Ars Electronica Festival 2016

13.09.16

Das Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft in der Unesco City of Media Arts ist ein Festival der Superlative geworden. 2016 feierte die Johannes Kepler Universität ihr 50-jähriges Jubiläum mit der Geburtstags-Klangwolke.

100.000 Besucher sahen die Europapremiere von DRONE 100 – Spaxels über der Donau in Linz anläßlich des 50. Geburtstages der Linzer Universität.100 Drohnen, der weltgrößte autonome Dronenschwarm, stiegen am Abend in den Nachthimmel und zeigten in einer spektakulären Lichtchoreografie eine friedliche Kunstinszenierung nach einer Musikkomposition von Sam Auinger.

Mit 534 Veranstaltungen an 5 Tagen und 842 mitwirkenden KünstlerInnen & WissenschaftlerInnen aus 50 Ländern war das Programm der Ars Electronica in diesem Jahr so umfangreich und vielfältig wie noch nie.
Die KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, DesignerInnen, TechnologInnen, IngenieurInnen, EntrepreneurInnen und Social Activists präsentierten ihre Werke, gaben Vorträge und Workshops, führten Konzerte und Performances auf. Die Ars Electronica hat sich vom kleinen Event 1979 mit einer überschaubaren Teilnehmeranzahl zu einem Großevent mit 85.000 Besuchern aus aller Welt entwickelt.

„Das Publikumsecho ist überwältigend“, freut sich Gerfried Stocker, Künstlerisches Direktorium Ars Electronica Festival: „Wir waren uns bewusst, dass wir beim zweiten Gastspiel in der POSTCITY nochmal was drauflegen müssen und ich denke, dass uns das gelungen ist“.

Zu den Highlights gehörten die zentrale Schau „Alchemists of our Time“ in der POSTCITY, die Ausstellung Radical Atoms nach der das Ars Electronica Festival dieses Jahr benannt wurde, die Ausstellung der preisgekrönten Medienkunstwerke im OÖ Kulturquartier CyberArts und DRONE 100 - die Spaxels über Linz. Im Festivalzentrum POSTCITY wurde dieses Jahr auch noch der „Underground“ und damit vom Dach bis zum Keller quasi alles bespielt. „Ob Davide Quayolas mehrere Meter hoher Bildhauerroboter, der aus weißen Styropor Blöcken Skulpturen frei nach Michelangelo fräst oder Dragan Ilics ‚Robo-Action‘, die riesigen Seifenblasen von Thom Kublis ‚Black Hole Horizon‘, die ‚Drone-Academy‘ oder die 50.000 Blumen in der Konferenzhalle – unsere BesucherInnen konnten auf jeder Etage der POSTCITY tolle Dinge entdecken“, so Martin Honzik, Leiter des Ars Electronica Festival.

Berührend dabei waren die 50.000 Blumen in der großen Konferenzhalle der POSTCITY. Diese wurden als Zeichen für die 50.000 Flüchtlinge aufgestellt, die im alten Postverteilzentrum der POSTCITY in Linz ein Transitlager vom 10. September 2015 bis zum 8. Mai 2016 gefunden hatten. Im Global Village, ein Teil des U19 Create your world Zukunftsfestival der nächsten Generation, geht es um Projekte von und für geflüchtete Menschen, es gibt geführte Gratis-Touren auf Arabisch, Farsi und in acht weiteren Sprachen für Minderheiten in Österreich, und viele Projekte mehr.

Ein besonderer Publikumshit war die von Hiroshi Ishii kuratierte Radical Atoms-Schau im Ars Electronica Center, Namensgeber des Ars Electronica Festivals. Andreas Bauer, Leiter des Ars Electronica Museums meinte, befragt was ihm persönlich denn am besten gefallen hat: „Am Anfang habe ich mit dem Begriff Radical Atoms nicht viel anfangen können, aber wenn man das alles sieht, dann macht das einfach Spaß. Darum geht es.“

Hiroshi Ishii und sein Team vom berühmten Massachusetts Institute of Technology in Boston ist ein Visionär. Er sagt: „Jeder Pixel ist eine optische Täuschung, aber nichts Reales. Wir glauben jedoch an die ,Greifbarkeit‘. Hier kann man etwas direkt berühren, verändern und fühlen.“ Sein Ziel mit dem Forschungsprogramm „Radical Atoms“ ist es, physische Objekte zu entwickeln, die ihre Oberfläche und Form genauso schnell und organisch wie digitale Modelle verändern können.

Bernhard Baier, Vizebürgermeister der Stadt Linz und Aufsichtsratsvorsitzender Ars Electronica Linz GmbH:„Es gibt weltweit kein zweites Event, das Kunst, Technologie, Wissenschaft und Wirtschaft in einer so selbstverständlichen Weise neben- und miteinander in Szene setzt wie die Ars Electronica. Scheinbar gegensätzliche Welten, Genres und Branchen fügen sich hier problemlos zu etwas Neuem, das wiederum ebenso ungewöhnliche wie innovative Sichtweisen eröffnet.“

Wo das Festival das nächste Jahr hinwandern wird bleibt abzuwarten. Die POSTCITY jedenfalls soll abgerissen werden. Aber auch das gehört zum Wesen des Festivals – spannende neue Räume zu erschließen.

 

Ort: 
Autor: 

Kategorie: