Im Dialog: Fritz Panzer und Josef Bauer

15.12.16

Die Galerie Krobath zeigt mit Fritz Panzer und Josef Bauer eine überaus sehenswerte Dialogausstellung der beiden Künstler. Zu sehen noch bis 22. Dezember. „Beide Künstler entstammen einer Künstlergeneration, die in den 1960er-Jahren ihr Werk entwickelten. Heute erkennen wir die korrelierenden Aspekte beider Künstler in der Anlage ihrer künstlerischen Arbeit, obwohl es ganz unterschiedliche Einflüsse waren, die beide Künstler geprägt haben. Zum einen Fritz Panzer, der durch Aufenthalte in Amerika und Italien die Kunst der Pop-Art, Arte Povera kennenlernte, zum anderen Josef Bauer, der im Zusammenhang der Auseinandersetzung mit Sprache und Bild der Wiener Gruppe zu verorten ist. Eine erste gemeinsame Ausstellung fand 1968, privat organisiert in einer Wiener Altbauwohnung statt“, so Harald Krejci in seinem Ausstellungstext. Von beiden Künstlern sind sowohl neuere Arbeiten als sogenannte „Klassiker“ zu sehen, wie Panzers Drahtskulptur „Hommage an Nam June Paik“ oder sein „Parkettboden", beide von 2010. Mit dem Werkstoff Draht erarbeitet sich Panzer seine aus dem profanen Alltag auftauchenden Formen, vom Waschbecken, über Stühle bis hin zu seiner bekannten Rolltreppen, die im Rahmen der Ausstellung „Drawing Now“ in der Wiener Albertina zu sehen war. Beeindruckend sind jedoch auch die aktuellen, 2016 entstandenen Temperabilder auf Leinen. Zum Teil großformatig, aber auch in kleinem Format beeindruckend. Vieles der frühen gestischen Zeichnungen scheint angelegt und ist zum Teil auch noch sichtbar, wird jedoch durch die flächigen Formen überlagert. Panzer setzt diese geschickt ein, sodass sich der Eindruck einer „Collage“ ergibt, einer Überlagerung von Schichten aus unterschiedlicher stofflicher Qualität und erreicht dadurch auch innerhalb des Mediums eine prägnante Räumlichkeit in der Fläche. Panzer reflektiert in seinen zweidimensionalen Arbeiten die „kritischen Zustände der Form und des Raums“, indem er Struktur und Form gegeneinander setzt und manchmal geradezu ausspielt, so Krejci. Josef Bauers „Taktile Philosphien“ entfaltet sich im Hauptraum der Galerie anhand von älteren und aktuellen Arbeiten. Stets inspiriert von sprachwissenschaftlichen Ansätzen verortet sich Bauers künstlerische Praxis zwischen Konkreter Poesie, Performance und Malerei. Bauer übersetzt die Sprache jedoch buchstäblich in begreifbare Darstellungen und zumeist in direkte Beziehung zum Körper. Sein Interesse an der Problematik der Beziehung des menschlichen Körpers und seiner Interaktion mit dem bildhauerischen Objekt machte ihn zum Vorläufer jener Tendenzen, die in der Folge auch Franz West oder später Erwin Wurm aufnahmen. Prägend für das Werk Bauers ist jedoch stets der sprachwissenschaftliche Ansatz, die Semiotik, die in seinem Werk zu einem spezifischen Verhältnis von Sprache und Bild führten. Beide Künstler machen „die Form zu einem Experimentierfeld u.a. von Material, Struktur, Sprache, die zum Prozess wird“.  (H.Krejci)

bis 22.12.2016

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