Georg Trakl-Preis für bildende Kunst an Daniel Domig

10.10.14

Die Galerie im Traklhaus wollte sich im 100. Todesjahr von Georg Trakl an den bedeutenden Salzburger Dichter erinnern und schrieb dazu einen Wettbewerb aus. Österreichische bildende Künstlerinnen und Künstler wurde eingeladen sich zu bewerben. Der Gewinner des 4.000 € dotierten Preises steht nun fest: Daniel Domig.

Der Künstler wurde 1983 in Vancouver geboren und ist in Hallein aufgewachsen. Er studierte von 2001–2006 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. 2005 war er mit einem Atelierstipendium des Landes Salzburg in Chicago und 2007 in der Cité des Arts in Paris. 2008 wurde er beim Faistauer-Preis mit einer Anerkennung ausgezeichnet. Zur Zeit lebt und arbeitet Daniel Domig in Wien.

In seinem für die Ausstellung zum Thema „der späte Trakl“ geschaffenen Film geht der Maler auf das letzte Gedicht „Grodek“ ein und überlagert Zeichen und Textpartien, die ganz schnell hingesetzt werden und genauso schnell wieder verschwinden.

Die Jury, bestehend aus dem Künstler Prof. Christian Ludwig Attersee, dem Verleger Dr. Jochen Jung und der Kunst- und Literaturwissenschaftlerin sowie Direktorin des Dommuseums in Wien, Dr. Johanna Schwanberg, hat sich einstimmig für Daniel Domig als Preisträger entschieden, denn der Künstler versteht es, mit schnellem und leichtem Pinsel auf die Gedichte und die Bio­grafie Georg Trakls einzugehen und einen visuellen Kommentar zu finden, ohne zu illustrieren. Seine Arbeit überzeugt aufgrund ihrer medialen Vielfältigkeit, sei es nun Malerei, Zeichnung, Text, Film und Ton. Zu den wesentlichen Merkmalen dieses Kunstwerkes gehören eine starke Rhythmik, farbliche Reduktion, ein Verhältnis zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, sowie eine Offenheit und Vergänglichkeit. Durch ironische Akzente, wie bereits der Titel „DEAR MR GRODEK“ zeigt, bricht Daniel Domig die Ernsthaftigkeit des Spätwerks von Georg Trakl.

Die Ausstellung anlässlich Georg Trakls 100. Todestag ist noch bis 8.11.2014 zu sehen. Insgesamt haben sich 30 Künstler und Künstlerinnen mit dem Thema auf unterschiedlichste Weise auseinandergesetzt. Inspiriert wurden die Kunstschaffenden nicht nur durch das Werk und die Biografie des Dichters, sondern auch durch die Erinnerung an Trakl selbst.

Zu sehen sind weitere Arbeiten von:

Ingmar Alge, Elisabeth Altenburg, Franz Bergmüller, Matthias Bernhard/Markus Kircher, Tassilo Blittersdorff, Berthold Bock, Daniel Domig, Herbert Friedl, Peter Fritzenwallner, Thomas Hörl, Walter Kainz, Marion Kilianowitsch, Isabella Kohlhuber, Marko Lipuš, Katrin Maurer, Felix Pöchhacker, Markus Proschek, Nicole Prutsch, Oswald Putzer, Katharina Puschnig, Paul Raas, Thomas Redl, Anna Reisenbichler/Angela Strohberger, Bernhard Resch, Roman Scheidl, Elisabeth Schmirl, Johannes Steidl, Roman Wagenbichler, Bernhard Wieser und Judith Zillich.

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