Die "neue" ART SALZBURG 2015 in der Sala Terrena

25.08.15

Ein kleiner feiner Kunstsalon

Vom 8. bis zum 23. August 2015 fand in der architektonisch prunkvollen „Sala Terrena“ in Salzburg eine neue Version der Art Salzburg statt.
Nachdem die Vorgängermesse in den letzten Jahren nicht wirklich überzeugen konnte, haben sich 5 Kunsthändler zusammengetan um einen kleinen exklusiven „Kunstsalon“, wie sie ihn nennen, zu entwickeln. Beck & Eggeling, Galerie Johannes Faber, Galerie Ruberl, Wienerroither & Kohlbacher und der Organisator des Events, Thomas Salis, konzipierten „auf gleicher Augenhöhe“ eine stimmige und stringente Gemeinschaftsausstellung mit einem Kernthema (Kunst des 20. Jahrhunderts) und fünf unterschiedlichen Schwerpunkten.

Beim deutschen Kunsthandel Beck & Eggeling International Fine Art aus Düsseldorf liegt der Schwerpunkt in der Kunst des deutschen Expressionismus, der klassischen Moderne, der Nachkriegskunst und im speziellen der „ZERO“ Bewegung. Zu sehen war eine exklusive Auswahl an Arbeiten des Bildhauers und Malers Heinz Mack.
Die Galerie Johannes Faber hat sich auf Fotografie Internationaler Klassischer Moderne sowie zeitgenössische Fotografie spezialisiert. Von 27 signierten Man Ray Silbergelatine Prints (38.000 Euro) angefangen über Irving Penns Vintage Silberprints, Horst P. Horsts bekannten Modefotografien für die Vogue bis hin zu Werken des Hollywoodstars und Fotografen Dennis Hopper, sorgte die breite Vielfalt für ein spannendes Ausstellungsprogramm der Galerie.
Die Galerie Ruberl setzt ihren Schwerpunkt auf die Klassische Moderne bis hin zu österreichischen Künstlern der Avantgarde nach 1945. Präsentiert wurden u.a. Arbeiten von Franz West, Joseph Beuys und Arnulf Rainer. Von letzterem waren Übermalungen des Schloss Mirabells aus den 90er-Jahren, Übermalungen aus den 50er-60er-Jahren, Fingermalereien aus den 80er-Jahren oder Face-Farces zu sehen. Eine gelungene Mischung aus gestischen und kontemplativen Werken.
Die Kunst in Wien um 1900 mit Werken von Schiele, Klimt, Kokoschka oder Kubin bildet den Galerieschwerpunkt von Wienerroither & Kohlbacher. Zu sehen waren nicht nur eine Vielzahl an Kubin Werken, Schiele oder Klimt Akte sondern auch eine außergewöhnliche Arbeit Max Weilers „Unter Gebüsch am Boden“ aus dem Jahr 1962.
Tomas Salis verbindet zeitgenössische Positionen, außereuropäische Kunst und Klassische Moderne in einen spannenden Dialog von Raum und Zeit. Werke von Max Ernst (für 245.000-255.000 Euro), George Braque, Pablo Picasso oder Maurice Vlaminck ergänzten das hochkarätige Programm des neuen Kunstsalons.
Obwohl die Besucherzahlen etwas unter den Erwartungen lagen, konnten die Kunsthändler am Ende eine sehr positive Bilanz ziehen. Die internationalen Festspielbesucher waren von der intimen Atmosphäre und den stimmigen und hochqualitativen Werken des Kunstsalons angetan, was sich nicht zuletzt auf den Verkauf auswirkte. So konnten u.a. wichtige Arbeiten von Joseph Beuys, Augusto Giacometti, Man Ray oder Arnulf Rainer im fünf- bis sechsstelligen Bereich verkauft werden.

Einer Fortsetzung im nächsten Jahr steht also nichts im Wege.

 

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