Galerie Blaugelbezwettl – Uwe Hauenfels

05.10.16

Die Galerie Blaugelbezwettl [Viertelsgalerie Waldviertel des Landes Niederösterreich] in der Propstei Zwettl zeigt noch bis Sonntag, 9.10., eine Einzelaustellung des Bildhauers Uwe Hauenfels. Der im Mai diesen Jahres verstorbene Künstler war Niederösterreicher, lebte und arbeitete in Wien und Waidhofen an der Ybbs und war selbst engagierter Kulturarbeiter im Bereich der Marke Lower Contemporary Art. Im Rahmen des Vereins Kunstbank Ferrum, den er mitbegründete, initiierte er gemeinsam mit Theresia Hauenfels unter dem Namen „raumimpuls“ eine Ausstellungsplattform, in der seit vielen Jahren ein engagiertes Programm im Bereich zeitgenössischer Kunst gezeigt wird. 

Die Ausstellung wurde von Theresia Hauenfels kuratiert, die nun auch den Nachlass des Künstlers verwaltet. Gut ausgesucht und sehr reduziert gestellt, zeigt die Schau eine sensible Zusammenstellung von Arbeiten, die miteinander in einen Dialog treten. So verzichtete die Kuratorin bewusst auf die – nicht minder interessanten, starkfarbigen bis nahezu neonfarbenen Skulpturen des Künstlers – und zeigt stattdessen ein gelungenes Zusammenspiel seiner pastell bis nudefarbenen Objekte aus der Serie „Raumzeichnungen“, so als wolle sie die Aufmerksamkeit des Betrachter vorwiegend auf die subtilen und vielfältigen Formenvarianten der Skulpturen lenken und nicht auf ihren Farbenreichtum. Was zweifellos gelungen ist. Waren die frühen „Raumzeichnungen“ vorwiegend aus silberfarbenen Metall, zuweilen auch aus Holz, und auch filigraner, so kam neben der Metallfläche, die in der Folge die feinen Metalllinien ergänzte, auch nach und nach die Farbe hinzu, die zugleich auch zuweilen zum Titel wurde und den Objekten auch etwas Lyrisch–Narratives verlieh. Die farbigen „Raumzeichnungen“ aus Metall werden ergänzt durch Arbeiten aus der Serie „Levitation“, eine Weiterführung der Serie „Raumzeichnungen“, in der Uwe Hauenfels mit Streckmetall, Edelstall und Alu Formelemente der vorangegangen Serie aufnimmt und weiterentwickelt. In beiden Serien gelangte Hauenfels, der bei dem Bildhauer Franz Xaver Ölzant an der Akademie der bildenden Künste in Wien studierte, zu einer freien, dem Material nicht unbedingt immanenten Verarbeitung. Ganz im Gegenteil: stets versuchte er die Grenzen des Materials auszuloten und die Dichte und Massivität der Skulptur aufzulösen und sie zugleich so zu formen, als würde sie einem steten Linienfluss folgen. Die Leichtigkeit und das „Non-Finito“ der Bewegung, die sich in den Schlingen und Kurven seiner Skulpturen stets auf Neue vollzieht, verleiht ihnen etwas Skizzenhaftes und Momenthaftes und macht sein Œuvre unverwechselbar und singulär. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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