Eine To-Do-List für London

25.02.15

Mit „Rubens and His Legacy“ in der Royal Academy, mit der Retrospektive von Marlene Dumas Werk in der Tate Modern und mit „Post Pop : East meets West“ in der Saatchi Gallery sind in London im Moment drei absolut sehenswerte und eindrucksvolle Ausstellungen zu sehen, die thematisch nicht unterschiedlicher sein könnten.

Peter Paul Rubens (1577–1640) war ohne Zweifel schon zu seinen Lebzeiten einer der brillantesten, erfolgreichsten und vielseitigsten Künstler. Er malte fast alles, von religiösen Themen bis zu Hofporträts, von Landschaften bis zu lebendigen Jagdszenen, von mythologischen Geschichten bis zu reichlich nackter Haut. In der altehrwürdigen Royal Academy kann man einige seiner großen Ölgemälde sehen: „Garden of Love“, „Maria Grimaldi and her Dwarf“ oder „Tiger, Lion and Leopard Hunt“ sind mehr als eindrucksvoll, dazu gibt es jede Menge Skizzen, die zeigen, dass er selbst von Strömungen, wie beispielsweise der italienischen Renaissance, beeinflusst war. Rubens Werk gegenübergestellt sind die Arbeiten zahlreicher anderer Künstler, die von ihm inspiriert wurden. Sein Schüler Van Dyck ist ebenso darunter, wie Rembrandt, John Constable Eugène Delacroix, Thomas Gainsborough oder Paul Cézanne. Auch aus Österreich sind Leihgaben darunter: so stammen Gustav Klimts „St. Cecile“ aus 1885 und ein Ölgemälde von Hans Markart aus der Österreichischen Galerie Belvedere. Der letzte Raum der Ausstellung ist von der zeitgenössischen Künstlerin Jenny Saville kuratiert. Sie hat selbst speziell für diese Ausstellung ein Werk geschaffen und zusätzlich dazu Arbeiten von Lucian Freud, Cy Twombly, Francis Bacon oder Cecily Brown zusammengestellt, die auf ihre Weise in Beziehung zum Rest der Ausstellung treten.

In der Tate Modern wird der 1953 in Südafrika geborenen Marlene Dumas unter dem Titel „The Image as Burden“ eine große Retrospektive gewidmet. Die Ausstellung kommt direkt aus der Wahlheimat der Künstlerin, dem Stedelijk Museum in Amsterdam, wo schon 1978 die erste Schau der damals 25-Jährigen stattfand und jetzt rund 100 Gemälde und Zeichnungen der vergangenen 40 Jahre zusammengetragen wurden. Das Schlüsselwerk, das auch der Ausstellung den Titel gibt, zeigt einen Mann, der eine Frau in seinen Armen hält. Es weckt, so wie viele von Dumas Arbeiten Assoziationen zu Flucht, Terror, Angst oder Trauer. Die Themen umfassen aber auch Sexualität, Scham, Liebe und Tod, die sich in bleichen, düsteren Menschenbildern widerspiegeln.

Voll von Humor und Zynismus dagegen zeigt sich die Ausstellung „Post Pop : East Meets West“ in der Saatchi Gallery. 250 Werke von mehr als 100 Künstlern aus den Ländern der ehemaligen UDSSR, aus Taiwan, China, aber auch den USA und Großbritannien untersuchen die Beziehung zwischen der „Pop Art“ als eine der wesentlichsten Kunst-Strömungen des letzten Jahrhunderts in der westlichen Hemisphäre und der weniger bekannten Kunst wie „Sots Art“ in der „Soviet-Union“, dem „Political Pop“ oder dem „Zynischen Realismus“ aus China. „Das letzte Abendmahl“ mit Mao und anderen Politgrößen, ein Relief von Stalin und Marilyn Monroe unter dem Titel „Two Profiles“ oder die Skulptur der Dreifaltigkeit bestehend aus Jesus Christus, Mickey Mouse und Lenin, sind nur einige der sehenswerten Arbeiten.

Rubens and his Lecacy, Royal Academy of Arts bis 10. April
Marlene Dumas: The Image as Burden, Tate Modern bis 10. Mai
Post Pop : East Meets West, Saatchi Gallery bis 3. März