Gerhard und Birgit Gmoser Preis der Wiener Secession an Ramesch Daha

22.12.14

Die Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession vergibt in diesem Jahr zum zweiten Mal den „Gerhard und Birgit Gmoser-Preis für Gegenwartskunst, Secession Wien“. Birgit Gmoser errichtete 1999 die „Gerhard und Birgit Gmoser-Stiftung“ – in Erinnerung an ihren verstorbenen Ehemann, den österreichischen Diplomaten und Maler Gerhard Gmoser – mit dem gemeinnützigen Zweck eines Förderungspreises für KünstlerInnen. Der Preis wurde österreichweit, genreübergreifend sowie für das gesamte künstlerische Schaffen ausgeschrieben und richtete sich an alle KünstlerInnen, die in den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Fotografie und Neue Medien tätig sind. Der Preis wird 2017 erneut ausgeschrieben. 

2014 geht der Preis an die Wiener Künstlerin Ramesch Daha. Die ExpertInnen-Jury, bestehend aus Carola Dertnig, Herwig Kempinger, Christoph Meier, Andreas Reiter Raabe und Eva Schlegel, hat am 2. Dezember 2014 in einem ausführlichen Diskussions- und Abstimmungsprozess über die Vergabe des mit 5.000,- Euro dotierten Kunstpreises entschieden. Die Preisverleihung findet am 19. Jänner 2015 um 19 Uhr in der Secession statt.

Ramesh Daha wurde 1971 in Teheran/Iran geboren. 1978 übersiedelte sie nach Wien. Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste bei Prof. Arik Brauer und ab 1997 bis 1998 bei Prof. Hubert Schmalix. 2005 erhielt Ramesch Daha das Staatsstipendium für bildende Kunst. In ihren Arbeiten verknüpft sie verschiedene Medien – Malerei, Grafik und Video – mit einer kritischen Archivarbeit, in deren Fokus immer wieder der Iran, aber auch Ereignisse von entscheidender geopolitischer Bedeutung wie der 11. September 2011 stehen. Die Künstlerin lässt öffentliche und private Geschichte ineinanderfließen und Familiengeschichte zu einem Spiegel gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen werden. Ihr Ausgangspunkt ist jeweils eine akribische Zusammenstellung von Dokumenten, Notizen und Vermerken. Ramesch Daha geht es dabei weniger um ein streng wissenschaftliches Arbeiten, vielmehr geben diese Materialsammlungen der Erinnerung eine physische Qualität. Im Aufdecken neuer möglicher Lesarten des Vergangenen entfalten sich unbekannte Facetten eines kulturellen wie nationalen Gedächtnisses.

Die Jury begründet ihre Entscheidung folgendermaßen: „Das Werk von Ramesch Daha weist nicht nur eine herausragende malerische Qualität auf, sondern wurde in den vergangenen Jahren von ihr konsequent in Richtung kritisch-politischer Ausdrucksformen weiterentwickelt. Mit ihrem spezifischen seriellen Zugriff verhandelt die Künstlerin kaum präsente Aspekte von Geschichte und Gedächtnis, ihre Arbeiten betonen die Subjektivität von Geschichtserfahrungen, ohne deren Konstruiertheit zu verschweigen. Ramesch Daha nimmt damit eine herausragende Stellung innerhalb der österreichischen Kunstproduktion ein". 

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