Art&Antique Hofburg Wien 2015

27.10.15

Im November findet bereits zum 47. Mal die art&antique in der Wiener Hofburg statt. Die Besucher erwartet ein Rundgang durch das Angebot von rund 50 Händlern und Galerien. Die Bandbreite der Kunst umfasst dabei Gemälde Alter Meister, Antiquitäten sowie Arbeiten der Moderne und der zeitgenössischen Kunst. PARNASS präsentiert mit Linda Berger und Anna-Maria Bogner auf der Feststiege zwei junge Positionen der österreichischen Kunstszene.

Anna-Maria Bogner und Linda Berger bei PARNASS
Anna-Maria Bogner wurde 1984 in Tirol geboren und besuchte zunächst die Fachschule für Bildhauerei in Innsbruck und studierte von 2003 bis 2007 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. In ihren Installationen, Objekten, Fotoarbeiten und Zeichnungen widmet sie sich Fragestellungen nach Raumaneignung, Raumgrenzen und der unterschiedlichen Wahrnehmung von Raum. Linda Berger wurde in 1980 in Aalen, Deutschland, geboren und studierte Grafik und Druckgrafik an der Universität für angewandte Kunst Wien. Ihre großformatigen Zeichnungen baut sie aus einem Geflecht von vielen kleinen Strichen auf, die sich in ihrer Gesamtheit zu einem großen Bild zusammenfügen. Zuweilen erinnern ihre Zeichnungen an Landschaftliches und sind doch abstrakt. Freigespielt von der Bedeutungsebene sieht Linda Berger erst in der Abstraktion, die „Voraussetzung eines uneingeschränkten, ungelenkten Blicks“. Beide Künstlerinnen leben und arbeiten in Wien.

Museum Liaunig auf der art&antique
Mit dem schwebenden Objekt „Shelter“ der österreichischen Künstlerin Julie Hayward präsentiert sich das Museum Liaunig in Neuhaus | Suha, Kärnten, erstmals auf der Messe. Ursprünglich aus der Keramik kommend, arbeitet die Künstlerin heute vorwiegend mit Kunststoff, in einer Kombination von Leder und textilem Material. Ihre Skulpturen gehen dabei immer auch vom Körper aus, der zur Maßeinheit ihrer Objekte wird. In der Verbindung technoider und organischer Motive hat Julie Hayward in den letzten Jahren eine unverwechselbare Formensprache entwickelt. Charakteristisch sind die Verbindung von unterschiedlichen Materialien in perfekter Ausführung sowie amorphe Strukturen, die wie kosmonautische oder utopische Gebilde erscheinen. Das Privatmuseum Liaunig verfügt über eine umfangreiche Sammlung österreichischer Kunst ab 1945. Das vom Architektenteam querkraft entworfene Museum eröffnete 2015 seinen Erweiterungsbau, in dem die historische Sammlung des Industriellen Herbert Liaunig gezeigt wird: dekorierte Gläser aus der Zeit von 1500 bis 1850, Porträtminiaturen von 1590 bis 1890 sowie das Gold der Akan. Auch das Skulpturendepot ist nach dem Umbau erstmals für Besucher zugänglich.

Sonderschau Carl Moll – Kunsthandel Freller
Der Linzer Kunsthändler Walter Freller präsentiert in der Hofburg eine Sonderschau mit 13 Werken von Carl Moll. „Mich hat der Künstler immer schon fasziniert“, so Freller, „sowohl als Künstler aber auch als Vertreter der Kunstszene um 1900. Moll war eine der zentralen Künstlerpersönlichkeiten seiner Zeit und ein Förderer neuer Tendenzen. So zeigte er als Leiter der Galerie Miethke Malerei der französischen Impressionisten“. Moll studierte bei dem österreichischen Stimmungsimpressionisten Emil Jakob Schindler und wurde ein enger Freund der Familie. Nach Schindlers Tod heiratete er dessen Witwe und wurde so zum Stiefvater von Alma Mahler. Moll engagierte sich als Vorstand im Wiener Künstlerhauses, das er jedoch verließ und war 1897 Gründungsmitglied der Wiener Secession, der er auch für kurze Zeit als Präsident vorstand. Gemeinsam mit der Klimt-Gruppe trat Moll 1905 aus der Wiener Secession aus und beteiligte sich organisatorisch 1908 und 1909 an der legendären Kunstschau. Die meisten der Arbeiten, die Walter Freller zeigt, stammen aus einer österreichischen Privatsammlung. Ergänzt mit weiteren Ankäufen, die der Kunsthändler in den letzten Jahren tätigen konnte, hat er eine erlesene Auswahl für die Messe zusammengestellt. Sämtliche Werke werden in das vom Belvedere in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis aufgenommen. Ein weiterer Anreiz für einen Sammler und eine Bestätigung für die Qualität der Bilder. „Es ist eine Besonderheit, dass so viele Arbeiten von Carl Moll nun am Markt sind. Moll ist sicher am internationalen Markt derzeit noch unterbewertet, aber ich sehe hier ein großes Potenzial“, ist Freller überzeugt. „Vor allem die Wiener Motive, aber auch seine Landschaftsbilder sind von großer malerischer Qualität und zeigen wie fantastisch Moll mit Licht und Farbe umgehen konnte.“

Weitere Highlights
Die Galerie bei der Albertina-Zetter wird neben Keramiken von Michael Powolny, Gemälde des Tiroler Malers Artur Nikodem zeigen, dem sie auch diesen Herbst einen Ausstellungsschwerpunkt widmete, der noch bis 30. November 2015 zu sehen ist. Giese und Schweiger präsentieren ein wunderbares Porträt von Hans Makart („Die Ägypterin“) sowie eine Landschaft von Egon Schiele von 1907. Kunsthandel Hieke wird unter anderem Arbeiten des 1891 in Wien geborenen 
Carl Krall zeigen. Die Galeristin
Marie-Valerie Hieke entdeckte seinen Nachlass in Pennsylvania, der dort von seinen Enkelinnen archiviert wurde. Seine prägnanten Bildkompositionen sind beeinflusst vom Stil der Neuen Sachlichkeit im Deutschland der 1920er-Jahre. Diesmal auch dabei Juwelier A.E. Köchert, der Schmuck designt von Künstlern vorführt, wie unter anderem von Eva Schlegel, Hubert Scheibl oder Elke Silvia Krystufek. Ebenso zu erwähnen ist Patrick Kovacs Kunsthandel, der Möbel der 1881 in Wien gegründeten Ausstattungsfirma „Portois & fix“ anbietet. Die Möbel sind auch heute noch am Kunstmarkt sehr begehrt und zählen zu den besten Beispielen der Wiener Möbelkultur um 1900. Das Interieur, das Kovacs auf der Messe vorstellt, wurde auf der Imperial Royal Austrian Exhibition 1906 in London gezeigt. Galerie Walker wird Arbeiten von Hans Bischoffshausen und Bernard Aubertin präsentieren, zwei Künstler, um deren Werk sich die Galerie seit vielen Jahren bemüht – sie reagiert damit auf die aktuelle Ausstellung im Belvedere.

Weitere Programme sind smartART – ein Stand mit Kunst für junge Sammler, auf dem Aussteller der Messe ausgewählte Objekte zu günstigen Preisen anbieten, eine Lesung mit Heinz und Christine Marecek sowie der art&antique Talk am 12.11.2015 um 17:00 in der Leopold Lounge mit dem Thema „Sammeln – persönlich genommen“.

 

 

 

 

 

 

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