Akademie der bildenden Künste: Von Hieronymus Bosch zu Rembrandt

14.12.15

Die 1692 gegründete Wiener Akademie hatte, so wie auch die meisten zeitgenössischen Akademien nicht das Glück, eine Gemäldesammlung zu besitzen. Erst durch den großzügigen mäzenatischen Akt des Grafen Lamberg-Sprinzenstein wurde der Wiener Akademie im Jahr 1822 seine weithin berühmte Sammlung von rund 800 Gemälden vermacht. Aus der Akademie wurde nun das erste Kunstmuseum an einer Institution.
Im Jahr 1877 übersiedelte die Akademie mitsamt ihren Sammlungen in Theophil Hansens eleganten Akademieneubau auf dem an der Ringstraße gelegenen Schillerplatz. Der Gemäldebestand selbst erfuhr im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts beträchtliche Vergrößerung durch zahlreiche großzügige Zuwendungen von öffentlicher und privater Seite, zählt heute fast 1600 Inventarnummern und ist eine der drei international bedeutenden Altmeister-Sammlungen in Wien.

Meisterwerke der europäischen Malerei

Im Herzen der Kunstakademie am Schillerplatz präsentiert sie in den historistischen Prunkräumen im ersten Stock permanent rund 180 Spitzenwerke europäischer Malerei vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Der Bogen spannt sich von Hauptwerken Lucas Cranachs d. Ä., Tizians, Peter Paul Rubens‘ oder Rembrandts und seiner Zeitgenossen des Goldenen Zeitalters der holländischen Malerei bis hin zu Tiepolo, Guardi und den Malern des Wiener Klassizismus um 1800.

500 Jahre Hieronymus Bosch

Absolutes Highlight der Sammlung ist natürlich das große Weltgerichtstriptychon des Hieronymus Bosch: das dreiteilige, um 1504 entstandene Altarwerk mit seinen bizarren Monstern und Teufelsgestalten wirft ein dramatisches Licht auf die Sündhaftigkeit der Menschheit und ihre fast unmögliche Errettung vor der ewigen Hölle. 2016 widmet die Gemäldegalerie Bosch und seinen phantasmagorischen Visionen des Jüngsten Gerichts und damit zum 500sten Todestag des niederländischen Künstlers ein vielseitiges Jahresprogramm voller Höhepunkte.

Michael Wutky – Der Meister der Feuerberge

Aktuell ist die kleine, feine Ausstellung „Feuersäulen – Dunkle Glut. Der Vulkanmaler Michael Wutky“ zu sehen, die ausgewählte Skizzen und Gemälde eines der bedeutendsten österreichischen Landschaftsmaler des späten 18. Jahrhunderts in den Fokus rückt. Die Ausstellung wurde bis 10. Jänner 2016 verlängert.

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