KARUSSELL – Ein Raumkino von Gerda Leopold im Unteren Belvedere

24.06.16

Mit ihrem innovativen Filmprojekt „Karussell“ stellt die Künstlerin und Filmemacherin Gerda Leopold eine experimentelle wie spannende Arbeit und zugleich ihren ersten Spielfilm vor. Strukturell angelehnt an Arthur Schnitzlers Bühnenstück „Reigen" und mit einem sog. Multikamera-Helm, der mit fünf Kameras zugleich filmt, setzt sich „Karussell" aus der individuellen Sicht seiner Protagonisten mit zentralen Themen wie Liebe, Zugehörigkeit und Verantwortung auseinander. In einem eigens konzipierten Projektionsraum wird „Karussell" für seine Betrachter zu einem unmittelbaren und unausweichlichen Kinoerlebnis.

Noch bis 26. Juni im Unteren Belvedere
Screenings täglich um 16.00 Uhr (English) & um 19.00 Uhr! (Deutsch)

Kino um uns herum: Das Konzept von „Karussell“

Dem Filmprojekt liegt strukturell Schnitzlers „Reigen“ zugrunde, Es schien in seiner Struktur für diese Art der Verfilmung prädestiniert zu sein, denn es gibt in dem Drama weder eine Protagonisten, noch einen Antagonisten. In jeder Szene des Bühnenstückes treten zwei Hauptpersonen auf, von denen eine Person in der nächsten Szene wieder auf einen neuen Charakter trifft, usw., bis am Ende die letzte und die erste Figur einander begegnen und so den Kreis schließen. „Karussell“ übernimmt dieses strukturelle Grundkonzept. In Gerda Leopolds Film tragen die in der jeweiligen Szene agierenden Figuren abwechselnd einen sog. Multikamerahelm auf dem fünf Kameras montiert sind. Jede Szene wird also einmal aus der subjektiven Sicht der Figur sowie aus vier anderen Blickwinkel aufgenommen und dann gegengeschnitten. Die so entstandenen fünf Filme werden dabei synchron an die vier Wände sowie an die Decke eines eigens dafür konstruierten Vorführraumes projiziert. Der Zuschauer kann auf diese Wiese die gesamte Bandbreite menschlichen Agierens unmittelbar aus der Sicht beider Protagonisten erleben und wird unausweichlich im Vorführraum Teil des Geschehens. Gerda Leopold erschafft ein Kino, das aus sich heraus erlebt wird und den Betrachter in eine agierende Person transformiert.

"Wir stehen am Anfang einer neuen Entwicklung. Im VR Bereich (Virtual Reality, das ist das mit den Brillen) wird geforscht und nach Filmen mit Inhalten gesucht. KARUSSELL ist der erste Spielfilm auf der ganzen Welt, der in dieser Art erstellt wurde. Er beweist eindrücklich, dass es möglich ist, so einen Film zu machen."
(Gerda Leopold)

Karussell, 96 min.
5 Kanal Videoprojektion in einem eigens dafür gebauten Projektraum  
www.amiluxfilm.com

 

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