitton.com/deu-de/lv-now

Die Location wurde nicht zufällig gewählt. Lächelt Mona Lisa nun nicht nur hinter Glas den Besucher des Museums an, sondern auch von den Taschen des Luxuslabels. Die sogenannte „Master Kollektion“ für LVMH zeigt insgesamt fünf Werke bekannter Meister der Malerei: Rubens, Fragonard, Van Gogh, Tizian und Leonardo da Vinci. Im Innenfutter der Tasche ist Wissenswerte über das Leben und das Werk zu lesen. Vorlage für die Kollektion war Koons’ „Gazing Balls“-Serie, für die er 2015 Gemälde alter Meister auf großer Leinwand reproduzierte und davor eine blaue Kugel aufstellte. Die sollte damals „die Größe des Universums und die Intimität des Augenblicks genau jetzt und hier“ symbolisieren, so der Künstler bei der Vorstellung des Projekts vor zwei Jahren. Für die Taschenkollektion hat er den Gedanken recycelt, anstelle der blauen Kugeln tritt hier die fette goldene Schrift mit dem Maler-Namen, neben den Label LV und natürlich – angeblich zum ersten Mal – mit den Initialen des Künstlers JK. Ist das Kunst, Design oder Kitsch oder einfach nur eine geniale Marketingidee?

Koons selbst ist jedoch nicht nur vom Design begeistert, sondern auch beseelt mit dieser Kollektion die Kunst den Menschen näher zu bringen näher zu bringen. „Diese ganze Erfahrung hat mich dazu gebracht, mehr Dinge produzieren zu wollen, die für die Menschen zugänglich sind“, so Koons im Interview mit der New York Times und sein Galerist Larry Gagosian bekräftigt den Enthusiasmus des Künstlers: „The more people who look at great art, the better for our culture.” Allerdings ist der Eintritt ins Museum um die Originale zu sehen, weitaus billiger. Kosten doch die Taschen, je nach Modell zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Die Halstücher, die es natürlich auch gibt, sind billiger unterscheiden sich aber kaum vom übrigen Angebot der Museumsshops. Und man darf bei allem Staunen über die Luxusausführung einer immer schon von Museumsshops verfolgten Idee nicht vergessen: Man bekommt nicht nur eine hochwertige Ledertasche mit Gemäldedruck sondern auch einen echten Jeff Koons. Günstigster Artikel der Kollektion ist übrigens der Taschenanhänger in typisch Koonscher Formensprache für wohlfeile 395 Euro. 

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