Gerhard und Birgit Gmoser-Preis für Gegenwartskunst, Secession Wien“ geht an Claudia Märzendorfer

13.10.17

Der zum dritten Mal verliehene „Gerhard und Birgit Gmoser-Preis für Gegenwartskunst, Secession Wien“ geht an die Wiener Künstlerin Claudia Märzendorfer. Die Jury, bestehend aus Ramesh Daha, Herwig Kempinger, Eva Schlegel, Esther Stocker und Maja Vukoje hat am 12. Oktober 2017 über die Vergabe des mit 5.000,- Euro dotierten Kunstpreises entschieden. Die Preisverleihung findet am 23. November um 19 Uhr in der Secession statt. 

Claudia Märzendorfers künstlerische Praxis beschreibt man vielleicht am besten als Darstellungsversuch eines Moments, der aus der Kontrolle geraten, zugleich unmöglich und irgendwie „falsch“ zu sein scheint. Vielmehr als Werke für die Ewigkeit (und Produkte für den Kunstmarkt) zu schaffen, interessiert die Künstlerin das Prozesshafte, die Veränderung, auch das Verschwinden einer Arbeit. Folglich ist „Zeit“ Gegenstand in all ihren Arbeiten – ob in flüchtigen skulpturalen Installationen oder Objekten, die mit monumentalem Zeitaufwand hergestellt wurden. 

Seit Ende der 1990er-Jahre arbeitet und experimentiert die Künstlerin wiederholt mit einem Verfahren und Material, das ihrem Interesse am Unbeständigen und Unkontrollierbaren entgegenkommt: Die Künstlerin produziert Objekte aus gefrorenem Wasser (fallweise auch gefrorener Tinte). Es entstehen ephemere, instabile Plastiken, deren Zerfallsprozess mit dem Zeitpunkt ihrer Präsentation einsetzt – und damit einmalige, magische Situationen, die wie bei musikalischen Live-Aufführungen immer auch einen Moment der Überraschung in sich tragen. 

Die Jury begründet ihre Entscheidung folgendermaßen: „Die Jury des heurigen Gmoser Preises entschied einstimmig den Preis an Claudia Märzendorfer zu vergeben. Unter den zahlreichen hervorragenden Einreichungen besticht ihre Arbeit durch konzeptuelle Stringenz von hoher formaler Qualität und medialer Vielfalt.“ 

Die Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession vergibt in diesem Jahr zum dritten Mal den „Gerhard und Birgit Gmoser-Preis für Gegenwartskunst, Secession Wien“. Birgit Gmoser errichtete 1999 die „Gerhard und Birgit Gmoser-Stiftung“ – in Erinnerung an ihren verstorbenen Ehemann, den österreichischen Diplomaten und Maler Gerhard Gmoser – mit dem gemeinnützigen Zweck eines Förderungspreises für KünstlerInnen. Der Preis wurde österreichweit ausgeschrieben und richtete sich an alle KünstlerInnen, die in den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Fotografie und Neue Medien tätig sind. Der Preis wird 2020 erneut ausgeschrieben. 

Preisverleihung 

Donnerstag, 23. November 2017, 19 Uhr, Secession 

Begrüßung und Laudatio durch Herwig Kempinger, Präsident der Secession 
Künstlerinnengespräch mit Claudia Märzendorfer und Jeanette Pacher 
anschließend Drinks & Snacks 

 

Kurzbiografie Claudia Märzendorfer

Claudia Märzendorfer, geboren 1969 in Wien, Studium der Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien (1994-2001), lebt und arbeitet in Wien. 

Einzelausstellungen (Auswahl): 

2017 Score #5 Rhiz, Schallform gallery, Wien; 2016 72 km+ Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien (KM– Graz); 72 km+ MSU Maribor (SVN); Reisegruppe schöner Männer, Fox Offspace, Wien; kollektive Collage, Bildraum Bodensee, Bregenz; 2015 shared space Attems, Rhizom im Palais Attems, Graz; 

2014 Silent Running, Ersatzteile, Showroom Vice Versa, Berlin; 2009 Als er das Messer in die Sonne warf, Jesuitenfoyer, Wien 

Gruppenausstellungen (Auswahl) 

2017 visions of nature, Kunsthaus Wien; 2016 OFF IS, Traungasse 12 Wien; Sound und Buch, Belvedere Wien; 2015 Winterausstellung, Schloss Benrath (D); Anchor Zero Frey Art Museum, Seattle (US) 

Auszeichnungen, Residencies 

2014 Outstanding Artist Award für bildende Kunst 

2012 Schönste Bücher Österreichs für here’s to you, Catalogue raisonné 

2011 Bildhaueratelier des Bundes/ Prateratelier 

2010 Staatsstipendium für bildende Kunst 

2006 Artist-in-Residence bei Tesla im Podewil’schen Palais, Berlin (D)

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