Maria Lassnig Preis 2017 geht an die Künstlerin Cathy Wilkes

12.01.17

Peter Pakesch, Vorsitzender der Marial Lassnig Stiftung gab heute bekannt, dass der 2017 erstmalig verliehene Maria Lassnig Preis an die 1966 in Belfast, Irland geborene Künstlerin Cathy Wilkes geht. Das Preisgeld ist mit 50.000 € dotiert, zusätzlich ist mit dem Preis eine Einzelausstellung im MoMA PS1, dem institutionellen Partner des ersten Maria Lassnig Preises verbunden. Mit dem biennal vergebenen Preis sollen Künstler und Künstlerinnen in der Mitte ihrer Karriere geehrt werden.

Der Preis wurde bereits vor ihrem Tod 2014 im Alter von 94 Jahren von Maria Lassnig angedacht. Lassnig selbst, die sich zu ebenjenem Zeitpunkt am Zenit ihres Schaffens befand, wurde erst spät als Künstlerin anerkannt. Diese Auszeichnung soll das Werk von Künstlerkollegen einem breiteren Publikum öffnen. Neben dem Preisgeld ist auch stets eine Einzelausstellung des Preisträgers oder der Preisträgerin verbunden, die von einer mit der Maria Lassnig Stiftung kooperierenden Institution organisiert wird. Die Jury besteht aus Vertreter und Vertreterinnen der Stiftung und der beteiligten Institution. 

2017 ist dieser institutionelle Partner das MoMA PS1, New York, das 2014 äußerst erfolgreich Lassnigs erste große Ausstellung in einem amerikanischen Museum präsentierte. Die Ausstellung wurde von Peter Eleey, Chefkurator des MoMA PS1, organisiert. Eleey war, zusammen mit Peter Pakesch, auch Mitglied der diesjährigen Jury; weitere Jurymitglieder waren Matthias Mühling, Lenbachhaus München und Hans Ulrich Obrist, Serpentine Gallery, London, beide sind auch der Stiftung engagiert; Laura Hoptman, Kuratorin für Malerei und Bildhauerei, MoMA; Sheikha Hoor Al-Quasimi, Präsidentin der Sharjah Art Foundation sowie die New Yorker Künstlerin Zoe Leonard.

„Seit Beginn ihrer Karriere in den 1990er-Jahren hat Wilkes skulpturale Tableaus geschaffen, die sich mit dem Lauf des Lebens beschäftigen.“ Schrieb Peter Eleey, der auch die Ausstellung mit Cathy Wilkes im PS1 kuratieren wird. „Durch die Verwendung von alltäglichen Produkten und Restmaterialien aus ihrem Haushalt, stellen die Installationen von Wilkes eine Verbindung zwischen Banalitäten unserer täglichen Existenz und Archetypen wie Geburt, Ehe, Kindererziehung und des Todes her. Diese Kombination aus Persönlichem und Universellem führt zu einer Meditation im Herzen ihrer Arbeit, in der Wilkes’ Kunst Einfühlungsvermögen und tief empfundene subjektive Erlebnisse enthüllt, um über sich selbst hinauszuwachsen und gleichzeitig die grundsätzlich private Natur der Kunst beizubehalten."„Durch die Darstellung ihrer inneren und privaten Welten erinnert Wilkes an Maria Lassnigs Methode der 'Body Awareness', mit der Lassnig körperliche Empfindungen von Innen heraus darzustellen versuchte“, ergänzt Eleey.

„Maria Lassnig gilt heute als eine einzigartige und bedeutende Persönlichkeit in der Geschichte der modernen Kunst", so Peter Pakesch. „Ihre risikofreudige Arbeit erfuhr jedoch erst sehr spät und nach jahrelangem Kampf weltweite Anerkennung. Sie engagierte sich zeitlebens für andere Künstler/innen und Kolleg/innen und sprach in ihren letzten Jahren von der Hoffnung, einen Weg zu finden, Künstler/innen in der Mitte ihrer Karriere mit jener öffentlichen Aufmerksamkeit und Anerkennung zu belohnen, die sie verdient haben. In diesem Sinne rief die Stiftung den Maria Lassnig Preis ins Leben.

Die einzigartige Struktur des Preises ist ein Schlüsselelement bei der Verwirklichung der Wünsche von Maria: Durch die Zusammenarbeit mit einer führenden internationalen Institution kann die beste Plattform für den Gewinner/die Gewinnerin sichergestellt werden. Wir freuen uns, den Eröffnungspreis an Cathy Wilkes zu verleihen und sind in besonderem Maße geehrt, dass unser erster institutioneller Partner das MoMA PS1 ist, welches Lassnigs erste große U.S.-amerikanische Museumsausstellung präsentierte."

 
 

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