KERSTIN VON GABAIN mit Kardinal König Kunstpreis 2017 ausgezeichnet

28.11.17
Kerstin von Gabain, Portrait Foto: Ismini Adami

Kerstin von Gabain, Portrait Foto: Ismini Adami

Die österreichische Künstlerin Kerstin von Gabain erhält den Kardinal König Kunstpreis 2017. Ausschlaggebend für die Preiszuerkennung war die aktuelle Thematik, der sich die Künstlerin in besonderer Weise widmet: die Unversehrtheit der menschlichen Existenz ist nicht selbstverständlich; prekäre Lebenssituationen, Verletzung, Verlust werden von der Künstlerin in Form von wächsernen Gliedmaßen, Kunststoff-Knochenteilen, Bildern von mutierten Konsumgütern visualisiert. Zwischen zuckerlrosa Verführung und erschreckender Irritation changieren die skulpturhaften Objekte und gleichsam museal vorgeführten Versatzstücke aus Kerstin von Gabains plastischem Repertoire. 

"Kerstin von Gabain stellt in ihren Arbeiten Verbindungen zwischen unterschiedlichen Medien und kulturellen Hierarchien her," so Rainer Fuchs, der Chefkurator des mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien. "Kunstgeschichte und Alltagsleben, Hoch- und Populärkultur setzt sie ebenso zueinander in Beziehung wie Fotografie, Bildhauerei, Installation und Performance. Durch ironisch-spielerische Verknüpfungen und Aneignungen schafft sie überraschende Konstellationen, die klischeehafte und verinnerlichte Vorstellungen von Kunst und ihrer gesellschaftlichen Funktion aufbrechen bzw. sichtbar machen. An Alltagsgegenständen, wie etwa Mobiliar, hebt sie deren anthropomorphe Züge hervor und baut damit ein Spannungsfeld zwischen bedrohter, fragiler Lebendigkeit und skurriler Komik auf. Sie deutet Bild-Traditionen radikal um und legt den Objekt- und Fetischcharakter von musealen Exponaten ebenso offen, wie den manipulativen Charakter von Ausstellungen. Ihre Arbeit lebt sowohl von einer kritischen Sicht auf die Geschichte der Kunst und ihre Präsentationsweisen, wie auch von parodistischen und ironischen Zügen gegenüber Traditionellem und Aktuellem als unhintergehbarem Amalgam – wovon sie konsequenterweise auch ihr eigenes Werk nicht ausnimmt."

Kerstin von Gabain, geb. 1979 in Palo Alto, USA, studierte an der Akademie der bildenden. Künste in Wien (1998 - 2003). Sie arbeitet insbesondere mit Fotografie und Skulptur. Ihre Werke waren u. a. in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künstler Wien (2017), im 21-er Haus, Wien (2016), in der Kunsthalle Wien (2015), in der Secession, Wien (2014) und im MAK, Wien (2013) zu sehen. Vertreten wird die Künstlerin von der Gabriele Senn Galerie, Wien. Kerstin von Gabain lebt und arbeitet in Wien. 

Der biennal vergebene Preis des Kardinal König Kunstfonds der Erzdiözese Salzburg ist für junge in Österreich lebende Künstler/innen unter 40 Jahren vorgesehen. Er wurde 2005 auf Initiative von Prälat Dr. Johannes Neuhardt in Salzburg ins Leben gerufen und mit Euro 11.000.- dotiert. 

Foto: Ismini Adami

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