Manfred Makra und Hermann J. Painitz in der Galerie Artmark

30.11.16

Mit der für die Ausstellungsräume speziell entwickelten Installation Manfred Makras „Unified Fields“ und einer Auswahl aus der neuen Bilderserie „Tetraktys“ von Hermann J. Painitz bringt die Wiener Galerie Artmark erstmals Arbeiten dieser beiden Künstler in einem größeren Rahmen zusammen.

Seit Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit treibt den in Graz geborenen Manfred Makra die „Sehnsucht nach Einheit“ an. Es geht ihm in seiner Kunst um „eine Annäherung an eine Gesamtheit“, sagt er im Gespräch und verweist auf den in der Renaissance gebräuchlichen Begriff „archipittura“, der auf die Verbindung von Architektur und Malerei referiert. Nach zahlreichen Asienreisen, der intensiven Auseinandersetzung mit der Ästhetik des japanischen Zen, der Kalligraphie und Tuschmalerei hat Makra im Laufe der Zeit eine Entwicklung zu einer kontemplativ-konkreten Bild- und Formensprache durchlaufen.

Wenn sich dem Künstler die Möglichkeit bietet, arbeitet er wie in diesem Fall mit Vorliebe raumbezogen. Die einzelnen Elemente seiner „unified fields“ können zwar als autonome Arbeiten für sich stehen, entfalten jedoch ihren intensiven Klang erst in ihrem räumlichen Zusammenhalt. Im Zentrum Makras Programmatik steht eine Raumeroberung, die er mittels dreidimensionaler Wandobjekte, transparenter Folien als Bildträger und reiner Wandmalerei zu realisieren weiß. Linie, Fläche, Farbe und plastische Form stellen für den Künstler elementare raumbildende Einheiten dar, mittels derer er ein dynamisches Gleichgewicht herstellen möchte, das sich durch Verdichtung und Leichtigkeit, Materialität und Auflösung und Progressivität und Konzentration speist.

Geometrische Formen und vor allem die wiederkehrenden konzentrischen Kreise in seinen Bildern haben dazu geführt, dass der Wiener Künstler Hermann J. Painitz immer wieder im Umfeld der konstruktiven oder konkreten Kunst verortet wurde. Er selbst bezeichnet seine Arbeit als „logische Kunst“, die auf inneren Gesetzmäßigkeiten beruht und sich mit visuellen Zeichensystemen beschäftigt.

Vor nicht ganz zwei Jahren hat der frühere Präsident der Wiener Sezession an seiner Bilderserie mit dem Titel „Tentraktys“ begonnen zu arbeiten. Seither sind etwa 40 Papierarbeiten (Collagen) und 20 zum Teil großformatige Leinwände entstanden, in denen der Künstler der pythagoräischen Sphärenharmonie nachspürt die der Vorstellung folgt, dass der Kosmos durch Zahlenfolgen, Bewegungen und freigesetzte Töne der Himmelskörper eine harmonisch geordnete Gesamtheit bildet. Als Tetraktys bezeichnete Pythagoras die Gesamtheit der Zahlen 1, 2, 3 und 4, deren Summe 10 ergibt. Visualisiert durch ein gleichseitiges Punktedreieck, das als eine vollkommene Figur galt, sah man in ihm den Schlüssel zum Verständnis der Weltharmonie.

Durch Kombination von über einem Zeitraum von etwa zehn Jahren angefertigten Farbpapieren realisiert Painitz seine Collagen, die das Punktedreieck aufgreifen, nach Kriterien verschiedener Farblehren entstehen und der Idee einer inhaltlichen Verschlüsselung folgen, die den Zahlenrhythmus 1,2,3,4, …10 in sich trägt. Dasselbe Prinzip gilt für die Leinwände, die mit Hilfe methodischen Planens ihre Gestalt erhalten und ganz ähnlich wie die Installation Manfred Makras eine Annäherung an eine zusammengesetzte, in sich geschlossene Mannigfaltigkeit beschreibt.

 

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